Im Feuer

  1. Ø 4
   2004
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Im Feuer Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Im Feuer: Actiondrama um einen in den Flammen eingeschlossenen Familienvater, der sein Leben als Feuerwehrmann Revue passieren lässt, während er auf Rettung wartet.

In zehn Jahren voller Abenteuer, Anekdoten und tragischer Momente ist Feuerwehrmann Jack Morrison (Joaquin Phoenix) aus Baltimore vom Rookie und jungen Luftikus zum allseits anerkannten Einsatzleiter und Familienvater herangereift, stets gefördert und unterstützt von seinem Freund, Mentor und Vorgesetzten, Captain Mike Kennedy (John Travolta). Jetzt liegt Morrison eingeklemmt unter Trümmern im Schuttchaos eines brennenden Gebäudekomplex und lässt in der Hoffnung, dass seine Kameraden eher bei ihm sind als das Feuer, sein Leben noch einmal Revue passieren.

Ohne Thriller-Plot und aufgesetztes Pathos singt Hollywood das effektvolle Hohelied vom Feuerwehrmann, Amerikas aktuellem Helden der Nation, in einem fesselnden Männerdrama in bester John-Ford-Tradition.

Jack Morrison ist glücklich verheiratet, zweifacher Vater und Feuerwehrmann aus Leidenschaft. Als er während eines Einsatzes in einem brennenden Gebäudekomplex von einem Sturz verletzt und durch herabgestürzte Trümmer von seiner Truppe isoliert wird, driftet er in Erinnerungen ab. Blickt zurück, wie er seinen Mentor Chief Kennedy und schließlich auch seine Frau kennen lernte.

Jack Morrisson gehört zur Einheit 49, einer Truppe von Feuerwehrmännern, die sich täglich in gefährliche Situationen begeben, um das Leben vieler Menschen zu retten. Deshalb müssen die Ehefrau sowie die beiden Kinder oft ohne Jack auskommen. Eines Tages verletzt er sich bei einem Einsatz in einem brennenden Gebäude und wird von seinen Leuten isoliert. Während er auf Rettung wartet, lässt Jack sein Leben Revue passieren – erinnert sich an seinen Mentor Chief Kennedy, seine Gattin und alles andere, was ihm wichtig war und ist.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Seit den 70er Jahren hat sich der sogenannte Antikriegsfilm gegen den Kriegsfilm weitgehend durchgesetzt. Filme wie „Apocalypse Now“ oder „Der Soldat James Ryan“ zeigen anstatt glänzender Helden gebrochene Figuren: Männer, die an der unerträglichen Realität zu zerbrechen drohen. Nicht Heroisierung, sondern differenzierte Charakterzeichnungen zeichnen diese Filme häufig aus. Seit dem 11. September, dem Tag, als in New York Feuerwehrmänner in den einstürzenden Twin Towers ums Leben kamen, wird der gesamte Berufsstand in den U.S.A. als Nationalhelden im Kampf gegen den Terror gefeiert. Auch „Im Feuer“ schlägt in diese Kerbe. Der Film beschwört Pathos und Heldentum auf eine Weise, die einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. „Im Feuer“ gleicht in vielen Punkten patriotischen Kriegsfilmen. Die melodramatische Musikdramaturgie unterstreicht diesen Eindruck, mit keltischen Elementen angereichert und bisweilen fast grotesk überzogen, unterstreicht sie pathetisch die ohnehin schon hochemotionale Erzählung.

    Schicksal, Bestimmung, Aufopferung – das sind die Kräfte, die die Figuren „Im Feuer“ vorantreiben. Es bleibt ihnen keine Zeit zur Reflexion, sie tun, was getan werden muss, denn das Feuer ist ganz ohne Zweifel ein Feind des Menschen, der kein Mitleid verdient. Auf eine beunruhigende Weise spiegeln sich in diesen schlichten Annahmen die Grundprinzipien der gegenwärtigen amerikanischen Außenpolitik, die eine klare Linie zwischen guten und bösen Staaten zieht, und die alles, was sie für böse hält, mit eiserner Härte zerstört. In diesem Zusammenhang sollte man auch „Im Feuer“ betrachten, als einen propagandistischen Film in einer langen amerikanischen Tradition, deren Ziel schon immer die Manipulation des öffentlichen Bewusstseins zu Krisenzeiten gewesen ist. Denn die Tugenden, die dieser Film als erstrebenswert propagiert, sind letztlich soldatische: Stolz, Treue, Patriotismus.

