Higher Learning

Filmhandlung und Hintergrund

Kontroverses Sozialdrama von John Singleton, einem der bekanntesten Vertreter des New Black Cinema.

An der Universität suchen drei Studenten nach ihrer eigenen Identität: Während der Afroamerikaner Malik glaubt, nur als Sportstar eine Chance zu haben, wird das sensible Landei Remy von allen gemieden, während die die naive Kristen von den am Campus schwelenden Rassenproblemen nichts mitzubekommen scheint. Am Ende wird Malik von seinem Professor zum Umdenken bewogen, Kristen nach einer Beinahe-Vergewaltigung zur Feministin und Remy, der sich einer Gruppe von Skinheads anschließt, zum Amokläufer.

Episoden und Impressionen vom Alltag an einer nordamerikanischen Universität, gewohnt meisterlich dargeboten von Black-Cinema-Chronist John Singleton („Boyz N The Hood“). Eine Videoveröffentlichung, die für Diskussionsstoff sorgt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Rassismus in Amerika - das zentrale Thema des schwarzen Kinos. Hier ist es Rassismus von beiden Seiten. Die Weißen hassen die Schwarzen und die Schwarzen hassen die Weißen und keiner weiß warum eigentlich. Singelton ist hier ein spannendes, feinfühliges, allerdings zu episodenhaftes und an einigen Stellen zu oberflächliches Porträt der amerikanischen Schulgesellschaft gelungen.

      Herausragend sind die Leistungen von Kristy Swanson und Michael Rappaport, beide erstmals in Charakterrollen. Nur Jennifer Connelly wirkt schrecklich farblos.

      Fazit: Ein glaubhaftes, gut durchdachtes, aber deutlich zu lang geratenes Gesellschaftsdrama.
    2. Higher Learning: Kontroverses Sozialdrama von John Singleton, einem der bekanntesten Vertreter des New Black Cinema.

      Regisseur John Singleton gilt nach seinem vielgelobten Debüt „Boyz N The Hood“ und dem enttäuschenden Nachfolger „Poetic Justice“ als einer der bekanntesten Vetreter des New Black Cinema.

      Auch mit dem kontroversen Sozialdrama „Higher Learning“, bei dem er wie gewohnt auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, scheut er nicht die Konfrontation und fällt mit dem krampfhaften Bemühen auf, mit seiner wohlintentionierten Bildungsbotschaft ein möglichst breitgefächertes Publikum anzusprechen. Die fiktive Universität Columbus fungiert dabei als multikultureller Mikrokosmos, um die schwelenden Rassen- und Sexualkonflikte der USA zu reflektieren. Die Hauptfiguren sind der afroamerikanische, straßenweise Malik (glänzend: Omar Epps), der die Uni dank eines Sportstipendiums besucht; die unerträglich unbedarfte Kristen (Kristy Swanson), die noch nie vom Schwarzenstadtteil Compton gehört hat, obwohl sie in der Gegend von L.A. wohnt, und der sensible, nach Anschluß suchende Remy (Michael Rapaport) aus dem konservativen Idaho. Gemein ist den drei Figuren die Suche nach der eigenen Identität: Malik glaubt, in der vom weißen Establishment gesteuerten Gesellschaft nur als Sportstar eine Chance zu haben. Sein souveräner schwarzer Professor Phipps (exzellent: Laurence Fishburne) und der politisch aktive Ewigstudent Fudge (Rapper Ice Cube in einer prägnanten Nebenrolle) belehren ihn eines Besseren. Kristen engagiert sich nach einer Quasivergewaltigung im Feministinnenlager und pendelt zwischen den Armen einer liebevollen Lesbe und ihrem Hetero-Lover. Remy schließt sich in der kontroversesten Episode einer Gruppe radikaler Neonazi-Skinheads an, die in Bauernfängermanier an seine Rassenparanoia appellieren. Bezeichnenderweise beschließt der fehlgeleitete Fanatiker, ausgerechnet beim aussöhnenden Peace-Fest Amok zu laufen. Singletons Charakterzeichnungen wirken in ihren überzeichneten Extremen oftmals naiv, teilweise schlichtweg unglaubwürdig - wie die brutal drauflosprügelnden Campuscops. Nach einer beunruhigenden Auseinandersetzung zeigt er zwar die Neonazis und die schwarzen Brothers im vergleichenden Gegenschnitt, um auf die erstaunlichen Verhaltensparallelen aufmerksam zu machen. Dennoch kommen die Schwarzen grundweg einen Touch positiver weg als der Rest. Dies könnte Singleton als latenter Rassismus ausgelegt werden. Durch die weisen Monologe, die er dem Professor in den Mund legt, entkräftet er etwaige Vorwürfe jedoch clever und eloquent. Es ist das Anliegen, gehört zu werden, das Singleton übers Ziel hinausschießen und ihn an einen dogmatischen Prediger erinnern lassen. Seine guten Absichten aber sind unbestreitbar. In den USA auf Platz zwei mit überzeugendem Einspiel gestartet, sollte „Higher Learning“ nicht zuletzt wegen seiner brisanten Aktualität und der guten schauspielerischen Leistungen ein reges Interesse verzeichnen können. ara.

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