In den Schuhen meiner Schwester

  1. Ø 3.5
   2005
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Filmhandlung und Hintergrund

In den Schuhen meiner Schwester: Frauenfilm von Curtis Hanson ("8 Mile") über zwei ungleiche Schwestern, die sich zusammenraufen müssen, basierend auf dem Bestseller "Zwei Schwestern und ein Hochzeitskleid" von Jennifer Weiner.

Seit dem Tod ihrer Mutter vor einigen Jahren haben die Schwestern Maggie (Cameron Diaz) und Rose (Toni Collette) allen beträchtlichen Unterschieden zum Trotz ein ausgezeichnetes Verhältnis. Das wird jedoch bald einer Belastungsprobe ausgesetzt, als das verantwortungslose Partygirl Maggie nach einem Rauswurf durch die Stiefmutter in der Wohnung der braven Schwester, einer erfolgreichen Anwältin, Asyl sucht. Schnell verdreht sie deren Chef, in den sich Rose eigentlich gerade selbst verlieben wollte, den Kopf. Keine gute Basis für ein harmonisches Zusammenleben …

Nach dem Noir-Thriller „L.A. Confidential“ und dem Blue-Collar-Musical „8 Mile“ überrascht Hollywoods Vielseitigkeitsmeister Curtis Hanson mit einer heiter-sensiblen Frauengeschichte frei nach Jennifer Weiners Bestseller „Zwei Schwestern und ein Hochzeitskleid“.

Rose ist eine erfolgreiche Anwältin, klug, verantwortungsbewusst, leicht übergewichtig und in ihren Boss verliebt. Ihre jüngere, extrem attraktive Schwester Maggie ist hauptberufliches Partygirl, das alles im Leben ihrem Aussehen verdankt. Als Maggie von ihrer Stiefmutter aus dem Haus geworfen wird, bei Rose unterkommt und mit deren Boss schläft, ändert sich das Leben beider Schwestern schlagartig.

Nachdem Party-Girl Maggie von der Stiefmutter aus dem Haus geworfen wird, nistet sie sich bei ihrer tüchtigen Rechtsanwalt-Schwester Rose ein. Deren chice Designer-Wohnung sieht bald wie ein Schlachtfeld aus und Roses Freund – und Chef – landet in Maggies Bett. Wutentbrannt weist Rose ihrer Schwester die Tür. Also reist sie von Philadelphia nach Miami, wo Großmutter Ella wohnt. Leichtes Leben in der Sonne, danach steht Maggie der Sinn. Doch sie hat nicht mit der resoluten Oma gerechnet, die ihr Spaß an der Arbeit beibringt.

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Der Film überzeugt durch seinen Wortwitz und mit den glaubwürdig aufgelösten Gefühlswelten in den familiären Wirrungen einer scheinbaren Durchschnittsfamilie. Die Darsteller sind hervorragend besetzt und agieren mit Intensität und Spaß. Es macht Vergnügen, Cameron Diaz, Toni Colette und Shirley MacLaine so identifiziert zu sehen, aber auch alle anderen Protagonisten halten dieses hohe Niveau.

    Zwei ungleiche Schwestern müssen ihren Weg gehen, die eine um erwachsen zu werden, die andere um sich wieder zu spüren. Sie sind extrem unterschiedlich. Maggie (Cameron Diaz) ist sexy und blond, Rose (Toni Colette) ist intelligent und dunkelhaarig. Maggie zeigt viel Busen und lange Beine, kombiniert mit einem entsprechenden Verbrauch von Männern. Rose steht für eher prüde Zurückhaltung und rastlose Arbeit als Anwältin. Sie ist Schuhfetischistin, was ihre Schwester Maggie schamlos ausnutzt ("Solche Schuhe müssen ein Leben voller Skandale führen").

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „In Her Shoes“ ist ein warmherziger Film über Familien und Beziehungen. Über Veränderungen, überwundene Tragödien und das Finden eines eigenen Lebenswegs. Im Mittelpunkt stehen dabei die zwei Schwestern Maggie und Rose, die trotz ihrer Verschiedenheit zwei Seiten ein und derselben Medaille sind. Deutlich wird das nicht nur durch die Tatsache, dass beiden dieselben Schuhe passen.

    Die beiden Schwestern befinden sich an einem Wendepunkt ihrer Entwicklung. Während Maggie bislang an den Versuchen, erwachsen zu werden, gescheitert ist und nicht gelernt hat, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, klammert sich Rose verzweifelt an ihre Arbeit, um nicht die Leere in ihrem Leben spüren zu müssen. Was der einen an Ernsthaftigkeit fehlt, fehlt der anderen an Lebensfreude.

    Beide sind auf der Suche nach einem Lösungsweg, der sie aus der Einsamkeit befreien und ihr Verlangen nach familiärem Zusammenhalt stillen soll. Und beide müssen dabei einen – nicht immer schmerzlosen – Lernprozess bewältigen. Maggie muss ihr oberflächliches Bild von sich und den Menschen ihrer Umgebung korrigieren, Rose muss lernen, sich anderen Menschen anzuvertrauen.

    Gleichzeitig müssen sich beide mit der tragischen Geschichte ihrer Familie auseinandersetzen und erkennen, welche Rolle sie in dem Spiel um Verantwortung und Verletztheit gespielt haben. Auf sehr eindringliche Weise wird deutlich gemacht, dass sie sich erst von ihrer Familie lösen müssen, um wieder zu ihr zu finden. Dass die vergangenen Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden – aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder – macht die Geschichte und damit den Film sehr komplex.

