Hoodlum

Filmhandlung und Hintergrund

Ebenso wie die historische Rolle afroamerikanischer Cowboys im Wilden Westen gemeinhin nicht als selbstverständlicher Fakt angesehen wird, ist die Assoziation vom schwarzen Untergrundboss während der Depressionsära nicht unbedingt naheliegend. Laurence Fishburne („Othello“) mimt nun in dem ambitionierten Mafia-Melodram von Bill Duke („Sister Act 2“, „Jenseits der weißen Linie“) den skrupellosen Gangsterstrategen Ellsworth...

Frisch aus dem Knast entlassen, steigt Ellsworth „Bumpy“ Johnson voller Elan in die schwarze Harlemer Gangster-Szene um die Lotterie-Queen ein und erobert mit seinen Gedichten Harlem-Schönheit Francine. Das Geschäft wird blutiger, als Dutch Schultz seinen Einflußbereich auf Harlem ausweiten will. Indem Bumpy sich zum Schein mit Lucky Luciano verbündet, eliminiert er zwar Schultz - doch sein Cousin und andere zahlen mit ihrem Leben.

Frisch aus dem Knast entlassen, steigt Ellsworth „Bumpy“ Johnson in die schwarze Harlemer Gangster-Szene ein. Episch angelegter Mafiafilm.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ebenso wie die historische Rolle afroamerikanischer Cowboys im Wilden Westen gemeinhin nicht als selbstverständlicher Fakt angesehen wird, ist die Assoziation vom schwarzen Untergrundboss während der Depressionsära nicht unbedingt naheliegend. Laurence Fishburne („Othello“) mimt nun in dem ambitionierten Mafia-Melodram von Bill Duke („Sister Act 2“, „Jenseits der weißen Linie“) den skrupellosen Gangsterstrategen Ellsworth „Bumpy“ Johnson, der sich mit dem weißem Emporkömmling Dutch Schultz (Tim Roth) einen erbitterten Kampf um das Glückspiel-Territorium Harlem liefert.

    Das zweieinhalbstündige Mobster-Drama folgt dem gewaltvollen Aufstieg in der Unterwelthierarchie des emotional zunächst ambivalenten Protagonisten, der dadurch allmählich sämtliche persönliche Bindungen zerstört. Es ist unschwer zu erkennen, daß Coppolas meisterhafte „Der Pate“-Trilogie als Blaupause diente, doch der Ethno-Variante mangelt es ebenso sichtbar an durchgreifender Substanz. So sind involvierender Realismus und erschütternde Tragik fragmentarisch vorhanden, doch sie bilden kein Ganzes. Einige abrupte Übergänge lassen den Erzählton stellenweise zu abgehackt erscheinen.

    Positiv fallen die atmosphärische Kameraarbeit, die schicken Kostüme und der ausdrucksstarke, dennoch nicht aufdringliche musikalische Score auf. Auch die schauspielerischen Leistungen der umfangreichen Besetzung sind größtenteils äußerst kompetent ausgefallen. Fishburne porträtiert seine chamäleonartige Figur einerseits als eiskalten, machthungrigen Killer und dann wieder als gerechtigkeitsliebenden Robin-Hood-Verschitt, dem das Wohlergehen seiner Gemeinde am Herzen liegt. Die Liebe zu der Sozialarbeiterin Francine (eher schwach: Vanessa Williams) kann den gebildeten Gangster nur kurzfristig vom blutig-brutalen Mafiakrieg ablenken. Sein rabiat rassistischer Opponent Schultz (erneut exquisit ekelhaft: Tim Roth) wirkt im Gegensatz zum stilvollen Johnson verroht und vulgär: seine Frisur sitzt ebenso schlecht wie sein billiger Anzug. Seine gewalttätige Unberechenbarkeit macht ihn extrem gefährlich. Bei Andy Garcias Darstellung des Mafiaboßes Lucky Luciano vermißt man das Element der respekteinflößenden, unterschwelligen Gefahr, die ihn glaubhaft machen würde. Wie beim Pate stehenden Vorbild fehlt es nicht nicht an exzessiven Gewaltszenen mit abgeschnittenen Körperteilen, und als musikalische Untermalung bei einem besonders ausgedehnten Shootout dienen die Klänge einer Verdi-Oper. Der einzige humorvolle Moment wird durch den kulinarisch-bezogenen Wortaustausch zweier bulliger Auftragskiller in Aktion erzeugt. Am US-Markt ordentlich angelaufen, bleibt es abzuwarten, wie das in erster Linie auf ein afroamerikanisches Publikum zugeschnittene Gangsterdrama in Übersee aufgenommen wird. ara.

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