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Fakten und Hintergründe zum Film "Herr Bello"

Fakten und Hintergründe zum Film "Herr Bello"
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Produktionsnotizen

„Wir wollten nach DAS SAMS und SAMS IN GEFAHR eine Geschichte für die Leinwand schreiben, die auf keiner literarischen Vorlage beruht“, erzählt Ulrich Limmer. Und so trafen sich vor ungefähr zweieinhalb Jahren der Münchner Autor und Produzent (u.a. DER RÄUBER HOTZENPLOTZ, SCHTONK!) Limmer und der Kinderbuchautor Paul Maar (u.a. „DAS SAMS“) bei Maar zu Hause auf dem Land, um einen Tag „herumzuspinnen“, wie Limmer sagt. „Jeder Gedanke wurde gleich aufgeschrieben, und es war faszinierend, wie im Laufe eines Tages gegenseitiges Geschichtenerzählens aus einem Hund ein Mensch wurde.“

„An die eigentlich auf der Hand liegende Idee, dass ein Mensch zum Tier wird, haben wir überhaupt nicht gedacht“, so Limmer weiter. Die Komik zeige sich doch vielmehr genau andersherum: Ein Hundemensch, der Frauen mit ausgegrabenen Knochen betören will, der mit ihnen Hasen jagen will, der im Polizeiprotokoll „Müllkippe“ als Geburtsort angibt – das erst sind für Limmer „durchschlagende komödiantische Momente“. Also haben sich die beiden versucht vorzustellen, was ein Hund alles so machen könnte, wenn er ein Mensch ist: „Da kamen viele andere Ideen auf, die wir gar nicht alle unterbringen konnten.“

Das eingespielte Duo Limmer/Maar, das 2001 und 2003 mit den Drehbüchern zu DAS SAMS bzw. SAMS IN GEFAHR kleine und große Kinozuschauer in Erstaunen versetzt hatte, schrieb nach diesem ideenreichen Tag ein Treatment, um es zur Drehbuchförderung beim FilmFernsehFonds Bayern einzureichen. Nach erfolgtem „Go“ durch den FFF machten beide Familien zunächst gemeinsam Urlaub – das heißt, das Motto der Männer hieß vielmehr: „Die anderen baden, wir schreiben“. In diesem Italien-Urlaub auf Sardinien vor rund zwei Jahren entstand dann tatsächlich die erste Drehbuchfassung von HERR BELLO.

Während sich Produzent und Co-Autor Limmer daran machte, die Finanzierung für HERR BELLO zu stemmen, machte sich Paul Maar daran, den zweiten Teil des Planes in die Tat umzusetzen. Um HERR BELLO bekannt zu machen, adaptierte er aus dem Filmstoff ein richtiges Kinderbuch mit dem Titel „Herr Bello und das blaue Wunder“. Das Buch erschien im April 2005 im Verlag Friedrich Oettinger und verkaufte sich innerhalb von neun Monaten rund 90.000 Mal verkaufte. In dieser Zeit absolvierte Maar zudem über 100 Lesungen und konnte so den Stoff quasi nebenbei noch bekannter machen.

Paul Maar absolvierte also seine Lesungen, und Produzent Limmer fragte beim zweifachen SAMS-Regisseur Ben Verbong an, ob er nicht Lust habe, nun auch bei einem dritten Limmer/Maar-Projekt einzusteigen. Regisseur Ben Verbong erzählt: „Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, keinen Familienfilm mehr zu machen. Wir haben aber sehr angenehm zusammen gearbeitet bei den beiden SAMS-Filmen, von daher haben wir ausführliche Gespräche über das Drehbuch HERR BELLO geführt. Ich fand das Buch schon sehr witzig, stellte mir aber den Film mit mehr Magie und Poesie vor.“ Auf Verbongs Anregungen hin wurde schließlich die endgültige Scriptfassung erstellt.