    „Muriel’s Hochzeit“-Star Toni Collette glänzt als unsichere Rose, und auch Cameron Diaz agiert in ihrer Rolle durchaus überzeugend. „In Her Shoes“ ist ein Hollywood-Streifen par excellence. „Wonder Boys“-Regisseur Curtis Hanson ist souverän im Umgang mit entsprechenden ästhetischen Stilmitteln. Zudem gelingt es dem Regisseur, den Einsatz kitschiger Szenen auf ein Minimum zu reduzieren.

    Hanson schafft es, die Geschichte einer durcheinander geratenen Familie sensibel und unterhaltsam darzustellen. Da kritische Situationen umgehend mit leichtem Witz ausgeglichen werden, herrscht im Film ein unbeschwertes Gefühl vor. Eine tiefgehendere emotionale Beteiligung an den Problemen der Figuren wird so leider verhindert, was den Film ein wenig oberflächlich macht.

    Fazit: Ein unterhaltsamer, leichter und größtenteils gelungener Film über eine durcheinander geratene Familie.
  • Wenn etwas nicht an Curtis Hanson überrascht, dann die Tatsache, dass er sein Publikum mit jedem Film aufs Neue überrascht. Nach dem Stakkato-Noir-Slang von „L.A. Confidential“, der feinen Poesie von „Wonder Boys“ und den Rap-Kadenzen von „8 Mile“ richtet der Regisseur Ohren- und Augenmerk nun auf die Frauenwelt: Mit der Verfilmung von Jennifer Weiners Bestseller „Zwei Schwestern und ein Hochzeitskleid“ wagt er sich auf „Zeit der Zärtlichkeit“-Terrain und entlockt Cameron Diaz die beste darstellerische Leistung ihrer Laufbahn.

    Vor allem in den ersten 45 Minuten entlockt Curtis Hanson dem Zuschauerliebling aus „Drei Engel für Charlie“ und „Super süß und super sexy“ eine Charakterisierung, die man vor ihr niemals erwartet hätte. Diaz‘ Maggie ist ein selbstzerstörerisches Partygirl, das sich ihrer eigenen selbstsüchtigen Persönlichkeit nicht bewusst ist und darunter ihre verletzliche, vernünftige ältere Schwester Rose leiden lässt, die im übrigen von Toni Collette wie immer mit Bravour gespielt wird: Rose ist eine erfolgreiche Anwältin, leicht übergewichtig und in ihren Boss verknallt. Maggie verdankt dagegen alles in ihrem Leben ihrem Aussehen – so auch den Rauswurf aus dem Haus ihrer Stiefmutter (Candice Azzara) nach einer weiteren Partyeskapade. Seit dem Tod ihrer Mutter vor etlichen Jahren haben Maggie und Rose ein ausgesprochen enges Verhältnis. Als sich Maggie in Roses Wohnung einnistet, hat sie trotzdem nichts anderes zu tun, als das Appartement total zu verwüsten. Dann verführt sie auch noch den Boss und Freund ihrer Schwester und fliegt hochkant raus – schon wieder -, entdeckt aber einen Hinweis auf die Existenz ihrer Großmutter, die sie eigentlich für tot hielt. Sie fliegt nach Florida und mietet sich bei Ella (Shirley MacLaine) in ihrem Altersheim ein. Die beiden kommen sich näher, und Maggies neue Aufgaben in der Rentner-Community machen einen neuen Menschen aus ihr. Rose derweil schmeißt ihren Job, wird Hundesitterin und verlobt sich schließlich mit einem ehemaligen Kollegen. Aber sie kommt über den Zwist mit ihrer Schwester nicht hinweg und folgt ihr schließlich nach Florida.

    Erst mit dem Auftauchen von Shirley MacLaine zeigt sich das feine Gespür von Curtis Hanson für seine Figuren so richtig. MacLaines emotionale Weisheit, die schwer an „Zeit der Zärtlichkeit“ und „Magnolien aus Stahl“ erinnert, ist nach wie vor herzzerreißend. So herzzerreißend, dass Drehbuchautorin Susannah Grant („Erin Brockovich“) Maggie wenig Zeit lässt, ihr zu widerstehen: Cameron Diaz‘ Oberzicke wird mit dem Publikum in kürzester Zeit – und vielleicht etwas zu schnell – weichgeklopft und rehabilitiert. War sie als egozentrisch-dümmliches Partygirl total glaubwürdig, vermisst man so mit ihrem Wandel etwas die damit verbundene notwendige Tiefe. Stattdessen wird in der zweiten Hälfte des Films viel Zeit darauf verwendet, den Zuschauer mit einigen munteren Senioren zum Schmunzeln zu bringen und mit einem kitschig-romantischen Finale endgültig zu entwaffnen. Die größte Überraschung an „In den Schuhen meiner Schwester“ mag in diesem Sinne sein, dass Curtis Hanson eine so überaus konventionelle Komödie gedreht hat, der womöglich die außergewöhnlichen Ideen und unerwarteten Emotionen fehlen, die man sich von dem Regisseur eigentlich erwartet. Was nicht heißen soll, dass „In den Schuhen meiner Schwester“ nicht zielgenau das erreicht, was er sich vorgenommen hat. Das vor allem weibliche Mainstream-Publikum wird diese Hochglanz-Soap-Opera und höchst emotionale Adaption von Jennifer Weiners extrem populären Roman sicherlich verschlingen wie die Vorlage, die über Monate in den Bestsellerlisten ganz weit oben geparkt war. deg.

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