Filmhandlung und Hintergrund

Romantic Comedy um eine Schornsteinfegerin.

Schornsteinfegerin Lilly ist überzeugt: Glück in der Liebe gibt es nur, wenn die Interessen zu 95 Prozent übereinstimmen. Kai hat deshalb nicht den Hauch einer Chance, bei ihr zu landen: Lilly reagiert fast allergisch auf den Schnösel. Dafür hilft sie Freundin Sabine, die sich Hals über Kopf in ihn verknallt hat, aber kein Wort rauskriegt, wenn sie vor ihm steht. Bei einer gemeinsamen Landpartie aber hat Kai nur Augen für Lilly.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ich steig' Dir aufs Dach, Liebling: Romantic Comedy um eine Schornsteinfegerin.

    Die Menschen haben in der Regel ganz bestimmte Vorstellungen von Traummann und Traumfrau. Lilly zum Beispiel ist überzeugt, partnerschaftliches Glück sei nur bei einer 95-prozentigen Übereinstimmung der Interessen möglich. Deshalb kommt sie gar nicht erst auf die Idee, Kai auch nur den Hauch einer Chance zu geben. Lilly ist Schornsteinfegerin, liebt es, katzengleich auf den Dächern Berlins herumzuturnen und nimmt es mit den Vorschriften ziemlich genau. Kai ist Architekt, hat ein eher lässiges Verhältnis zu Paragrafen und überdies Höhenangst. Lilly reagiert geradezu allergisch auf den etwas schnöseligen Typen, womit das Drehbuch die beste Basis für eine romantische Komödie geschaffen hat, denn natürlich fragt man sich nun: Wie mag es der Geschichte gelingen, aus diesen denkbar gegensätzlichen Figuren ein Paar zu machen?

    Zunächst mal bedient sich Autorin Carolin Hecht bei Edmond Rostand: Die hübsche Lilly (Mira Bartuschek), in deren Leben die Liebe ohnehin keinen Platz hätte, macht für ihre allerbeste Freundin Sabine (Wolke Hegenbarth) den Cyrano de Bergerac. Sabine ist eine Kollegin von Kai (Steffen Groth) und hat sich auf Anhieb in ihn verknallt, kriegt aber keinen ganzen Satz über die Lippen, wenn sie ihm gegenübersteht. Beim ersten Date flüstert ihr Lilly per Telefon die passenden Worte ins Ohr. Im Rahmen einer Landpartie soll die Beziehung vertieft werden; Vierter im Bunde ist Schornsteinfeger Stefan (Martin Glade), der Kollegin Lilly zwar freundschaftlich verehrt, aber sein Herz für Sabine entdeckt. Die wiederum hat natürlich bloß Augen für Kai, der ihre reichlich beschwipsten Avancen jedoch ritterlich zurückweist. Er hat sich längst in Lilly verliebt, aber die will nichts von ihm wissen; obwohl sich die beiden so ein schönes (und originell choreografiertes) Tanzduell geliefert haben.

    Katinka Feistl inszeniert die überaus hübsche Geschichte mit viel Tempo und vor allem mit ausgezeichneten Darstellern, die ihre Figuren mit diversen hübschen Nuancen versehen. Mira Bartuschek spielt ihre Rolle derart perfekt, dass es bei einem alles andere als geplanten und ziemlich peinlichen abendlichen Besuch bei Kai tatsächlich so aussieht, als würde Lilly rot werden. Die gemeinsamen Szenen mit Groth und Hegenbarth wiederum leben von wunderbaren Trialogen, die den Film deutlich aus den üblichen Dienstagsromanzen von Sat.1 herausheben. Auch die Nebenfiguren - Sebastian Ströbel als Lillys gehörloser Bruder Lukas sowie Marie Gruber und Hansjürgen Hürrig als verhindertes Liebespaar aus der Nachbarschaft - sind weit mehr als bloß Mitläufer. Carl-Friedrich Koschnick (Kamera) sorgt zudem dafür, dass Berlin stets von seinen besten Seiten zu sehen ist; in seinen Sonnenuntergangsbildern wirken selbst qualmende Schornsteine romantisch. tpg.

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