Filmhandlung und Hintergrund

Schön subversiver Film über das Nahen des Todes, der von der Liebe zum Theater, Spott über das banale moderne Treiben kündet.

Der gefeierte Theaterschauspieler Gilbert erhält nach der Vorstellung von Eugéne Ionescos „Der König stirbt“ eine tragische Nachricht: Die geliebte Familie kam bei einem Autounfall um. Fortan muss er und seine Haushälterin sich um den kleinen Enkel kümmern. Sein Freund will ihn überreden bei einem englischsprachigen Filmprojekt mitzumachen, doch er kommt mit der Sprache nicht klar.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ich geh' nach Hause: Schön subversiver Film über das Nahen des Todes, der von der Liebe zum Theater, Spott über das banale moderne Treiben kündet.

    In Cannes war er lange für den Darstellerpreis im Gespräch; dass die Jury den wunderbaren Michel Piccoli schließlich für die übermäßig ausgezeichnete „Klavierspielerin“ schändlich überging, sollte zumindest angemerkt werden. Anderseits haben Piccoli und sein 93-jähriger Regisseur Manoel de Oliveira nichts mehr zu beweisen. Große alte Männer von würdevoller Einfachheit, grandiosem Understatement und weisem Humor, legten sie einen schön subversiven Film über das Vergehen und Zurechtkommen mit der Zeit und das Nahen des Todes vor, der von der Liebe zum Theater, Spott über das banale moderne Treiben in der Großstadt Paris und die Stärke von Prinzipien bei wahren Professionellen kündet.

    Der einfach aufgebaute Film, einer der zugänglichsten von Portugals Meisterregisseur, in dessen „Reise an den Anfang der Welt“, der epochale Marcello Mastroianni seine letzte Rolle spielte, konzentriert sich auf den gefeierten Theaterschauspieler Gilbert (Piccoli), der nach dem Ende der Vorstellung von Eugéne Ionescos „Der König stirbt“ eine tragische Nachricht - die geliebte Familie kam bei einem Autounfall um - erhält und sein Leben ordnen muss. In selbstgewählter Klausur widmet er sich dem achtjährigen Enkel, weiter dem Theater und einer täglichen Routine, die zu den originellsten Szenen führt und wie bei Luis Bunuel, Rituale (Stammplatz, Café und Zeitung im Bistro) als unbezahlbar drollig entlarvt. Oder die Kamera konzentriert sich auf zwei Paar Schuhe, deren Besitzer über das Leben diskutieren.

    Gilberts Ideale und Prinzipientreue verweigern Liebschaft und öde TV-Rollen und halten ihn als Prospero im Theater aufrecht. Als er das Angebot eines US-Regisseur annimmt, Buck Mulligan in einer Filmversion von James Joyces „Ulysses“ zu spielen, weicht Piccolis Mienenspiel vor dem Spiegel schweigendem Horror, wenn ihn Perücke und Schnurrbart entstellen. Es ist Zeit für den König zu gehen. Piccolis makellose, bewegende und witzige Schauspielkunst, de Oliveiras minimalistisch konzentrierte Regiekunst und die Hingabe der Schauspieler bis in die kleinsten Rollen (Gastauftritte Catherine Deneuve, Sylvie Testud, John Malkovich) machen „Vou para casa“ zu einem echten Arthouse-Juwel und einem Meisterwerk des europäischen Autorenkinos. ger.

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