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Fakten und Hintergründe zum Film "Hereafter - Das Leben danach"

Kino.de Redaktion |

Hereafter - Das Leben danach Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Eine gewaltige Tsunami-Welle überflutet einen kleinen Küstenort in Indonesien und reißt eine französische Journalistin mit sich, die dabei dem sicheren Tod ins Auge sieht. In den Londoner Elendsvierteln verliert ein Junge durch einen Unfall seinen Zwillingsbruder, der ihm immer ein Vorbild war. Und auf der anderen Seite des Globus, in San Francisco, verabschiedet sich ein Mann von seinem bisherigen Leben, um die Stimmen der Toten zum Schweigen zu bringen.

Was geschieht nach dem Tod? Wie kann es passieren, dass ein Mensch, der uns so nahe steht, plötzlich einfach nicht mehr da ist? Wie gelingt es den Hinterbliebenen, ihr Leben fortzusetzen? „Hereafter – Das Leben danach“ folgt drei Personen, die nach Antworten auf diese Fragen suchen und die ihr eigenes Leben im Angesicht des Jenseits infrage stellen.

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„Was auf der anderen Seite ist, wissen wir nicht, doch das Ende auf dieser Seite ist nicht verhandelbar“, sagt Regisseur Clint Eastwood. „Je nach Glauben haben die Menschen ihre Ansichten von der Gestalt des Jenseits – aber es sind immer nur Hypothesen. Niemand weiß es genau, bis er dorthin gelangt.“

„Natürlich wollen wir alle glauben, dass es im Jenseits weitergeht, auch wenn wir nicht sicher sind, wie es aussieht“, fügt Produzentin Kathleen Kennedy hinzu. „Wenn man es genauer überlegt, hört es sich komisch an, aber ich finde, dass das Leben oft erst im Angesicht des Todes richtig definiert wird.“

„In diesem Film werden drei Personen vom Tod so berührt, wie es die meisten Menschen nie erleben“, sagt Produzent Robert Lorenz. „Aber auf die eine oder andere Weise können wir uns alle mit den grundsätzlichen Erfahrungen identifizieren, um die es in dieser Story geht: Liebe, Verlust, Einsamkeit, Verbindung aufnehmen. Denn wir alle erleben das.“

Hauptdarsteller Matt Damon sieht es ähnlich: „Es geht darum, dass ich nicht einfach in isoliertem Nihilismus verharre, sondern mit den anderen Menschen Kontakt aufnehme, die wie ich diesen Planeten bevölkern. Das ist letztlich eine sehr lebensbejahende Botschaft.“

Peter Morgan schrieb das Drehbuch zu „Hereafter – Das Leben danach“, nachdem er kurz zuvor einen engen Freund durch einen Unfall verloren hatte. Gezwungenermaßen dachte er über die Frage nach, die uns alle früher oder später beschäftigt: „Er starb so plötzlich, so brutal. Absolut sinnlos. Sein Geist war in uns noch derart lebendig, dass ich bei der Beerdigung wie alle anderen dachte: ‚Wo ist er jetzt?‘“, berichtet der Autor, der den Film auch als Executive Producer betreute. „Wir können einem Menschen sehr nahe kommen, alles über ihn wissen, alles mit ihm teilen, und dann ist er plötzlich fort, und wir wissen gar nichts mehr. Ich nahm mir vor, eine Story zu schreiben, die auf diese Fragen eingeht. Diese Suche hat etwas Episches an sich.“

Aus Morgans Idee entwickelten sich drei Geschichten, die aufeinander zustreben: „Als ich schrieb, merkte ich gar nicht, dass ich drei sehr einsame Figuren schuf, die sich irgendwie wünschen, einander zu ergänzen. Für mich war dies ein sehr ungewöhnliches Skript. Normalerweise recherchiere ich ausführlich für meine Drehbücher, die auf Tatsachen beruhen. Doch diesmal ging ich ganz instinktiv oder gefühlsmäßig vor … ohne Plan, ohne Schema. Umso spannender war der Schreibprozess.“

Morgan schrieb das Drehbuch und legte es in die Schublade – Jahre vergingen, bis er bei der Arbeit an anderen Filmen mit Kennedy über diese Geschichte sprach. „Peter erwähnte, dass er an einem Drehbuch namens ‚Hereafter‘ schrieb, das sich deutlich von seinen bisherigen Arbeiten unterscheidet“, erinnert sich Kennedy, die damals mit ihrem Partner Frank Marshall sowie Steven Spielberg an der Endfertigung eines Films arbeitete – beide sind als Executive Producers auch an „Hereafter – Das Leben danach“ beteiligt. Kennedy fand das Skript faszinierend und reichte es an Spielberg weiter. „Steven mochte es sofort und sagte: ‚Ich weiß genau, wer Regie führen muss: Clint!‘ Steven erkannte, dass es Clint ansprechen würde.“

