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Im Land der Stille

Kinostart: 04.09.1997

Filmhandlung und Hintergrund

Vielfach ausgezeichnete Lektion in dokumentarischer Diskretion über die eigene Welt und Kultur von Gehörlosen.

Nicolas Philibert dokumentiert den Alltag von Gehörlosen aller Altersstufen, indem er sie in der Schule, bei der Arbeit und bei Freizeit-Aktivitäten beobachtet. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf ihrer Art der Kommunikation - voller Leichtigkeit und Lebhaftigkeit untereinander und die viel schwierigere mit den Hörenden.

Vielfach ausgezeichnete Lektion in dokumentarischer Diskretion über die eigene Welt und Kultur von Gehörlosen.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Im Land der Stille: Vielfach ausgezeichnete Lektion in dokumentarischer Diskretion über die eigene Welt und Kultur von Gehörlosen.

    Nicht nur vom Titel her erinnert Nicolas Philiberts einzigartiger Dokumentarfilm an Caroline Links „Jenseits der Stille“: Auch der französische Filmemacher plante ursprünglich einen Spielfilm über Gehörlose, für den er aber keine Geldgeber fand. Erst Jahre später entdeckte der Schüler von Alain Tanner und Claude Goretta einen Weg, in jene fremde Welt der Stille aufzubrechen, die dem Kino so nahe ist und doch so ferne liegt.

    Nicolas Philibert ist für sein detektivisches Sprachgefühl bekannt, das ihm in seinem Debütfilm (einer subtilen Studie über die Sprachgepflogenheiten französischer Industrieller) viel Ärger bescherte. Um die Kommunikation Gehörloser besser verstehen zu können, besuchte er selbst eine ihrer Schulen - und traf auf Jean-Claude Poulain, der ihm die Ohren verstopfte, dafür aber die Augen öffnete. Der quicklebendige Gebärdensprachlehrer vermittelte ihm mit spielerischem Schalk, daß „taub“ weder „stumm“ noch „behindert“, sondern nichts anderes als eine, den Nichttauben fremde, andere Sprache bedeutet.

    Dieser Erkenntnis wird sich auch kaum ein Zuschauer entziehen können, der sich Philiberts nahezu wort- und geräuschloser Expedition anschließt. Je länger er nämlich den Alltagsgesprächen, Dialogen und Diskussionen der Gehörlosen folgt, desto mehr schärft sich sein eigener visueller Sinn, bis man einzelne Gesten und Phrasen zu verstehen glaubt. Die Kamera versammelt dabei nicht nur Gehörlose aller Altersstufen und beobachtet sie in der Schule oder am Arbeitsplatz. Sie läßt ihren ausdrucksstarken Gegenüber stets auch so viel Raum, daß jeder Anflug von Mitleid oder exotischem Voyeurismus im Keim erstickt. Selbst wenn sich in einzelnen Szenen gelegentlich Längen einschleichen, läuft diese sympathische Erkundung nie Gefahr, in distanzierte Aufklärung abzugleiten. „Helden“, wie der kleine Frédéric oder Poulain mit den magischen Händen, hätten es verdient, via Mundpropaganda mehr als einem Spezialpublikum bekannt zu werden.

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