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Fakten und Hintergründe zum Film "Im Alter von Ellen"

Kino.de Redaktion |

Im Alter von Ellen Poster

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Über die Produktion

Am Anfang von Ellens Geschichte bricht alles, was ihr die nötige Sicherheit für ein Leben im Alltag gibt, nach und nach weg. Einem spontanen Impuls folgend, verschwindet sie. Wie bei vielen Menschen unserer modernen Gesellschaft wird das Gerüst ihrer Existenz von dünnen Fäden zusammen gehalten. Ein kleiner Ruck genügt und sie zerreißen. Zwangsläufig wird Ellen zum Vehikel einer gewissen emotionalen und existentiellen Verschiebung.

Während sie so in eine unbestimmte Zukunft reist, geht Ellen ihrer Unsicherheit auf ungewöhnliche und optimistische Art zuleibe. Es ist diese Unsicherheit, die sie nach etwas suchen lässt, das sie an Familie und die Wärme der Zusammengehörigkeit erinnert. Interessanterweise findet Ellen diese Familie an den unbequemsten Orten. Die zusammen gewürfelte Gruppe junger Leute, der sie sich anschließt, ist weit entfernt von ihrer bisherigen Erfahrungswelt.

Für Ellen jedoch ist es die stillschweigende Verbindung zu Karl, die sie in die Gruppe von Tierschützern holt. IM ALTER VON ELLEN ist aber kein Film über eine Frau, die mit Einsamkeit zu kämpfen hat, sondern viel mehr ein Film über menschliche Beziehungen. Dies spiegelt sich im Verhalten von Ellens „Ersatzfamilie“ wieder.

Eines der Themen des Films ist, wie sich jemand in der heutigen Zeit ein Fundament bzw. einen Sinn schafft. Dinge, die uns eine gewisse Stabilität verleihen, wie Familienstrukturen, Kirche oder ein Heimatort, an dem man sein Umfeld über mehrere Generationen kennt, scheinen sich aufzulösen. Beziehungen scheinen eher vergänglich zu sein. Das Gefühl, sich an eine einzige Person zu binden, ist verpufft.

Ich denke, dass es für eine Frau im Alter von Ellen, die an einem Punkt gelangt, an dem sie ihr Leben neu definieren muss, ein interessanter Prozess ist. Nichts kann als selbstverständlich genommen werden. Es könnte zu spät sein, um sich niederzulassen und eine Familie zu gründen im traditionellen Sinn. Es war sehr wichtig, dass der Charakter optimistischer Natur ist, selbst wenn die Umstände schwer sind. Ellen ist gezwungen, offener zu werden, um voranzukommen.

In der Beziehung zu Florian waren Verpflichtungen wichtig. Dagegen sind Karl und Ellen so unterschiedlich, dass diese Bedingungen nicht zwingend sind, und für einen kleinen Moment fühlt sie für jemanden etwas, das vielleicht bedingungslos ist. Dennoch ist es nicht statisch und sie ist intelligent genug, um sich weiter zu bewegen, bevor daraus etwas werden kann.

Obwohl Karl jung ist, ist er erfüllt von radikalen Standpunkten, für die er – wie andere auch- zu kämpfen bereit ist. Es ist der Kontrast zwischen Ellens bürgerlichem Leben, aus dem sie auftaucht, und der Randexistenz, in die sie eintaucht, der die beabsichtigte Sinnlichkeit und Verletzlichkeit ihres Charakters unterstreicht und ihr so die Möglichkeit verschafft, zu wachsen. Auf diese Weise wird ihre innere Entwicklung am Ende sichtbar. Interessant ist hier für mich die Entwicklung, die ein Charakter durchläuft, wenn er mit Umständen konfrontiert wird, wie sie Ellen begegnen.

Dies ist kein Film, in dem es darum geht, wie man alles richtig macht. Nein, es ist vielmehr die sehr persönliche Reise von jemandem, der versucht, einen Sinn in einer komplexen und widersprüchlichen Welt zu finden. Der Film bezieht keinen politischen Standpunkt, vielmehr bemüht er sich - ohne erhobenen Zeigefinger - Einblicke in Lebensweisen und Gedankenwelten zu vermitteln und herauszufinden, warum Menschen sich für bestimmte Lebenswege entscheiden.

Was die Tierschützer angeht, so bin ich der Ansicht, dass die Ambivalenz ihrer Sache klar sein muss. Ihre Arbeit steht im Dienste einer guten Sache, ein Tier ist in seinem Grundwesen unschuldig. Es kann sich nicht selbst verteidigen oder der Behandlung zustimmen, der es ausgesetzt wird. Und agiert die Gruppe in der Begeisterung für ihren Idealismus nicht grenzüberschreitend? Der Film stellt die Frage: Wann wird etwas Gutes zu wollen - zu schlechtem Handeln?

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Im Alter von Ellen"

    Kino.de Redaktion05.11.2012

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  • Tragikomödie "Im Alter von Ellen" von Pia Marais

    Ehemalige BEM-Accounts03.04.2009

    Regisseurin Pia Marais („Die Unerzogenen“) inszeniert als ihren zweiten Spielfilm die Tragikomödie „Im Alter von Ellen“. In der deutsch-französischen Koproduktion spielt Jeanne Balibar („Die Herzogin von Langeais“) eine 43-jährige Stewardess, die plötzlich in eine Lebenskrise gerät. Sie schließt sich einer Gruppe radikaler Tieraktivisten an. Auf der Besetzungsliste stehen auch Sebastian Urzendowsky („Die Fälscher“...