Hinter Kaifeck

   Kinostart: 12.03.2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Zwischen Thriller und Grusel angelegter Film über einen mehrfachen Mord in einem bayerischen Dorf.

Fotograf Marc (Benno Fürmann) und sein Sohn Tyll (Henry Stange) verschlägt es ins bayrische Dorf Hinterkaifeck, ein abgelegenes Fleckchen mit eigenwilligen Einwohnern. Den Ort umwittert ein düsteres Geheimnis, wie ihm die junge Juliana (Alexandra Maria Lara) berichtet: Im nahen Einödhof ereignete sich 1922 ein grausames Verbrechen. Marc spürt eine eigentümliche Verbindung zu den Morden und gerät in einen gefährlichen Sog der Vergangenheit.

Basierend auf einer aktenkundigen Mordserie in Oberbayern spinnt Esther Gronenborn („Alaska.de„) einen Mystery-Thriller um das rätselhafte, nie aufgeklärte Verbrechen. Deutsche Stars wie Benno Fürmann („Nordwand„) geraten in den lebensbedrohlichen Bann des Unheimlichen.

1922 wurde auf einem einsamen Hof im bayerischen Hinterkaifeck eine sechsköpfige Familie mit einer Spitzhacke ermordet. Der Täter wurde nie gefasst. Über 80 Jahre später fährt Fotograf Marc, der sich gemeinsam mit seinem kleinen Sohn Tyll auf Motivsuche befindet, durch die Gegend und bleibt in dem Gasthof des abgelegenen Dorfe hängen. Nächtliche Albträume bringen Marc auf die Spur des Verbrechens, von dem die Dorfbevölkerung nichts wissen möchte. Nur Juliana, die Wirtin des Gasthofs, scheint ihm helfen zu wollen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Die wahre Begebenheit, auf die der Film basiert, gehört mittlerweile zum geschichtlichen Erbgut der Deutschen. Vom Geschichtslehrer in heiserer Stimme vorgetragen oder von der Großmutter mit schüttelndem Kopf deklariert, die Geschichte von der ermordeten Familie Gruber und ihrer Magd ist eine moderne Legende geworden.

      Der Film Hinterkaifeck greift die realen Hintergründe nur vage auf. Zwar dreht es sich um die 1922 ermordete Familie, doch schon bald weicht der Film von der Vorlage ab. Benno Fürmann spielt den Fotografen Marc, der sich bald mit übernatürlichen Ereignissen konfrontiert sieht, die seiner kühlen kalkulierenden Natur zuwider gehen. Doch es dauert nicht lange, bis er sich Hals über Kopf in wilde Spekulationen über den Tathergang stürzt, die zumeist aus seinen Träumen stammen. Juliana Lukas, gespielt von Alexandra Maria Lara, unterstützt ihn bei seinen Recherchen, doch schon bald muss sie sich fragen, ob ihre Familie und die anderen Dorfbewohner nicht tiefer in die Geschichte verstrickt sind, als ihr lieb ist.

      Esther Gronenborn, die für ihren Debütfilm alaska.de den bayerischen Regienachwuchspreis erhielt, geht die düstere Geschichte mit für deutsche Verhältnisse eher ungewohntem Stil an. Die Effekthascherei ist hier nur allzu offensichtlich, die Gruselmomente werden bis zum letzten Atemzug ausgeschöpft und Benno Fürmanns glasig blaue Augen durch gekonnte Lichtsetzung so lautmalerisch betont, dass man sich bald fragt, ob sie als Metapher herhalten sollen.

      Doch leider verliert sich die Geschichte alsbald in ihrer unlogischen Handlung. Die Dorfbewohner sind zu gewollt mysteriös, Benno Fürmann und Alexandra Maria Lara spielen zu lasch und die Effekte sind zu vorhersehbar. Das anfängliche Gruseln wird bald ungewollt komisch, bis sich der Film seinem haarsträubenden Finale entgegen windet. Spätestens hier verliert die Handlung jede denkwürdige Glaubwürdigkeit.

      Bleibt die Frage, ob hier nicht mehr möglich gewesen wäre. Der leichtfüßig inszenierte Beginn verheißt Gutes und vielleicht sollte sich Esther Gronenborn noch einmal mit einem schlüssigeren Drehbuch an einem Horrorfilm versuchen.

      Fazit: Mäßig spannender Horrorfilm aus deutschen Landen, dem ein bisschen mehr Realismus geholfen hätte.
    2. Hinter Kaifeck: Zwischen Thriller und Grusel angelegter Film über einen mehrfachen Mord in einem bayerischen Dorf.

      Stimmiger Mystery-Thriller, in dem Benno Fürmann in den alptraumhaft-übernatürlichen Bann eines über 80 Jahre zurückliegenden Mordfalls gerät.

      Hinterkaifeck ist ein Einödhof in der Nähe des oberbayerischen Schrobenhausen, wo sich 1922 ein grausamer Mord an einer sechsköpfigen Bauernfamilie ereignete, die mit einer Spitzhacke umgebracht wurde. Der Täter konnte nie ermittelt werden und so bleibt das Verbrechen bis heute ungeklärt. Davon ließ sich jüngst Andrea Maria Schenkel zu ihrem bündigen Krimi-Bestseller „Tannöd“ inspirieren, dessen Verfilmung für einen Kinostart im November terminiert ist. Fast zeitgleich entstand dieser mit Benno Fürmann und Alexandra Maria Lara überaus starbesetzte Thriller, der das Verbrechen mit einem in der Gegenwart angesiedelten, schicksalhaften Mystery-Grusel verwebt. Esther Gronenborn, die mit „alaska.de“ den deutschen Filmpreis 2001 gewann, inszenierte ihn.