Regisseur Verbong weiter: „Bei HERR BELLO geht es um zwei Ebenen: Einerseits gibt es die komisch-absurde Ebene mit wirklich skurrilen Einfällen, die die realistische Vater-Sohn-Geschichte vorantreibt. Es macht ja nur Sinn, dass der Hund Bello zum Mensch wird, weil der 12-jährige Sohn ein Problem damit hat, die neue Freundin seines Vaters, die für ihn zu einer familiären Bedrohung wird, zu akzeptieren. Dass aber in Wahrheit der Wunsch nach neuer, familiärer Harmonie bereits in dem Jungen steckt, zeigt ihm letztlich der Hund Bello.“

Zusammen mit Casting-Agentin Nessie Nesslauer gestaltete sich die Wahl der Schauspieler im Großen und Ganzen als kurzweilige Angelegenheit. Dass der HOTZENPLOTZ-Mime Armin Rohde wieder mit dabei sein würde, stand gleich fest. „Armin ist gerade für diese Rolle besonders ideal, weil er eine große Spielfreude mitbringt und sich vor nichts scheut, wenn es denn der Rolle dient“, sagt Produzent Limmer. Regisseur Verbong unternahm seinerseits ein „Coaching“ mit dem Bello-Darsteller: „Mit Armin, den ich nach zwei Filmprojekten sehr gut kenne, habe ich mich im Vorfeld einige Tage intensiv über seine Rolle unterhalten. Denn die größte Gefahr ist, dass ein Schauspieler versucht, ein Tier bloß nachzuahmen. Das bringt gar nichts. Es geht meiner Meinung nach vielmehr um das Darstellung des tierischen Wesens – also um das, was ein Tier wiedererkennbar und seine Handlungen für den Menschen nachvollziehbar macht. Armin ist in dieser Hinsicht ein sehr offener Mensch, und so haben wir uns zu einem gemeinsamen Ausdruck ‚hingeschaukelt’ und damit hoffentlich das Wesen dieses speziellen Hundes getroffen.“

Ein weiterer Darsteller aus dem HOTZENPLOTZ-Team ist der Münchner Schüler Manuel Steitz, der den Apothekerssohn Max verkörpert. „Wir brauchten für diese Rolle nicht einmal ein Kindercasting zu machen, denn Manuel ist einfach ideal. Er ist ein großartiger kleiner Komödiant, wahnsinnig sympathisch. Zudem hat er eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem Filmvater August Zirner“, meint Limmer. Auch Regisseur Verbong ist begeistert: „Man kann mit ihm reden wie mit einem erwachsenen Schauspieler, denn er ist ein ganz intelligenter Bursche. Vor allem ist seine Fähigkeit zur Konzentration, für einen guten Schauspieler ja unumgänglich, extrem gut ausgeprägt.“

Auch auf Barbara Schöneberger in der weiblichen Gastrolle einigte man sich schnell: „Der Bello hat sich ja als Partnerin ein richtiges Superweib ausgesucht. Klar hätte man sich für ein Fotomodel entscheiden können, aber gleichzeitig muss eine derartige Darstellerin auch vor der Filmkamera souverän sein und gerne zeigen, was sie so alles an sich hat“, erklärt Produzent Limmer augenzwinkernd. Da sei Schöneberger als menschliche Hundedame Yvette genau die richtige Wahl gewesen. Limmer: „Am Schluss muss der Bello neben einer Frau stehen, von der auch der Zuschauer sagt: Genau, super, voll ins Schwarze getroffen. Jetzt verstehe ich, warum Bello für 90 Minuten diesen ganzen Tanz veranstaltet hat!“

August Zirner, der in HERR BELLO den verwitweten und schusseligen Apotheker-Vater Sternheim spielt, kannten Limmer und Verbong vor allem noch von dessen Verpflichtung für DAS SAMS, in dem übrigens auch Jan-Gregor Kremp als Würstchenbuden-Besitzer eine Nebenrolle hatte. „August Zirner spielt in der Hauptsache zwar ernste Rollen, aber was man nicht vermutet, ist, dass er ein ganz großer Komödiant ist. Vielleicht beruht dieses Talent ja auch auf seinem jahrelangen Aufenthalt in den USA, wo die unterschiedlichsten Kulturen zusammenkommen. Er trägt er eine große Komik und zugleich eine große Trauer in sich, die für die Rolle des Sternheim mehr als passend ist.“ Zirners und Rohdes Filmpartnerin Sophie von Kessel als Frau Lichtblau kannten Ben Verbong und Ulrich Limmer von einem früheren Casting. Während es damals nicht zu einer Zusammenarbeit gekommen war, so zeigte die vor allem aus dem Fernsehen bekannte Schauspielerin jetzt Lust, die „Gegenspielerin“ eines verträumten 12-Jährigen zu werden.

