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Fakten und Hintergründe zum Film "In ihren Augen"

Fakten und Hintergründe zum Film "In ihren Augen"

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Statement des Regisseurs

„Ein alter Mann, der allein etwas isst. Das war das Bild, das mich verfolgte und mich schließlich zurück zu der Geschichte brachte. Nicht das Verbrechen an sich oder die Spannung der Geschichte oder das Genre, nur der alte Mann, der alleine beim Essen sitzt.

Wie kommt es dazu, dass jemand so allein und verlassen ist? Fragt sich der Mann, warum er allein in einer Bar sitzt, ohne jemanden an seiner Seite? Man kann es verleugnen, nicht daran denken, oder es für eine Zeit lang verdrängen, doch die Vergangenheit holt einen schließlich immer ein. Vielleicht hat es der alte Mann geschafft, in seiner zweiten Lebensphase das zu ignorieren, was in seiner ersten Lebensphase geschehen ist. Aber wenn er einen befriedigenden Übergang in seine dritte Lebensphase finden will, muss er sich den unvollendeten Taten stellen. Für mich ist dieser Film kein „Film Noir“. Das „Fleisch“, der Hauptgang, die treibende Kraft des Films sind eine unerklärte Liebe, die seit Jahren andauert und die Frustration und Leere, die die Hauptcharaktere empfinden. Das Genre ist hierbei der Teller, auf dem das Fleisch serviert wird.

Erinnerungen faszinieren mich. Die Entscheidungen, die wir vor 20 oder 30 Jahren getroffen haben, können uns heute noch beeinflussen. Das kann genauso für die Erinnerungen einer Nation gelten. Wenn wir als Nation unsere Erinnerung an die 1970 er Jahre wieder aufkommen lassen, wissen wir, dass der Horror sich schon vor der militärischen Diktatur ausgebreitet hatte. Die Geschichte spielt in jenem Argentinien, dessen erdrückende Luft das ganze Land schleichend umhüllte, selbst die Spielmacher der Nation.

Meine Absicht war es, die Geschichte als ein Zusammenfließen verschiedener Stränge zu erzählen: Von kleinen Wesen, die durch ein Meer von Menschen wandern, umgeben von mächtigen Strukturen und verloren in der Masse – und von ihren Augen. Die Geschichte über einen Mann, der hunderte Meter durch einen Bahnhof läuft und von dem uns 500 menschliche Körper trennen. Was können wir über ihn erfahren, wenn wir plötzlich, ohne Übergang, eine Naheinstellung seiner Augen sehen könnten? Welche Geheimnisse würden uns diese verraten?

Vielleicht Geheimnisse über eine Geschichte wie diese: Eine Geschichte über einen Mord, gewiss, aber vor allem eine Geschichte über die Liebe. Eine Geschichte über die Liebe in ihrer reinsten Form. Eine Liebe, die bereits endet, bevor sie erst richtig erblühen konnte, ohne überhaupt Zeit zu haben, zu verblassen und abzusterben.

Wie kann eine solche Liebe gelebt werden? Welche Auswirkungen hat sie auf die Menschen, die davon betroffen sind? Welchen wahnsinnigen Dinge kann ein Augenpaar verüben, dem die Liebe weggenommen wurde? Diesen Fragen geht der Film nach, und Antworten lassen sich möglicherweise nur in den Lebensläufen der Figuren selbst finden.“