Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama nach einem authentischen Fall: Einem geistig etwas zurückgebliebenen Ehepaar wird das Sorgerecht für seine Tochter entzogen, was zu einem Kampf durch alle Instanzen führt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In Sachen Kaminski: TV-Drama nach einem authentischen Fall: Einem geistig etwas zurückgebliebenen Ehepaar wird das Sorgerecht für seine Tochter entzogen, was zu einem Kampf durch alle Instanzen führt.

    Mitgefühl, Empörung, Wut: Selten gelingt es einem Fernsehfilm, derart viele Emotionen zu schüren. Natürlich hat Autor Holger Karsten Schmidt die Dinge zugespitzt. Aber wenn man nicht wüsste, dass die Ereignisse auf wahren Begebenheiten beruhen, würde man die Geschichte als völlig unrealistisch abtun. So aber ist „In Sachen Kaminski“ ein Lehrstück über die Arroganz der Behörden. Schmidt und Regisseur Stephan Wagner erzählen die Geschichte der Familie Kaminski. Petra und Martin sind sehr einfache Leute, bei aller Schlichtheit aber gleichzeitig von einer rührenden Herzensgüte; ihr einziges Kind, Lona, lieben sie über alles. Um so größer ist der Schock, als sich die vom Hausarzt empfohlene Frühförderung als zweischneidig entpuppt: Die Frau vom Jugendamt drängelt sich in intimste Familienbereiche. Als die Kaminskis die Kooperation resolut aufkündigen, schlägt die Familienhelferin zurück: Erst kommt Lona in ein Heim, später zu einer Pflegefamilie. Wenn ihnen der Name etwas sagen würde, die Kaminskis kämen sich angesichts der übermächtigen Behörden und deren unverständlichen Amtsdeutsch vor wie eine Figur von Franz Kafka. Trotzdem bleiben sie erstaunlich defensiv. Sie sind zwar emotional in ihren Grundfesten erschüttert, doch diese Gefühle schlagen nie in Gewalttätigkeit um; das dürfte in der Realität auch mal anders zugehen. Ohnehin grenzt die Schilderung der geistigen Armut des Ehepaares fast an Verklärung; mitunter schrammt der Film hart am sozialen Kitsch vorbei. Außer erheblichen sprachlichen Defiziten - in jedem Satz wird das Verb um das Wort „tun“ ergänzt - ist dem Autor zudem nicht eben viel eingefallen, um den begrenzten Horizont der Kaminskis zu verdeutlichen. Latente Aggressivität oder ruppiger Umgangston zum Beispiel sind nicht mal ansatzweise vorhanden. Während die Gegenspieler vom Amt naturgemäß recht eindimensional angelegt sind, kommt das wohlsituierte Pflegepaar (Heikko Deutschmann, Aglaia Szyszkowitz) relativ gut weg. Das gilt erst recht für die mutige Anwältin (Anneke Kim Sarnau). Grandios aber sind Juliane Köhler und Matthias Brandt als Ehepaar Kaminski. Gerade Köhlers Wandlungsfähigkeit ist enorm: Nichts ist mehr zu sehen von jener feingliedrigen Aristokratie, die so bezeichnend war für ihre Rollen etwa in „Aimée und Jaguar“ oder „Nirgendwo in Afrika“. Brandt wiederum legt Martin Kaminski mit den dicken Brillengläsern zwar an der Grenze zur Debilität an, versieht ihn gleichzeitig aber mit einer ergreifenden Warmherzigkeit. tpg.

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