Die Dreharbeiten für HERR BELLO haben am 1. August 2006 begonnen und finden in den Außenaufnahmen ausschließlich in Bayern an den Locations Wasserburg, Ammersee und in München statt. Zudem wird das Team für drei Wochen in den Studios der Bavaria Film drehen, wo sämtliche Innenaufbauten errichtet wurden.

Man will bei HERR BELLO in der Zeitlosigkeit des Sets noch ein bisschen weiter gehen als bei den SAMS-Filmen: „Wir ziehen alles noch ein bisschen mehr ins Märchenhafte,“ so Produzent Limmer. „Nichts Modernes wird verwendet, obwohl man ab und an auch ein Auto zu Gesicht bekommt“. Dabei setzt die Crew trotz aller „Kinder, Tiere, Sensationen“ (Limmer) auf deutlich weniger Special Effects als etwa beim RÄUBER HOTZENPLOTZ. „Auch wenn dieses künstliche Morphing in einigen Hollywood-Produktionen großartige Effekt erzielt hat, ist es meiner Meinung nach ziemlich abgenutzt. Das wollen wir auch nicht toppen“, findet Limmer.

„Die eigentliche Herausforderung bei der Inszenierung war die visuelle Beantwortung der Frage: Wie sollen aus Tieren Menschen, wie aus Bello ‚Herr Bello’ werden?“, so Regisseur Verbong. „Die Verwandlungen werden in der Regel nicht zu sehen sein. Vielmehr wird der Zuschauer Menschen sehen, die sich in ihrem Habitus nicht gerade menschlich verhalten. Visualisierungen eines 'Halbmenschen' bzw. eines 'Halbtiers' habe ich daher weitestgehend vermieden. Nur am Schluss wird man per digitaler Tricktechnik sehen, wie aus dem Hund Bello der 'Herr Bello' in Gestalt von Armin Rohde wird.“

Trotz aller Technik kommen aber auch echte Tiere zur Geltung. Weitere Stars am Set sind zwei wunderbar struppige, gleichwohl reinrassige Berger-de-Picardies, die nach Ansicht Ulrich Limmer definitiv zu den Lieblingen der Zuschauer zählen werden. Diese Rasse bringt einen bis zu 65 Zentimeter großen und 32 Kilogramm schweren Hirtenhund hervor, der zudem für seinen Dickkopf bekannt ist – ideal also als Kollege für den „vermenschlichten“ Darsteller Armin Rohde. „Auch wenn man wie wir sehr gut trainierte Tiere hat, bleibt es natürlich eine Herausforderung, mit ihnen zu drehen“, berichtet Regisseur Verbong von den Dreharbeiten. „Das bekommen auch die Schauspieler zu spüren“, fügt er hinzu, „denn Tiere spielen Menschen in der Regel komplett an die Wand. Denn ein Tier 'spielt' nicht, sondern es 'ist' nur. Für August Zirner und Sophie von Kessel war das natürlich ein besonderes Erlebnis. Aber beide sind improvisationsfreudige 'Theater-Tiere' und daher in der Lage, auf diese 'Konkurrenz' professionell zu reagieren.“

Eine wichtige Rolle in HERR BELLO spielt Musik: Während Paul Maar und Limmer erneut für die Songtexte verantwortlich zeichnen, übernahm der Münchner Liedermacher und Komponist Konstantin Wecker die Komplettvertonung. „Mit Konstantin Wecker habe ich bereits bei SCHTONK! zusammengearbeitet. Wir sind gut miteinander ausgekommen, haben uns dann aber aus den Augen verloren. Als Wecker das Drehbuch zu HERR BELLO gelesen hatte, war er sofort begeistert und hat spontan seine Mitarbeit zugesagt“, erinnert sich Limmer.

Drehschluss für das fünf Millionen Euro teure Filmprojekt ist Ende September. Produzenten sind Limmers eigene Firma collina Filmproduktion zusammen mit Constantin Film und der Münchner ARRI-Tochter B.A. Produktion. Gefördert haben der FilmFernsehFonds Bayern, der Bayerische Bankenfonds und die Berliner Filmförderungsanstalt FFA. HERR BELLO wird voraussichtlich 2007 im Verleih der Constantin Film in die Kinos kommen.