In einer besseren Welt

  1. Ø 5
   2010

In einer besseren Welt: Preisgekröntes Ensembledrama über Glaube an Gerechtigkeit und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse - erzählt von der Macherin von "Open Hearts" anhand der Freundschaft zweier Jungs aus komplizierten familiären Verhältnissen.

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Filmhandlung und Hintergrund

In einer besseren Welt: Preisgekröntes Ensembledrama über Glaube an Gerechtigkeit und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse - erzählt von der Macherin von "Open Hearts" anhand der Freundschaft zweier Jungs aus komplizierten familiären Verhältnissen.

Elias wird in der Schule gemobbt, erst die Freundschaft mit dem neuen durchsetzungsfähigen Schulkameraden Christian, der ihn vor den Attacken beschützt, holt ihn aus der Isolation. In der Ehe von Elias‘ Eltern kriselt es, der Vater arbeitet lange in Afrika. Christian wirft seinem Vater den Tod der Mutter vor und spricht nicht mit ihm. Als Elias sieht, wie sein Daddy geohrfeigt wird und den Konflikt vermeidet, packt ihn der Zorn. Mit seinem Freund heckt er einen gefährlichen Racheplan mit einer selbst gebastelten Bombe aus.

Zwei Jungs kommen mit ihren Problemen in Schule und Familie nicht zurecht und entwickeln einen gefährlichen Racheplan. Susanne Bier („Brothers“) lotet auch in ihrem neuem Drama emotionale und moralische Grenzsituationen aus.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Anton lebt den Spagat zwischen zwei Welten: Mehrere Monate im Jahr rettet er als idealistischer Arzt in einem afrikanischen Flüchtlingscamp Menschenleben. Zuhause, in der Idylle der dänischen Provinz, muss er sich als engagierter Vater und Ehemann den Herausforderungen des Familienalltags stellen. Seine Ehe mit der Ärztin Marianne steht kurz vor dem Aus, als die innige Freundschaft seines Sohns Elias zu seinem einsamen Schulkameraden Christian eine lebensgefährliche Wendung nimmt und Anton vor die Frage stellt: Wie stark sind sein Glaube an die Gerechtigkeit und der Wunsch, seine Haltung zu bewahren? Der beeindruckende Film der dänischen Regisseurin Susanne Bier verarbeitet intensiv die Themen Gerechtigkeit und Liebe zueinander. Das starke Drehbuch wird von fantastischen Darstellern vermittelt, vor allem die Kinder berühren und fesseln den Zuschauer durch ihre schauspielerische Leistung. Die ruhigen Bilder beschönigen nichts, die Erzählung bleibt bis zum Ende spannend und überzeugt. Dieser emotionale, intensive und wichtige Film wäre ein würdiger Anwerter auf den diesjährigen Auslands-Oscar!

    Jurybegründung:

    Ein hervorragendes Drehbuch, an dem Regisseurin Susanne Bier selbst mitwirkte, verknüpft die Geschichte von zwei Familien in einem idyllischen Ort am Meer in Dänemark auf schicksalhafte Weise.
    Da ist der Arzt Anton, der aufopferungsvoll in einem Flüchtlingscamp in Afrika wirkt und nur zu bestimmten Zeiten bei seiner Familie in Dänemark weilt. Darunter leiden die Kinder, vor allem Sohn Elias, und hinzu kommt noch die bevorstehende Trennung von Ehefrau Marianne. Und da ist Claus, der nach dem Krebstod seiner Frau Sohn Christian aus London nach Dänemark bringt. Elias, der in der Schule gemobbt wird, und Christian, der seinem Vater die Schuld am Tod der schmerzlich vermissten Mutter gibt, bilden ein Bündnis zum gegenseitigen Schutz und auch als ein mit Gewalt gepaartes Ventil für ihre verletzten Gefühle.

    Eltern und Kinder der beiden Familien verstricken sich in einen tragischen Kreis um Verlust und Trauer, um Ohnmacht und Mut, um Gewalt und Rache. Dramaturgisch geschickt werden Szenen in Dänemark denen in Afrika gegenüber gestellt.

    Eindrucksvoll die Gespräche zwischen den Erwachsenen und im Besonderen mit den jugendlichen Protagonisten, in denen die Themen um Schmerz und Gewalt mit bewegenden Dialogen aufgearbeitet werden. Eine hervorragende Kameraführung bietet mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die durch einen einfühlsamen Musikscore begleitet werden, sowohl in Dänemark wie auch in Afrika die notwendigen Ruhephasen für den Zuschauer. Sensible Nahaufnahmen wiederum verstärken die Eindringlichkeit der Dialoge. Geglückt ist auch die Besetzung des Films. Das Spiel der Erwachsenen wie auch der Kinder ist sehr überzeugend.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Wenn man die beiden Auslandsoscar-Nominierungen „Biutiful“ und „In einer besseren Welt“ nacheinander gesehen hat, meint man, alles Unglück dieser Erde zu kennen. Beide wirken wie Diskursanordnungen, wie eine Verknüpfung unterschiedlicher Problemstellungen, die nach der Bewältigung menschlichen Leids fragen. Im Vergleich wirkt Susanne Biers letztes Werk dabei überzeugender als ihr mexikanischer Kollege Alejandro Gonzáles Inárritu, der nicht ohne Längen und melodramatische Zuspitzungen auskommt, weshalb die dänische Regisseurin den Fremdsprachenoscar vielleicht eher verdient hat.

