Filmhandlung und Hintergrund

Exzentrische Science-Fiction-Romanze über ein Mädchen, das sich für einen Roboter hält und in ihrer Anstalt in einen jungen Mann verliebt.

Die junge Young-goon (Lim Su-jeong) wächst bei ihrer reichlich verdrehten Großmutter auf und hält sich eines Tages für einen Kampfandroiden, weshalb sie die Nahrungsaufnahme verweigert und sich ein Stromkabel intravenös verlegt. Daraufhin weist sie ihre Familie in eine Nervenheilanstalt ein, wo das schüchterne Mädchen von den ausgewachsenen Psychosen ihrer Mitinsassen verstört wird. Nur Patient Il-sun (Rain) kümmert sich um sie und will ihren drohenden Hungertod verhindern.

Fantasiereiches Märchen aus den Händen von Rachegott Park Chan-wook („Old Boy„), der hier auf Gewalt verzichtet und einen wunderbar verrückten Festivalhit mit Anleihen bei Gondry und Lynch abliefert, bei dem eine zarte Dame übers Kuckucksnest fliegt.

Das junge Mädchen Goon hält sich für einen Kampfroboter und wird deshalb in eine Anstalt eingewiesen. Dort hält sie die Ärzte auf Distanz und verweigert das Essen, das ihrer Mechanik Schaden zufügen könnte, bis sie den jungen Soon kennenlernt und sich in ihn verliebt. Auch er ist nicht von ungefähr in der Anstalt: Er ist überzeugt davon, die Seelen und Angewohnheiten anderer Menschen anzunehmen.

Goon hält sich für einen Kampfroboter und wird deshalb in eine Anstalt eingewiesen. Dort verweigert sie das Essen, welches, wie sie glaubt, ihrer Mechanik bleibenden Schaden zufügen könnte. Dann lernt sie den jungen Soon kennen und verliebt sich in ihn. Auch er ist nicht von ungefähr in der Anstalt: Er ist überzeugt davon, die Seelen und Angewohnheiten anderer Menschen anzunehmen. Gemeinsam stellen die beiden fest, dass man nur einander braucht, um in einer feindseligen Welt zu bestehen - und dass der Glaube Berge versetzt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Eines kann man Regisseur Park Chan-Wook sicherlich nicht vorwerfen, und das wäre ein Mangel an Fantasie. Schließlich liefert er den Zuschauern in seinem neuesten Film geradezu ein Feuerwerk kreativer Einfälle. Doch „I’m a Cyborg, but that’s OK“ ist weit mehr als ein farbenprächtiges und ästhetisch durchdesigntes Science-Fiction-Märchen.

      Unter die glänzende Oberfläche seines Films, der bereits visuell einen Genuss darstellt, bettet Park Chan-Wook die sensibel erzählte Geschichte eines jungen Mädchens, die sich einen ganz eigenen Weg sucht, um mit ihrem Leben und der sie umgebenden Welt fertig zu werden. Familientragödie, Gesellschaftskritik und Liebesgeschichte treffen hier aufeinander, um in der zerbrechlichen Welt, die sich die Patienten selbst geschaffen haben, die seltsamsten Blüten zu treiben.

      Was läge näher, als sich nach der Erfahrung absoluter Ohnmacht nach Sicherheit und Macht zu sehnen? Dementsprechend nachvollziehbar ist Young-goons tiefer Wunsch nach einer Identität, die es ihr zumindest in der Fantasie ermöglicht, alle repressiven Elemente der sie umgebenden Welt mühelos zu beseitigen.

      Um ihrer Wut auf die Ärzte und dem Schmerz über den Verlust der Großmutter ein Ventil zu geben, lebt Young-goon ihre Allmachtsfantasien in einer Welt aus, die sie sich selbst kreiert hat. Dabei entsteht aus ihren Handlungen eine geradezu surreale Komik. Unterstützt wird dieses unterhaltsame Ambiente durch eine Kamera, die sich inmitten der Anstalt bisweilen selbst ziemlich verrückt gebärdet.

      Gesellschaftskritik klingt vor allem bei der Betrachtung der Patientenleiden an. Sie sind Ausdruck von gesellschaftlichem Druck, Versagensängsten, Überforderung und dem Wunsch nach normgerechter Anpassung. Und so findet sich hier das junge Mädchen, das seit dem Versagen bei einem Vorsingen keinen direkten Augenkontakt mehr erträgt oder der Patient, dessen Leben durch den Drang, ununterbrochen zu salutieren, stark eingeschränkt wird.

