Im Sommer wohnt er unten

  1. Ø 4.7
   2015

Im Sommer wohnt er unten: Familienkomödie um zwei ungleiche Brüder, die sich unerwartet ein Ferienhaus teilen müssen.

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Filmhandlung und Hintergrund

Im Sommer wohnt er unten: Familienkomödie um zwei ungleiche Brüder, die sich unerwartet ein Ferienhaus teilen müssen.

Das Ferienhaus der Familie Landberg liegt an der Atlantikküste Frankreichs. Gemeinhin handelt es sich um einen Ort der Entspannung und Sinnlichkeit. Damit ist es vorerst jedoch vorüber, muss das Haus nun zwei Brüder aushalten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Denn während David (Godehard Giese) die Fußstapfen seines Vaters eingenommen hat und ein Experte des Finanzwesens geworden ist, zeigt Bruder Matthias (Sebastian Fräsdorf) kein besonderes Interesse an Geld. Er ist nachdenklich und ihm ist mehr an einem entspannten Leben gelegen. David ist es, der sich gezwungen sieht, den Urlaub mit seiner Frau Lena (Karin Hanczewski) nach vorn zu verlegen. Da sich David und Matthias für gewöhnlich mit der Nutzung des Hauses abwechseln, kommt es also dazu, dass beide sich das Haus nun für eine gewisse Zeit teilen müssen. Matthias, seine Freundin Camille (Alice Pehlivanyan) und deren Sohn Etienne (William Peiro) treffen somit auf David und Lena, was dadurch, dass sich die beiden kleinen Familien kaum kennen, zu einem unvertrauten Miteinander führt. Die ersten Probleme scheinen sich bereits aufzutun, gilt doch David als strikter Verfechter fester Regeln im Zusammenleben. Das ist nicht nur vollkommen dem Lebensentwurf Matthias‘ entgegengesetzt, vielmehr stößt es bei Davids Freundin Lena schlicht auf Ablehnung, hat diese doch ein Temperament jenseits von familiären Zwängen. Während sich Matthias also zu Beginn den Regeln unterordnet, die ihm sein Bruder auferlegt, ist seine Freundin entschieden dagegen und legt sich gehörig mit dem Alphamännchen David an, was die allgemeine Stimmung noch mehr erhitzt als ohnehin schon. „Im Sommer wohnt er unten“ eröffnete der Sektion Perspektive Deutsches Kino der Berlinale 2015.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Bei seiner sommerlich leichten (Familien-)Komödie begeistert Regie-Debütant Tom Sommerlatte mit authentischen Figuren, pointierten Dialogen und gutem Culture-Clash-Humor.

    Einige schöne Festivalauszeichnungen, darunter den Filmkunstpreis 2015 von Ludwigshafen, konnte Tom Sommerlatte für sein Langfilmdebüt gewinnen. Und das kommt nicht von ungefähr, erweist sich der 30-jährige Filmemacher, der sich zunächst als Schauspieler versuchte und 2014 erstmals mit dem Kurzfilm “Auf den Hund gekommen” als Regisseur aufhorchen ließ, als versierter Autor pointierter Dialoge, exzellenter Virtuose bei der Führung seines Darsteller-Ensembles und ausgezeichneter Geschichtenerzähler.

    “Im Sommer wohnt er unten” erzählt von einem ganz normalen Familien-Twist. Zwei ungleiche Brüder, ein zielgerichteter Karrierist (Godehard Giese als hochnäsiger Kotzbrocken) und ein notorischer Arbeitsverweigerer (Sebastian Fräsdorf als wandelnde Schlaftablette), treffen gemeinsam mit ihren Partnerinnen (Karin Hanczewski als scheues Mauerblümchen sowie Neuentdeckung Alice Pehlivanyan als temperamentvolle Gallierin) im aparten Ferienhaus an der französischen Atlantikküste aufeinander. Statt ein paar friedliche Urlaubstage zu verbringen, beginnt man sich gegenseitig auf den Wecker zu gehen, werden kulturelle Animositäten – die Freundin des Taugenichts ist Französin – zelebriert, Geschlechterkämpfe ausgefochten und immer wieder Schwächen des jeweiligen Gegenübers bloßgelegt. Zudem paktiert mal der eine mit dem anderen und umgekehrt.

    Diesem Schauspiel zuzusehen, macht vor allem deshalb so großem Spaß, weil alle fünf – die Französin hat bereits einen Sohn – Darsteller in ihren Rollen aufgehen und sie mit großer Lust und erfrischend unverbraucht wirkender Spielfreude darbieten. Der Culture Clash findet auch auf der Sprachebene seine Entsprechung, wird hier doch Deutsch, Französisch und English kunterbunt durcheinander parliert, was zusätzlichen Wortwitz garantiert. Obwohl der Humor oft in beißende Ironie, ja Sarkasmus abdriftet, bleibt der Film sommerlich leicht und komödiantisch. Was auch daran liegt, dass Sommerlatte seine Figuren trotz all ihrer Schwächen und Defizite niemals denunziert, diese mit der Kamera vielmehr liebevoll umschmeichelt. “Im Sommer wohnt er unten” ist kein Bombastkino, sondern ein kluger, leiser Film, der bis ins kleinste Detail stimmig ist und ein Höchstmaß an Authentizität besitzt. Zu gerne möchte man mehr Werke dieser Art sehen. lasso.

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