Hurensohn

  1. Ø 0
   2003
Hurensohn Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Hurensohn: Österreichisches Milieudrama über die Unmöglichkeit einer Beziehung zwischen einer Prostituierten und ihrem Teenagersohn.

Einst floh Silvija (Chulpan Khamtova) vor dem jugoslawischen Bürgerkrieg nach Wien. Dort wuchs ihr kleiner Sohn Ozren, auf den auch Tante Ljiljana (Ina Gogálová) und Onkel Ante (Miki Manojlovic) aufpassen, zu einem properen Jüngling (Stanislav Lisnic) heran. Er hat allerdings immer noch nicht die geringste Ahnung, womit seine angeblich als Kellnerin tätige, immer noch schöne Mutter allabendlich in Wahrheit ihr Geld verdient. Jetzt aber ist er fest entschlossen, das Geheimnis zu lüften.

“Jenseits von Eden” grüßt aus der Ferne bei diesem stilsicheren, atmosphärisch dichten Familiendrama vom Österreicher Michael Sturminger.

Ozren wächst in Wien als Kind einer jugoslawischen Familie gut behütet von Mutter Silvija, Tante Ljilana und Onkel Ante auf. Doch als er erfährt, dass seine Mutter nicht als Kellnerin, sondern als Prostituierte arbeitet, bricht seine heile Welt zusammen. Silvija merkt, dass sich Job und Sohn nicht mehr vereinen lassen und verlässt den 16-Jährigen. Der macht sich umgehend auf, sie zurückzuholen.

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Kritikerrezensionen

  • Der Titel ist wörtlich zu nehmen, denn der als Baby, als Dreijähriger, mit neun Jahren und im größten Teil des Films als 16-jähriger Sohn der Wiener Hure mit dem Namen “Monique” (Chulpan Khamatova) auftretende Ozren (Stanislav Lisnic) muss sich ständig damit auseinander setzen, warum er so beschimpft wird, ein Außenseiter bleibt und im Umkreis von Müllfahrer Onkel Ante (Miki Manojlovic) und gottesfürchtiger Tante aufwächst, während Mama als Prostituierte das Geld erwirtschaftet.

    Als sie auszieht und in einer geheimen Wohnung Luxuscallgirl für “bessere Herren” wird, sucht Ozzren die Mama auf und verliert sie endgültig, als sie sich auf der Treppe das Genick bricht. Ozren bricht an ihrem Sarg zusammen.

    Kein Psychogramm um eine ungewöhnliche Mutter-Sohn-Beziehung, sondern eine mit einigem Wiener Schmäh ziemlich distanziert und ironisch lakonisch inszenierte Studie aus dem Milieu jugoslawischer Emigranten, stellenweise ein Drama um Existenznöte. Debütfilmregisseur Michael Sturminger geht es in der Adaption des Romans von Gabriel Loidolt um Vereinsamung, Gefühls- und Worteverlust und wie das Gemüt durch reines Funktionieren und Lebenshärte abgetötet wird. Das Rotlichtmilieu spielt eine kommentierende Rolle im Überlebenskampf und wird in einer komischen Szene, in der die dralle Bardame Cherie Ozren verführt, karikiert.

    Das Hauptgewicht trägt der junge Stanislav Lisnic, der trotzig versucht, aus all dem für sich einen Sinn zu schaffen und scheitert. Die schöne Russin Chulpan Khamatova (“Luna Papa”, “Tuvalu”, “Goodbye, Lenin!”), die als Silvija versucht, eine gute Mutter zu sein, wandelt sich hinreißend in den tollsten Kostümierungen, Miki Manojlovic (Stammschauspieler bei Emir Kusturica) ist altersweiser 68er.

    Die Kamera von Jürgen Jürges arbeitet mit starken Primärfarben und unterstreicht die Künstlichkeit des stilisierten Melodrams, das mit dem Preis des saarländischen Ministerpräsidenten auf dem Max-Ophüls-Festival 2004 ausgezeichnet wurde. ger.

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