Herr Zwilling und Frau Zuckermann

Kinostart: 30.05.2019

Herr Zwilling und Frau Zuckermann: Dokumentarfilm über das Leben deutschsprachiger Juden im sowjetischen Czernowitz.

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Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentarfilm über das Leben deutschsprachiger Juden im sowjetischen Czernowitz.

Czernowitz liegt im Westen der Ukraine, an der Grenze zu Rumänien und war einst Zentrum der jüdischen Kultur. Hier leben Herr Zwilling und die 90-jährige Frau Zuckermann, der er allabendlich einen Besuch abstattet. Sie reden über frühere Zeiten, gemeinsam Erlebtes und Durchlebtes, Politik, Literatur und die alltäglichen Sorgen. Beide gehören zu den wenigen in Czernowitz geborenen Juden, die die 1941 von Deutschen und Rumänen verordnete Deportation überlebten.

Volker Koepp porträtiert mit seinem Film zwei eindrucksvolle Lebensgeschichten und ruft mit Hilfe ihrer Erinnerungen die Schrecken dieses Jahrhunderts wach. Auch das jüdische Leben beginnt sich nach Ende der Sowjetunion langsam wieder zu regen.

2019, 20 Jahre nach Ersterscheinung, wird der Film erneut in ausgewählten Kinos aufgeführt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Herr Zwilling und Frau Zuckermann: Dokumentarfilm über das Leben deutschsprachiger Juden im sowjetischen Czernowitz.

    Der Dokumentarfilmer Volker Koepp beweist wieder seine Gabe, die skurrilsten Menschen aufzustöbern und sie zum Sprechen zu bringen. Gefühlvoll zeichnet er das Porträt von zwei deutschsprachigen Juden in einer ukrainischen Kleinstadt, die sich trotz aller schrecklichen Erfahrungen Eigenwilligkeit und Eigenständigkeit bewahrt haben.

    Herr Zwilling ist ein notorischer Pessimist, Frau Zuckermann eine energische Pragmatikerin. Diese beiden gegensätzlichen Charaktere treffen sich täglich zwischen sechs und sieben zum Geplauder, zu dem Herr Zwilling jedes Mal die nötige Hiobsbotschaft beisteuert. Neben der jahrzehntelangen Freundschaft verbindet sie auch die deutsche Sprache. Sie gehören zu den wenigen Juden von Czernowitz, nahe der rumänischen Grenze. Der Ort, einst Zentrum jüdischer Kultur und Mittelpunkt eines Völkergemisches, ist verödet, es gibt nur noch Reste einer jüdischen Gemeinde. Volker Koepp, den es schon mit „Kalte Heimat“ nach Ost-Europa trieb, gab dem Projekt den Arbeitstitel „Schöne Erde Mutterland“, wollte über Land fahren und eine Art „Reisefilm“ drehen. Auf der Recherchefahrt stieß er durch Zufall im früheren „Jüdischen Haus“ in Czernowitz auf Herrn Zwilling, der ihn zur 90jährigen Frau Zuckermann führte, die sich mit Englisch-Untericht für Ausreisewillige über Wasser hält. Das Paar steht im Mittelpunkt, durch seine Erzählungen erfährt man individuelle Geschichten über den Holocaust, ständig wechselnde Besatzung und nationale Zugehörigkeiten, Völkermord und Völkerwanderung, von nie überwundenen Traumata. Sie sprechen über vergangene Zeiten, das gemeinsam Erlebte und Durchlebte, Politik und Literatur und über die ganz alltäglichen Sorgen. Durch ihre Worte wird das Elend dieses Jahrhunderts noch einmal erfahrbar, ihre Erinnerungen verknüpfen sich mit der Gegenwart, mit Episoden aus dem jüdischen Leben von Heute, das sich nach dem Ende der Sowjetunion langsam wieder regt. Der Zuschauer begegnet einer versunkenen Welt und fast unvorstellbaren Schicksalen. Der Film lebt von der Vitalität der alten Menschen und Thomas Plenerts Kamera-Arbeit, der inszenierte wie auch spontane Bilder in ausdruckstarker Qualität liefert, manchmal die Armut zu schön visualisiert. „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“ erhielt eine Nominierung zum „Deutschen Filmpreis“. mk.

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