Spielberg hatte mit Eastwood bereits an dessen beiden Filmen über Iwo Jima gearbeitet und erreichte Eastwood telefonisch in Frankreich. Eastwoods langjähriger Produzent Robert Lorenz arrangierte, dass das Skript dorthin geschickt wurde. „Ich weiß noch, wie ich es in Südfrankreich in einem kleinen Umkleidehäuschen las – schon das war eine ziemlich jenseitige Erfahrung, und es gefiel mir sehr“, erinnert sich Lorenz. „Es ist einfach, realistisch, aber sehr originell geschrieben – im Stil klar und präzise, wie wir es von Peter gewohnt sind. Clint las es noch am gleichen Nachmittag und sagte: ‚Diesen Film will ich machen.‘“

„Dieses Konzept kam mir völlig neuartig vor – die Dilemmas, die Dimensionen waren wirklich überzeugend“, sagt Eastwood. „Mir gefiel die Art, wie Peter drei Geschichten erzählt, die für sich stehen und doch miteinander verbunden sind.“

Produktion: George in San Francisco

Wir erleben „Hereafter – Das Leben danach“ durch die Augen von drei Personen auf verschiedenen Erdteilen. Zwar kreuzen sich ihre Lebenswege am Schluss, doch sie beginnen ihre Reise allein. Matt Damon spielt den Hellseher George Lonegan – er hat genug davon, ständig von verzweifelten Menschen bedrängt zu werden, die noch einmal mit ihren verstorbenen Verwandten Kontakt aufnehmen wollen.

Nachdem Damon und Eastwood bereits gemeinsam an „Invictus“ (Invictus – Unbezwungen) gearbeitet hatten, hoffte der Regisseur, seinen Star auch für den neuen Film zu gewinnen – und Damon wünschte sich dasselbe. „Zunächst ging ich davon aus, dass mein Terminkalender das nicht zulässt, weil ich gerade einen anderen Film drehte, als Clint anrief“, erinnert sich Damon. „Meine Antwort: ‚Du rufst mich einfach an und bietest mir ein Drehbuch von Peter Morgan an, das du inszenieren wirst? Du willst, dass ich die Rolle übernehme, während ich an einen anderen Film gebunden bin? Da lasse ich mich doch lieber foltern, als einen solchen Anruf zu bekommen‘“, sagt er, ohne mit der Wimper zu zucken. „Zum Glück hat es dann aber doch geklappt, weil Clint so flexibel ist. Ich arbeite sehr gern mit ihm und seinem Team.“

Weil die Story aus drei Einzelgeschichten in drei Ländern besteht, konnte Eastwood sich beim Drehplan nach Damons Terminkalender richten. „Warum sollten wir nicht erst die beiden anderen Storys drehen und dann mit Matt arbeiten, sobald er zur Verfügung stand?“, fragte sich Eastwood. „Und genauso haben wir es gemacht. Ich bin ein großer Fan von Matt – ich wusste, dass er den Konflikt dieser Figur sehr gut herausarbeiten würde.“

„Ich halte Matt für einen der bedeutendsten Schauspieler der letzten Jahre – man muss sich nur seine Filmografie und die große Bandbreite seiner Rollen anschauen“, kommentiert Kennedy. „Er arbeitet gern mit Clint, weil er weiß, dass er jedes Mal etwas dazulernen wird – als Darsteller oder als Regisseur.“

Damon beschreibt George als „sehr einsam. In den vergangenen drei Jahren hat sich sein Leben von Grund auf verändert, weil er in der Lage ist, zu Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Er selbst will das gar nicht, er sieht es eher als Fluch denn als Gabe an. Er kann zu niemandem mehr intimen Kontakt aufnehmen, weil er immer sofort Visionen hat, wenn er einen anderen Menschen berührt.“

Obwohl George die große Gabe hat, ist ihm durchaus bewusst, dass viele so genannte Hellseher Betrüger oder Pseudo-Wissenschaftler sind. „Wir versuchen zu zeigen, dass er tatsächlich diese Fähigkeit hat“, berichtet Eastwood. „Er ist eben keiner der vielen Scharlatane, die diese Gabe nur vortäuschen. Ob jemand diese Gabe hat und ein anderer nicht, hängt letztlich davon ab, ob die Menschen daran glauben. Aber wir sprechen auch das Problem an, wie manche Menschen ihren Vorteil daraus ziehen, dass andere Kontakt zum Jenseits aufnehmen möchten.“

