Hotel Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Hotel: Bizarre Geschichte um ein Filmteam in Venedig, in dessen Hotel die Angestellten Vampire sind und zu allem Überfluss der Produzent den Regisseur ermorden will.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Der britische Regisseur Mike Figgis überrascht uns wieder mit einem bizarren filmischen Abenteuer jenseits traditioneller Erzählstrukturen. Thriller-Atmosphäre, Erotik. Leidenschaft, Eifersucht, ein Mordanschlag mitten in einem Star-Ensemble fügen sich zu einem spannenden, oft unheimlichen, grotesken, witzigen Drama, das nichts als eine Liebeserklärung an das Medium Film ist.

    Figgis, der seit „Leaving Las Vegas“ auf den Spuren des Off-Hollywoodkinos mit mehr und mehr Begeisterung aktiv ist, hat „Hotel“ digital gedreht, auch als Hommage an die Dogma-Filmer. Liebevolle Ironie ist natürlich immer dabei. Das Ambiente erinnert von fern an die Zeiten des Existentialismus und Sartres „Geschlossener Gesellschaft“: Schauplatz ist ein altes Hotel am Lido, der Art-Deco-Palast Hungaria. Dort treffen ziemlich merkwürdige Menschen aufeinander, wobei die Hotelgäste nicht weniger seltsam sind als das Personal. John Malkovich will bei seiner Ankunft eigentlich nur die Adresse der nächsten Apotheke wissen und flüstert seine Sucht nach irgendwelchen Drogen jedem vor, der nichts davon wissen will. Eine Film-Crew zieht ins Hotel. Drehen wollen die Cineasten eine Dogma-Version der elisabethanischen Rache-Tragödie „Die Herzogin von Malfi“ vom Shakespeare-Zeitgenossen John Webster. Die Medien lassen natürlich nicht lange auf sich warten: Star-Reporterin Salma Hayek ist schrill genug, um ihre Klatschberichte vom Treiben hinter den Kulissen MTV-artig aufbereiten zu können. Der Avantgarde-Regisseur der Dogma-Teams, charismatisch zwischen Dekadenz und Burleske gespielt von Rhys Ifans, allerdings wird Opfer eines Mordanschlags, den der melancholische Produzent auf ihn verüben lässt, weil er lieber selbst die Regie samt der Freundin des Regisseurs übernehmen will. Nichts geht hier den gewohnten Gang des klassischen Storytelling – Mike Figgis erfindet mit seinen Schauspielern Szenen, die das Medium und die Kunst des Films kommentieren, und bündelt sie mit improvisatorischer Lust und Spielfreude zu einem Panorama der Leidenschaften für das Geschichtenerzählen. Es gibt Züge des Unheimlichen und des Vampirismus, der geheimen Mächte und des Surrealismus, der visionären Kräfte und der klaren Erkenntnis raffinierter Machenschaften. Nicht nur, weil „Die Herzogin von Malfi“ ein Stück der Shakespeare-Ära ist, fühlt man sich an das Theater des großen Briten erinnert, auch weil Figgis die Darsteller des „Dogmafilm“ wie auf einer Bühne aktiviert, dem Publikum ein Spiegelbild vorhält. Das wirkt auf eine erfrischende Weise animierend und weil kein noch so kleiner Handlungsvorgang vorauszusehen ist, bleibt die Spannung erhalten. „It’s a trick“ ist der letzte Satz des Films, den der aus dem Koma per romantischer Poesie-Rezitation erwachte Regisseur formuliert, während in den Kellergewölben des Hotels das Personal mit einigen der Gäste bizarr genussvoll umgehen. Imitiert die Kunst das Leben? Oder ist es genau anders herum? Mike Figgis hat ein wunderbares Vexierbild entworfen, lässt die Leinwand in verschiedenen Split-Screen-Formate explodieren und gibt dabei selbst Burt Reynolds seine Hollywood-Würde zurück. „Hotel“ ist Kino für passionierte Liebhaber. fh.

Kommentare