    Fazit: Die Pyrotechnik befindet sich auf dem neuesten Stand, doch die simple moralische Botschaft ist von gestern.
  • Seit der Twin-Towers-Tragödie sind Feuerwehrmänner die neuen „Untouchables“: mutige, moralische Persönlichkeiten, die sich mit ihrem Leben für andere einsetzen. „Einheit 49“ zollt diesen Idealisten mit einem Blick auf Alltag, Einsätze und Privatleben Tribut. Ohne exzessives Helden-Pathos, aber mit Action, Emotionen und Humor, was in Koalition mit der Zugkraft von John Travolta und Joaquin Phoenix für einen soliden Hit sorgen könnte.

    „Backdraft“ bediente sich mit einem Feuerteufel noch eines Thrilleraspekts, um die Spannung anzuheizen. „Einheit 49“ verzichtet auf Geschmacksverstärker, will nicht wie „Frequency“ das Milieu nur als Rahmen nutzen oder wie „The Guys“ als Kammerspiel die Wunden einer Nation ansprechen. Das Skript von Lewis Colick, der schon Travoltas Thriller „Tödliches Vertrauen“ schrieb, versucht eine humorvolle Annäherung an diese John-Ford-ähnlichen Männercliquen und ein realistisches Porträt ihrer Arbeit, in der trotz aller Routine die Angst ständiger Begleiter ist. Es ist ein dramaturgisch konventioneller Ansatz mit einem Zentralkonflikt, Nebenschauplätzen und Rückblenden, aber trotzdem wirkungsvoll. Themagerecht steht ein Rettungsmotiv im Vordergrund, das den Film antreibt, während er immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart surft. Hilfe benötigt hier der, der sie sonst anderen zukommen lässt. Nachdem Firefighter Jack (Phoenix) bei einem schwierigen Einsatz einem Mann das Leben rettet, wird er selbst nach Explosion und tiefem Fall von herabstürzenden Trümmern schwer verletzt. Während er, irgendwo im Schuttchaos eines brennenden Gebäudekomplexes isoliert, hofft, dass ihn seine von Chief Kennedy (Travolta) geführte Einheit schneller erreicht als das Feuer, führen ihn Erinnerungen zurück zu den Anfängen in der Truppe, zu den Ritualen, zum Zusammenhalt, den Freunden, die er an die Flammen verlor, aber auch zur Ehefrau (Jacinda Barrett), deren Herz er mit Hilfe eines Kollegen gewann. Immer wieder sieht man Action-intensive Einsätze, die mit Wackeloptik und überzeugendem Soundmix authenthisch wirken, ohne den Effektbombast von „Backdraft“ in Anspruch nehmen zu müssen. Zehn Jahre durchlebt der Film in wenigen Minuten, macht die Motivation Jacks, aber auch die Ängste seiner Frau deutlich, die mit ihren Kindern jedem Tag mit dem Schlimmsten rechnen muss. Überdramatisiert werden familiäre Konflikte nicht. Sie gehören zu diesem Leben, enden mit Versöhnung oder Verdrängung. Phoenix hat starke emotionale Momente in diesen Szenen, in diesem Film, der sogar eine potenziell kitschig-sentimentale Sequenz in einer Weihnachtsmesse zu einem berührenden Augenblick menschlichen Innehaltens macht. Travolta spielt den Mentor und Freund, gibt sich mit einer Nebenrolle zufrieden und ruht darin mit Charisma und Humor. Natürlich wirkt die Gemeinschaft der Feuerwehrmänner extrem harmonisch und verschworen, liefert nur Robert Patricks Figur einen „Touch of Evil“. Natürlich sind die Frauen hier Bankdrücker, aber wie der Film insgesamt zumindest eingefasst in einen realistischen Kontext. Jennifer Jason Leigh dagegen hatte in „Backdraft“ Sex auf dem Dach eines Feuerwehrwagens und Partner Billy Baldwin nicht einen Moment Zugang zu tieferen Emotionen. Nicht nur deswegen kann und muss man „Einheit 49“ ernster nehmen, ohne zu befürchten, hier nicht unterhalten zu werden. kob.

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