Georges Bruder Billy (Jay Mohr) möchte diesen existierenden Markt für sich nutzen. „Ich halte Billy für den geborenen Abzocker“, behauptet Mohr. „Sein Bruder verfügt über eine ganz besondere Gabe, und Billy wünscht sich, dass George sie damit reich macht. Obwohl Billy weiß, dass George seelisch völlig ausgelaugt wird, treibt er seinen Bruder gnadenlos an.“

„Die Besetzung von Jay Mohr als Billy hätte nicht einfacher laufen können“, erzählt Lorenz. „Jay stellte sich vor und gab den echten Verkäufer. Rührseligkeit war nicht sein Ding. Jays Billy bietet den idealen Gegenpol zu George.“

Um endlich ein neues Leben zu beginnen, lässt sich George zögernd auf eine Beziehung mit der aus dem Mittleren Westen stammenden Melanie (Bryce Dallas Howard) ein, die er in einem Kochkurs kennen lernt. Dazu Howard: „Melanies Beziehung ist gerade in die Brüche gegangen – deshalb zieht sie nach San Francisco, um ganz neu anzufangen. Als sie George im Kochkurs kennen lernt, scheint er wie für sie gemacht. Sie ist etwas nervös und er ist ein bisschen schüchtern, aber sie verstehen sich sofort sehr gut. Doch als sie sich dann näher kommen, wird deutlich, dass George ein Geheimnis hütet – aber auch Melanie verschweigt etwas.“

Laut Lorenz gelingt es Howard, gerade Melanies Verletzlichkeit deutlich zu machen: „Bryce ist so jugendlich und charmant, dass sie für Melanie wie gemacht erscheint. Die Chemie zwischen ihr und Matt stimmt hundertprozentig – wir haben das gleich in ihrer ersten Szene im Kochkurs gemerkt. Doch dann, in einem emotionalen, herzzerreißenden Moment, erfahren wir, welches große Problem ihr Leben bestimmt.“

„Die Begegnung mit Melanie ist ein Beispiel dafür, dass George kein normales Leben mehr führen kann, weil er diese Gabe eines Wahrsagers hat, oder wie immer man das bezeichnen will“, sagt Eastwood. „Mit diesen beiden identifizieren wir uns – wir wünschen uns, dass sie zueinander finden. Aber das ist nicht so einfach.“

„George leidet darunter, dass er die Seelen seiner Mitmenschen buchstäblich sehen kann“, erklärt Kennedy. „Er erkennt sehr schnell ihr Innenleben – all die Dinge, die nur sie selbst wissen können. Und wenn er dann über diese Entdeckungen spricht, wollen die Betroffenen oft nicht, dass andere davon erfahren.“

Erholung sucht und findet George in Hörbüchern der Romane des viktorianischen Autors Charles Dickens, die der englische Schauspieler Derek Jacobi liest. „George spürt eine Verbindung zu diesem Schriftsteller, der ständig von den Gespenstern in seinem Kopf begleitet wurde“, berichtet Damon.

Um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen, pilgert George zu Dickens’ Haus in London. „George sucht nach einem Ausweg aus seiner jahrelangen Patt-Situation“, sagt Lorenz.

Auf seiner Reise besucht George auch die Londoner Buchmesse, wo er den anderen beiden verlorenen Seelen der Geschichte begegnet. „Alle Figuren im Film versuchen ihr Leben neu zu ordnen“, stellt Damon fest. „Und George muss lernen, welchen Wert seine besondere Gabe darstellt.“

Produktion: Marie in Paris

Marie Lelay ist eine beliebte französische Nachrichtenmoderatorin und Politik-Journalistin. Ihre Geschichte beginnt in einem kleinen Küstenort in Südostasien, wo sie mit ihrem Freund Didier Urlaub macht.

Marie wird von der belgischen Schauspielerin Cécile de France gespielt. Sie sagt: „Marie ist eine starke, wohlhabende Geschäftsfrau, die ihre Arbeit liebt und leidenschaftlich für wahrhaftige Berichterstattung eintritt. Deshalb ist sie eine gute Journalistin, deshalb ist sie so populär. Sie lebt mit dem Produzenten ihrer Nachrichtensendung zusammen – ihre Liebe wird von ihrem hektischen Alltag geprägt. Anfangs spielt das Herz in dieser Beziehung keine große Rolle.“

Eastwood wählte de France aus, nachdem er ihr Bewerbungsvideo schon früh in der Besetzungsphase gesehen hatte: „Ich schaute mir einige Schauspielerinnen an, doch sie stach sofort heraus. Ich kannte Cécile bisher nicht, aber sie ist eine der besten Schauspielerinnen, mit denen ich je gearbeitet habe.“

