Herzen in Aufruhr

  1. Ø 4.7
   1995
Herzen in Aufruhr Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Herzen in Aufruhr: Emotional packende und werkgetreue Verfilmung von Thomas Hardys letzten Romans über den Versuch eines sozialen Aufstiegs.

Jahrhundertwende: Der junge Steinmetz Jude träumt davon, sein Handwerk mit einer akademischen Laufbahn zu vertauschen. In tragischer Liebe ist er mit seiner Cousine Sue, einer selbstbewußten Lehrerin, verbunden. Erst nach gescheiterten Ehen kommen die beiden zusammen – ohne Trauschein, völlig verarmt und gesellschaftlich geächtet.

Der wissensdurstige Steinmetz Jude Fawley zieht nach kurzer, unglücklicher Ehe mit der Tochter eines Schweinebauern nach Christminster, um dort den von ihm bewunderten Gelehrten näher zu sein. In der Stadt angekommen trifft Jude auf seine moderne, unkonventionelle Cousine Sue Bridehead, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Das unverheiratete Paar zieht zusammen und verstößt so gegen alle Konventionen. Von der Gesellschaft geächtet, nimmt das Schicksal seinen tragischen Lauf…

Der junge Steinmetz Jude ist mit seinem Beruf alles andere als zufrieden, ihn zieht es eher zu den Büchern hin. Als er auf seine Cousine Sue – eine selbstbewußte Lehrerin – trifft, verliebt er sich unsterblich in sie, denn auch sie treibt der Wissensdurst an. Packende Romanverfilmung mit „Titanic“-Star Kate Winslet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Was im Titel eine belanglose Groschenheftschnulze vermuten läßt, entpuppt sich als emotional packende, werkgetreue Verfilmung des letzten Romans des britischen Romanciers und Lyrikers Thomas Hardy. Mit verhältnismäßig geringem Budget, aber großer Sorgfalt wird hier in eindeutig kinogerechten Bildern das Leben eines klugen Mannes aus einfachen Verhältnissen gezeichnet, der sowohl im Beruf wie auch in der Liebe nach mehr strebt, als ihm zugedacht ist und dafür teuer bezahlen muß.

    Endlos ziehen sich Ackerfurchen bis an den Horizont, füllen das blauschwarze Breitwandbild bis in die Eck-Koordinaten. Und mittendrin in diesem gequälten Land, dem jede Frucht mit härtester Arbeit abgerungen werden muß, der junge Jude, der davon träumt, Boden mit Buch zu vertauschen und wie sein alter Schulmeister Phillotson (Liam Cunningham) in den akademischen Dienst zu treten. Eindrucksvoll beginnt der zweite Spielfilm des TV-Veteranen Michael Winterbottom, mit dem der 35jährige Brite seinen vielgepriesenen, aber doch überschätzten Erstling „Butterfly Kiss“ in jeder Hinsicht übertrifft. Mit nachvollziehbaren, Ende des 19.Jahrhunderts geborenen, aber in die Moderne reichenden Charakteren und einer Visualisierung, die dank der Lichtsetzung und Bildkomposition von Eduardo Serra (Patrice Lecontes angestammter Kameramann) im Unterschied zum Erstling nicht mehr im Fernsehen verhaftet ist. Die düsteren Töne reflektieren exakt den Ton von Hardys tragischer Geschichte über moralisch-gesellschaftliche Zwangsjacken, akademischen Dünkel und die große Liebe zwischen dem belesenen Steinmetz Jude (Christopher Eccleston) und seiner Cousine, der selbstbewußten Lehrerin Sue (Kate Winslet, das oscarnominierte Herz in Aufruhr aus „Sinn und Sinnlichkeit“). Eng an der Vorlage bleibend, Hardys grausames Finale nur in den letzten Zügen aussparend, erzählt Winterbottom die Tragödie dieser Liebenden nach, die über den Umweg gescheiterter erster Ehen ohne Trauschein zueinanderfinden, arm, gesellschaftlich geächtet, aber glücklich ihre Kinder aufziehen, bis ein verhängnisvoller Satz Sues das Leben ihrer ganzen Familie vernichtet. Nichts ist verstaubt an dieser für lediglich sieben Mio. Dollar realisierten, aber sehr opulent wirkenden BBC/Polygram-Co-Produktion, die Hardys realistischer Weltsicht (Sex, Tod, Geburt) trotz romantischer Zwischentöne treu bleibt. Und die in Gesellschaft großer Verfilmungen des Autors, wie Roman Polanskis „Tess“ und John Schlesingers „Die Herrin von Thornhill“, nie deplaziert wirkt. Bleibt zu hoffen, daß der Zuschauer dies auch zu würdigen bereit ist. kob.

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