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Höhenstraße

  

Filmhandlung und Hintergrund

Der österreichische Landkrimi mit Nicholas Ofczarek kommt fast ganz ohne Polizisten aus und erfreut stattdessen durch viele boshafte Ideen. Auch im „Tatort“ verschlägt es die Ermittler gelegentlich mal in die Provinz, aber der „Landkrimi“ des ORF ist von ganz anderem Kaliber; und das nicht nur, weil die Hauptfiguren regelmäßig wechseln. In der zehnten Episode „Höhenstraße“, in Österreich bereits 2016 ausgestrahlt...

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der österreichische Landkrimi mit Nicholas Ofczarek kommt fast ganz ohne Polizisten aus und erfreut stattdessen durch viele boshafte Ideen.

    Auch im „Tatort“ verschlägt es die Ermittler gelegentlich mal in die Provinz, aber der „Landkrimi“ des ORF ist von ganz anderem Kaliber; und das nicht nur, weil die Hauptfiguren regelmäßig wechseln. In der zehnten Episode „Höhenstraße“, in Österreich bereits 2016 ausgestrahlt, tauchen Polizisten bloß am Rande auf. Der Film ist zudem eher Farce als Krimi, denn die Dialoge und Situationen sind derart absurd, dass sich die Ereignisse kaum ernst nehmen lassen. Das wiederum wäre ein Fehler, vor allem für die Betroffenen, denn es werden diverse Verbrechen begangen, und eine Leiche gibt es ebenfalls, wenn auch eher aus Versehen.

    Die Handlung beginnt mit einer Einführung, die für das passende Vorzeichen sorgt: Zwei Polizisten überraschen ein Pärchen bei einer Autonummer. „Seit wann ist Pudern strafbar?“, wundert sich der Student, als sich die beiden nackt neben das Auto stellen müssen, zahlt aber trotzdem anstandslos 50 Euro Bußgeld; mehr hat er nicht dabei. Die beiden angetrunkenen Beamten (Nicholas Ofczarek, Raimund Wallisch) sind Ex-Polizisten, die auf der Wiener Höhenstraße ihr Unwesen als moderne Wegelagerer treiben. Ihre nächste Aktion entwickelt jedoch eine unvorhergesehene Eigendynamik und wandelt sich zu einer Entführung mit komplizierten Folgen: Der Afrikaner Uku (Olivier Mukuta), der weder deutsch noch englisch spricht, ist das Paten-„Kind“ des alten Ehepaars Schmatz und als Ersatzmann für dessen Tochter vorgesehen, denn Sigrid ist der gleichfalls aus Afrika stammende Gatte davongelaufen. Uku ist in Begleitung seines zukünftigen Schwagers Robert (David Oberkogler) unterwegs. In der Hoffnung auf ein Lösegeld gibt sich Roli bei den Eltern als Kripo-Major aus, doch beim Ehepaar Schmatz ist nichts zu holen; bis der Vater (Klaus Rott) gesteht, das er vor Jahren eine Million Euro im Lotto gewonnen hat, von der nicht mal seine Frau (Inge Maux) etwas weiß.

    Autor und Regisseur David Schalko hat zuletzt eine zwar reizvolle, aber nicht rundum gelungene Neuverfilmung des Klassikers „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ (ORF/TV Now) gedreht. Der Landkrimi ist natürlich ein völlig anders Sujet, aber spätestens beim eigenwilligen Humor lassen sich Parallelen erkennen. Viele deutsche Zuschauer werden dem typischen Schmäh allerdings nicht immer folgen können. Gerade die nicht mehr ganz nüchtern vorgetragenen Dialoge zwischen Roli und Ferdi sind kaum nachzuvollziehen. Ofczarek ist trotzdem ähnlich brillant wie zuletzt als völlig kaputter Ermittler in der Sky-Serie „Der Pass“. In „Höhenstraße“ darf er gleich zwei Rollen verkörpern, denn als Kripo-Beamter verwandelt sich Roli in eine gänzlich andere Figur. Trotzdem schöpft Sigrid (Franziska Hackl) Verdacht, und so entwickelt sich zwischen dem falschen Major und der Tochter ein Katz-und-Maus-Spiel, das dem Film schließlich ein verblüffendes Ende beschert. Rolis Komplize lernt auf Umwegen ebenfalls eine Frau kennen, und nun wird der Krimi vorübergehend zur übermütigen Komödie: Gerlinde (Doris Schretzmayer) wird ganz wuschig, als Ferdi quasi im Duett mit Ludwig Hirsch „Gel‘, du magst mi“ singt.

    Optisch setzt Schalko dagegen anders als bei der Serie „M“ mit ihren sorgfältig gestalteten Bildern keine auffälligen Akzente, aber sein Drehbuch ist dafür umso einfallsreicher. Viele Ideen, die zunächst zwar originell, für die Geschichte aber nicht weiter wichtig wirken, spielen später noch eine wesentliche Rolle, um der Handlung unvorhergesehen Wendungen zu geben. Zu den kleinen Geschenken, die Schalko dem Publikum beiläufig macht, gehört außerdem ein Gastauftritt des ORF-„Tatort“-Duos Eisner und Fellner. Am schönsten sind trotzdem die Dialoge, die dank des Dialekts oft noch bizarrer klingen, als sie ohnehin schon sind. tpg.

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