      Die halbe Miete ist die gelungene Atmosphäre, die nicht nur im historischen Prolog ein morbides Gemälde von verwunschener Waldlandschaft zeichnet. Die andere Hälfte fällt der Story des auf TV-Krimis spezialisierten Drehbuchautoren Sönke Lars Neuwöhner zu, die anfangs unbekümmert loslegt, bald aber ausgetretene Handlungspfade beschreitet. Die Auflösung mag zumindest halbwegs erfahrene Krimigucker kaum überraschen, ist aber durchaus smart ersonnen, gewichtet sie doch Fürmanns Rolle als Fotograf Marc auf Motivsuche, der mehr findet, als ihm lieb sein kann, neu.

      Gemeinsam fährt sein einsilbiger Charakter mit kleinem Sohn Tyll (Henry Stange) durch die Prärie, bis es ihn in den Gasthof der offenherzigen Juliana (Lara) verschlägt. Das abgelegene urbayerische Dorf scheint nicht in der Gegenwart angekommen und hat sich unter der Last der Vergangenheit zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengeballt. Das erfährt Marc, als er nächtliche Alptraumvisionen von Morden hat und immer wieder zu dem im Wald gelegenen Hof pilgert: Niemand außer Juliana ist bereit, auch nur die Existenz des verfallenen Anwesens zuzugeben. Derweil nimmt das Unheimliche in der Dramaturgie einen immer prominenteren Platz ein. Aus rigidem Katholizismus und dem Volksaberglauben um Teufelsangst und Raunächten entsteht eine Stimmung zum Fürchten. Somit ergänzen sich das übernatürliche Familiendrama samt Horroreffekten mit dem Thriller-Ansatz eines gefährlichen Mobs, der seine Kollektivschuld mit provinziellem Starrsinn kaschiert. Das ergibt ein Genrewerk aus deutschen Landen, das sich nicht zu verstecken braucht. tk.
    3. „Wertvoll”

        Basierend auf einer historischen Mordserie erzählt Hinter Kaifeck von Fotograf Marc, der mit seinem Sohn die dunklen Geheimnisse eines bayerischen Dorfes ergründet. Zunehmend scheinen diese Ereignisse auch mit seiner eigenen Biografie verwoben zu sein. Der atmosphärisch dichte Stoff bezieht seine Spannung aus Marcs unheilvollen Visionen, dem unerbittlichen ländlichen Aberglauben und den tatsächlichen Verbrechen. Die geschickt konstruierte Geschichte, die sich dem Zuschauer erst allmählich erschließt wie auch die glaubhaft agierenden Darsteller ziehen den Zuschauer in den Bann dieser avancierten deutschen Produktion. Stimmig eingesetzte Effekte und das Sounddesign entwickeln zusätzlich eine starke suggestive Kraft. Mystery vom Feinsten - made in Germany.

        Jurybegründung:

        Dieser Film spart nicht an düsteren Stimmungen. Mit einer ausgezeichneten Kamera gesehen wird das Dorf Kaifeck zu einem klaustrophobisch, bedrohlichen Ort, aus dem die Figuren offensichtlich nicht entrinnen können. Die Visionen von Marc sind genau durchkalkulierte Schreckensbilder und auf der Tonspur werden mit Musik und Soundeffekten viele Gruseleffekte auf das Publikum losgelassen. Das Geheimnis des Ortes und die unheilvolle Verbindung, die der Fotograf Marc zu ihm hat, werden sowohl atmosphärisch wie auch dramaturgisch geschickt ausgereizt.

        1922 war ein Einödhof in der Nähe des Dorfes der Schauplatz eines schrecklichen, ungeklärten Verbrechens. In der Jetztzeit besucht ein junger Mann mit seinem Sohn den Ort, zu dem er sich auf geheimnisvolle Weise hingezogen fühlt und über den er Kenntnisse hat, die rational nicht zu erklären sind. Die dämonische Aura des Ortes, die aggressive Stimmung der Dorfbewohner, die Getriebenheit von Marc, die Angst seines Sohnes, die hilflose Sympathie der jungen Bauerntochter Juliana - all das inszeniert Esther Gronenborn souverän im Stil eines Genrefilms. Dessen Konventionen folgend, kommt es zu einem spannenden Finale, bei dem die Helden um ihr Leben kämpfen müssen, bei dem das Rätsel zumindest teilweise gelöst wird und die Bösen (oder zumindest ihre Nachfahren) bestraft werden.

        Der reale Kriminalfall von Hinterkaifeck wird hier zum Anlass für eine Schauergeschichte, bei der es nicht um detektivische Recherchen, sondern um das möglichst effektive Gruseln und Erschrecken der Zuschauer geht. Und in diesem Sinne ist Hinter Kaifeck ein gelungener Film - vielleicht der erste deutsche Mystery-Thriller, der an den internationalen Standard heranreicht.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

      News und Stories

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