Filmhandlung und Hintergrund

Die Verfilmungen der „Taunuskrimis“ von Nele Neuhaus wurden erst dann richtig gut, als sich das ZDF entschlossen hat, die Romane als jeweils zu Jahresbeginn ausgestrahlte Zweiteiler produzieren zu lassen (2016: „Böser Wolf“, 2017: „Die Lebenden und die Toten“). Beide Male gelang es Marcus O. Rosenmüller, 180 Minuten lang zu fesseln. Mit der achten Produktion, „Im Wald“, ist nun der bislang letzte Roman der „Bodenstein...

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Kritikerrezensionen

  • Die Verfilmungen der „Taunuskrimis“ von Nele Neuhaus wurden erst dann richtig gut, als sich das ZDF entschlossen hat, die Romane als jeweils zu Jahresbeginn ausgestrahlte Zweiteiler produzieren zu lassen (2016: „Böser Wolf“, 2017: „Die Lebenden und die Toten“). Beide Male gelang es Marcus O. Rosenmüller, 180 Minuten lang zu fesseln. Mit der achten Produktion, „Im Wald“, ist nun der bislang letzte Roman der „Bodenstein & Kirchhoff“-Reihe verfilmt. Qualitativ sind die drei Stunden jedoch ein Rückschritt.

    Während die beiden anderen Zweiteiler keine Minute zu lang waren, ist diesmal der zweite Teil voller Redundanzen, als gelte es, auch jene Zuschauer mitzunehmen, die den ersten verpasst haben. Dabei ist die Handlung wieder von einer Komplexität, die die doppelte Filmlänge rechtfertigt; das Drehbuch stammt erneut von Anna Tebbe, die mit Ausnahme von „Die Lebenden…“ die Vorlagen zu allen Rosenmüller-Taunuskrimis geliefert hat. Der große Reiz ihrer Geschichte, die ausdrücklich nur „auf Motiven“ des Romans basiert, liegt nicht zuletzt in der persönlichen Betroffenheit von Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann). Nach der spektakulär gefilmten Ermordung eines Mannes - ein Wohnwagen explodiert - wird der Leiter der Kripo Hofheim mit den Gespenstern seiner Kindheit in dem Taunusdorf Waldhain konfrontiert: Das Verbrechen ist bloß der Auftakt zu einer Mordserie, die offenbar mit einem Ereignis in Bodensteins Kindheit zu tun hat; damals ist sein bester Freund Artur, ein Kind russlanddeutscher Einwanderer, spurlos verschwunden. Bodenstein ahnt diesen Zusammenhang zwar, aber belegen kann er ihn nicht; Pia Sander (Felicitas Woll) hält ihn ohnehin für befangen, schließlich führen sämtliche Nachforschungen zu Menschen, die der Kollege sein Leben lang kennt.

    Erwartungsgemäß erzählen Tebbe und Rosenmüller die Geschichte auf zwei Ebenen: hier die Gegenwart, dort die Vergangenheit, die der Regisseur in verwaschenen Farben zeigt. Clever ist auch die Idee, die Spuren damals wie heute zum gleichen Verdächtigen führen zu lassen. In Wirklichkeit ist der einstige Fußballtrainer Leonard Keller (Hannes Wegener) jedoch die tragische Figur der Geschichte. Als er gleich zu Beginn in einer Rückblende das erste Mal auftaucht, setzt ihm seine Freundin Patrizia (Stephanie Japp) ein Bolzenschussgerät an den Kopf. Er hat den angeblichen Suizidversuch zwar überlebt, ist fortan jedoch schwer behindert; 35 Jahre später will ihm der wahre Mörder erneut seine Taten in die Schuhe schieben.

    An der Handlung liegt es ohnehin nicht, dass „Im Wald“ dennoch nicht überzeugt; das Problem ist das Personal. Abgesehen vom festen Ensemble gibt es eineinhalb Dutzend Mitwirkende, entsprechend viele Namen schwirren durch die Gespräche der Ermittler; es ist daher gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Aus Sicht von Krimi-Fans etwas enttäuschend ist auch die Tatsache, dass Zuschauer dem Mörder früh auf die Schliche kommen können: Von den vielen durch bekannte Schauspieler verkörperten Einheimischen, die zunächst nur kurz auftauchen, gehört ein einziger im zweiten Teil nicht zum Kreis der Verdächtigen. Es sind ohnehin nicht alle prominenten Episodendarsteller wirklich überzeugend. Sehenswert ist allerdings die Bildgestaltung (Kamera: Marcus Kanter) mit den immer wieder nur für winzige Momente eingestreuten optischen Bruchstücken, und die elektronische Musik (Florian Tessloff) tut alles, um den Film mit der nötigen Thriller-Atmosphäre zu versehen. tpg.

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