    Nach dem zu melodramatischen Hollywood-Zwischenspiel „Things we lost in the Fire“ kehrt Bier mit vertrautem Autor Anders Thomas Jensen zur bewährten Qualität zurück. Erneut versammeln sie die „Dogma“ geprüfte Stammriege aus schwedischen und dänischen Akteuren, um deren Charakteren zahlreiche dramatische Schicksalsschläge widerfahren zu lassen. Weitgehend verzichtet der talentierte Vielschreiber und Regisseur Jensen („Adams Äpfel“) auf seinen charakteristischen schwarzen Humor, um mit der wirkungsvollen Verknüpfung zweier Familienschicksale wichtige Grundsatzfragen nach Gewalt und Gegengewalt, Machtausübung, Rache und Vergebung zu stellen.

    Wie würde man selbst reagieren, wenn man Opfer oder Zeuge von Mobbing und Gewaltanwendung wäre? Wie antwortet man auf Beleidigungen und aggressives Verhalten? Würde man seine pazifistische Einstellung aufgeben, wenn man die Möglichkeit hätte, neue Verbrechen zu verhindern? Oder einen vertrauten Freund verraten, wenn man Kenntnis von dessen fatalen Plänen hätte? Stets muss man sich als Zuschauer mit der eigenen Reaktion auf die Leinwandgeschehnisse auseinander setzen. Bier und Jensen suchen keine einfachen Lösungen auf diese Fragen, wobei sie den fiktionalen Ereignissen wiederholt per Zufall nachhelfen und sie gleichzeitig zuspitzen.

    Mikael Persbrandt verkörpert einen friedliebenden Mediziner, der zuerst in einem afrikanischen Flüchtlingslager mit den Gräueln eines Bandenführers und zuhause im vermeintlichen Idyll neben seiner brüchigen Ehe mit gezielten Provokationen eines unangenehmen Zeitgenossen konfrontiert wird. Wenn Kim Bodnia („In China essen sie Hunde“) auftaucht, Dänemarks liebster Kinopsychopath, weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Einer anderen Herausforderung muss sich Ulrich Thomsen als reicher Witwer stellen, dessen verhärmter Sohn deutlich auf Distanz zu ihm geht und sich allmählich zur tickenden Zeitbombe entwickelt. Alle ungelösten Probleme kulminieren schließlich in weitaus größeren Konflikten. Stillschweigen führt letztlich zu nichts.

    An Bier/Jensens „Dogma“-Vergangenheit, die ihre vorletzte Zusammenarbeit „Brothers – Unter Brüdern“ noch stärker prägte, erinnert nur der gelegentliche Handkameraeinsatz. Ansonsten setzt die Regisseurin mit der Vorliebe für moralische Fragestellungen auf poetische Momentaufnahmen in Scopeformat als Kontrast zum harten Konfliktverlauf des Plots.

    Fazit: Fesselnd inszenierte Parabel zur Gewaltspirale mit überzeugender Ensembleleistung.
  • Mit dem Golden Globe ausgezeichnetes Drama über Glaube an Gerechtigkeit und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse.

    Susanne Bier gilt als Garant für emotionale und moralische Grenzsituationen und sichere Kandidatin für internationale Preise. In den Familiendramen „Open Hearts – Für immer und ewig“, „Brothers – Zwischen Brüdern“ und „Nach der Hochzeit“ zeigte sie Fingerspitzengefühl für heikle Themen, sie lässt immer Gefühle zu. In ihrem neuen Film, nach dem Golden Globe hoch gehandelt für den Auslandsoscar, erzählt sie von zwei Jungs und ihren komplizierten familiären Bindungen.

    Elias wird in der Schule gemobbt, erst die Freundschaft mit dem neuen durchsetzungsfähigen Schulkameraden Christian, der kürzlich seine Mutter verloren hat, holt ihn aus der Isolation. Christian verteidigt ihn gegen seine Peiniger und lehrt ihn sich zu wehren. Die geleugnete Messerattacke auf den Gegner schweißt sie noch mehr zusammen. Beide kämpfen zu Hause mit Schwierigkeiten. Elias Vater arbeitet als Arzt Monate lang in einem afrikanischen Flüchtlinslager, daheim kriselt es in der Ehe. Christian wirft seinem Vater den Tod der Mutter vor und verweigert jedes Gespräch. Als Elias sieht, wie sein Daddy nach einer versuchten Schlichtung auf dem Kinderspielplatz vom Vater eines fremden Jungen geohrfeigt wird und den Konflikt vermeidet, packt ihn Zorn. Mit seinem Freund heckt er einen gefährlichen Racheplan mit einer selbst gebastelten Bombe aus.

    Brillant gelingt Bier die Zeichnung der Beziehung zwischen den Jungs, ihr Zwiespalt zwischen Aufruhr und Unsicherheit, und die zwischen dem entfremdeten Ehepaar getragen von Zärtlichkeit und Abwehr. Weniger eindringlich wirken die Szenen am staubigen Handlungsort Afrika mit seinen Stereotypen, die das Vorurteil von Armut und Gewalt bestätigen, mittendrin der europäische Arzt als Heilsbringer, der in einem Nebenstrang einen brutalen Schlächter seinem Schicksal überlässt, wenn auch mit schlechtem Gewissen. Erwachsene wie Heranwachsende sind bei Bier beschädigte Seelen. Die exzellente Besetzung – vom ängstlichen Mobbing-Opfer (Markus Rygaard) über seinen verschlossenen, aber schlagkräftigen Kumpel (William Johnk Nielsen) bis zu den Vaterfiguren, der pazifistischen (Mikael Persbrandt) und der in Trauer erstarrten (Ulrich Thomsen) – lassen jede kleine Schwäche vergessen. Bier maßt sich nicht an, moralische Fragen zu beantworten. Der Impuls allein genügt, ob in einer besseren oder schlechteren Welt. mk.

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