      Die Angst, in der Anonymität der Masse zu verschwinden spiegelt sich dagegen in der Verhaltensauffälligkeit Il-soons wieder. Seine Angst vor dem Verschwinden versteckt er hinter auffälligen Masken und jede Art, Aufmerksamkeit zu erregen, ist ihm willkommen. Das gleiche ließe sich auch für den Film selbst behaupten. Zumindest kann davon ausgegangen werden, dass er für längere Zeit im Gedächtnis der Zuschauer bleiben wird.

      Fazit: „I’m a Cyborg, but that’s OK“ ist surreal, tragikomisch und überaus fantasievoll erzählt. Ein Film, bei dem man den Hintergrund niemals aus den Augen verlieren sollte.
    2. I'm a Cyborg, But That's OK: Exzentrische Science-Fiction-Romanze über ein Mädchen, das sich für einen Roboter hält und in ihrer Anstalt in einen jungen Mann verliebt.

      Originelle, verspielte und schräg romantische Liebesgeschichte mit SF-Zitaten als Groteskversion von „Einer flog über das Kuckucksnest“.

      Mit dem Alfred-Bauer-Preis der Berlinale für einen Film, der neue Perspektiven der Filmkunst aufzeigt, ausgezeichnet, war der Film des Koreaners Park Chan-wook, bei uns mit der Rachtetrilogie „Mr. Vengeance“, Old Boy“ und „Lady Vengeance“ bekannt, der verrückteste des Festivals. Keine Beschreibung wird der in einer Irrenanstalt spielenden, vor Einfällen übersprühenden Liebesgeschichte gerecht, deren Reichtum an Farben, Ausstattung, Dekormalerei, verspielten Zitaten und zauberhaft gespielten Liebesszenen ihresgleichen sucht.

      Die Vorspannsequenz, eine Verbeugung vor Chaplins „Moderne Zeiten“ und „Metropolis“, führt die Heldin Young-gun (Lim Soo-jung) als Fließbandarbeiterin ein, die in der Fabrik verrückt wird, sich für einen Cyborg hält, an die Steckdose anschließt und im Asyl landet. Im gleißend hellen Licht der Anstalt spricht sie mit Maschinen, Uhren und Geräten, lernt andere Patienten kennen und mäht in Fantasieszenen, die von „Terminator 1“ bis zu John Woos Meisterwerk „Hard Boiled“ (Showdowns in der Klinik) vergnüglich Massaker zitieren, mit aus ihren Roboter-Fingerspitzen ausgefahrenen Maschinengewehrmündungen Ärzte und Personal in weißen Kitteln nieder: eine schön bizarre Revolution.

      Im Zentrum steht die Liebesgeschichte zwischen Young und dem Meisterdieb mit Haargeweih Il-soon (Jung Ji-hoon, in Asien als Popstar Rain ein Name), der anderen ihre Begabungen stiehlt. Ihm gelingt es, der an Batterien leckenden Young das Leben zu retten und ihr Herz zu gewinnen. Die Liebesszenen im Heizungskeller, bei einer Operation am Rücken und mit Hörgeräten und Drähten an Wänden sind so verspielt wie in Michel Gondrys „Science of Sleep“ und führen mit hinreißenden Jodlern als Liebeswerbung direkt in die Schweiz als Fluchtort der Fantasie. Bei der Preisverleihung wandte sich Park, einer der besten Regisseure der Welt, galant entschuldigend an seine Ehefrau mit „Ich bin ein Filmregisseur, aber das macht nichts.“ ger.

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    • Berlinale 2007: "I'm A Cyborg But That's OK"

      Das Drama I’m A Cyborg But That’s OK des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook (Lady Vengeance) wird bei den 57. Internationalen Filmfestspielen von Berlin, die vom 08. bis 18. Februar stattfinden, seine internationale Premiere feiern. Der Film handelt von einer jungen Frau, die sich für eine Cyborg Kriegerin hält und sich deshalb in psychiatrische Behandlung begibt. Dort verliebt sie sich in einen Mann, der angeblich...

      Kino.de Redaktion  

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