Ich hab es nicht gewollt - Anatomie eines Mordfalls

  1. Ø 0
   2002
Ich hab es nicht gewollt - Anatomie eines Mordfalls Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Ich hab es nicht gewollt - Anatomie eines Mordfalls: Ein junger Pflichtverteidiger versucht einen psychisch kranken Mörder gegen das vorgefasste Urteil von Öffentlichkeit, Medien, Richter und Staatsanwalt vor der Höchststrafe zu bewahren.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Für den Richter ist der Fall klar, für den Staatsanwalt nur eine Formsache: Sämtliche Beweise sprechen für die Schuld des Angeklagten Sperr (Axel Sichrovsky). Tatsächlich gibt es nicht den Schatten eines Zweifels daran, dass Sperr ein junges Mädchen getötet hat. Der Richter (Jörg Hube) bestellt den völlig unerfahrenen jungen Rechtsanwalt Pohl (Fabian Busch) zum Pflichtverteidiger, um kurzen Prozess zu machen. Ein Gutachter, der die Schuldfähigkeit des Angeklagten bescheinigt, hat mit Sperr zwar kein einziges Wort gewechselt, doch die Öffentlichkeit, natürlich repräsentiert durch eine sensationsgierige Boulevardpresse, will einen Schuldigen. Pohl allerdings macht das abgekartete Spiel nicht mit: Er verlangt einen fairen Prozess für Sperr, der in seinen Augen psychisch krank ist, und gibt ein Gegengutachten in Auftrag, doch der Richter will die erfahrene Psychologin (Franziska Walser) nicht zulassen.

    Grimme-Preisträger Norbert Kückelmann („Abgetrieben“), selbst Strafverteidiger, prangert seit Jahrzehnten mit seinen Filmen gesellschaftliche Missstände an. Fast immer versteht er es dabei, komplexe juristische Sachverhalte packend aufzubereiten. Um so auffälliger sind in diesem Film mit dem etwas schwerfälligen Doppeltitel „Ich hab es nicht gewollt – Anatomie eines Mordfalls“ die unübersehbaren Mängel in der Inszenierung. Selbst ein gestandener Darsteller wie Jörg Hube agiert ungewohnt hölzern und theatralisch. Die Dialoge klingen zudem ziemlich nach Papier. Das gilt zwar auch für die Monologe des jungen Mörders, doch der ist ohnehin eine höchst eigenwillige Schöpfung: ein Kavalier alter Schule, der wie eine Gestalt aus den Fünfzigern erscheint, bis ihm die Sicherung durchbrennt. Doch was bei Sperr plausibel ist, weil er sowieso in einer anderen Welt lebt, sieht bei den anderen Figuren unpassend aus. Mitunter wirkt Kückelmanns Film mit den seltsam steifen Darstellern und ihren lebensfremden Gesprächen mal wie eine Folge der alten Krimiserie „Der Kommissar“, mal wie eine Ausgabe einer nachmittäglichen Gerichtsshow. tpg.

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