Maries Leben ändert sich grundlegend, als sie das Hotel verlässt, um auf dem Markt Geschenke für Didiers Kinder zu kaufen. Man hört ein entferntes Grollen, und als sie sich umdreht, sieht sie einen gewaltigen Tsunami auf sich zurollen, der alles vernichtet, was sich ihm in den Weg stellt. „Die Welle reißt sie mit“, sagt de France. „Verzweifelt versucht sie Luft zu bekommen, aber der Sog zieht sie abwärts. Und während sie ertrinkt, hat sie eine Vision. Alles wird ruhig und pechschwarz. Dann bemerkt sie in der Entfernung ein Licht. Die Zeit steht still, und das Licht kommt immer näher. Aber es scheint keine Entwicklung zu geben, keine Gefühle, die Zeit verharrt. Dennoch spürt und versteht sie alles.“

Doch dieses Gefühl hält nicht an – bald schnappt Marie nach Luft und kommt wieder zu Bewusstsein. Dazu Eastwood: „Nach diesem Nahtoderlebnis kehrt sie nach Paris und zu ihrer Arbeit zurück, aber ihr Leben hat sich entscheidend verändert.“

„Alle Mensche reagieren beklommen, wenn sie mit dem Geheimnis des Todes konfrontiert werden“, stellt de France fest. „Was wir nicht unter Kontrolle haben, können wir auch nicht erklären. Dieses Trauma zwingt uns, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass wir alle eines Tages sterben müssen. Nach dem, was passiert ist, kann Marie einfach nicht so weitermachen wie bisher.“

Als sie ihr altes Leben wieder aufnehmen will, merkt sie, dass sich zwischen ihr und ihren Mitmenschen ein Graben aufgetan hat. „Als Journalistin hält sie sich an Fakten – es geht um Bilder und Nachrichten“, berichtet Kennedy. „Doch nach dieser neuen Erfahrung will sie nicht nur genau wissen, was passiert ist, sondern auch die Menschen in ihrer Umgebung merken, dass sie sehr ungeduldig und gereizt ist. Sie wollen nicht einmal darüber sprechen.“

Ihrem Freund und Produzenten gefällt es gar nicht, wie sehr sie sich plötzlich verändert hat. Die Rolle des Didier übernimmt der Franzose Thierry Neuvic – er erklärt: „Didier geht davon aus, dass sie durch den Tsunami extremem Stress ausgesetzt war – sie leidet unter einem posttraumatischen Schocksyndrom. Doch als Pragmatiker kann er nicht begreifen, dass sie sich verändert hat. Also wird die Distanz zwischen ihnen immer größer. Didier will ihr auf diesem neuen Weg nicht folgen.“

Weil Marie bei ihrer Suche nach Antworten völlig auf sich allein gestellt ist, beginnt sie ein Buch über ihre Erfahrungen zu schreiben. Ihre frustrierende Suche nach Informationen führt sie schließlich in ein Hospiz in den Alpen. Die erfahrene Schweizer Schauspielerin und heutige Opernregisseurin Marthe Keller spielt Dr. Rousseau, die dieses Phänomen erforscht und jetzt auch Patienten in ihrem Hospiz betreut.

„Die Wissenschaftlerin Dr. Rousseau erforscht schon ihr Leben lang ein wissenschaftliches Tabu: dass es nämlich überall auf der Welt Menschen gibt, die den Tod erlebt haben und dann ins Leben zurückgekehrt sind“, sagt Keller. „Die Menschen sprechen nicht gern darüber, weil allein diese Vorstellung schrecklich sein kann. Doch Marie hat ihr einen langen Brief geschrieben, in dem sie ihre Erfahrungen und ihre Geschichte offenbart. Marie will nicht nur begreifen, sie möchte auch, dass ihr jemand zuhört. Sie will verstanden werden.“

Auf der Suche nach der Wahrheit kommt Marie schließlich nach London, wo sie jemandem begegnet, der ihr endlich zuhört.

Produktion: Marcus in London

Die Zwillingsbrüder George und Frankie McLaren übernahmen die Hauptrollen in jener der drei Filmgeschichten, die den Verlust zum Thema macht. Casting Director Fiona Weir ließ in London über 100 Zwillingspaare für die Rollen von Jason und Marcus vorsprechen. Die beiden hatten zwar schon auf der Theaterbühne gestanden, aber bisher noch keinen Film gedreht – was Eastwood in Bezug auf „Hereafter – Das Leben danach“ als Vorteil ansah: „Sie haben tolle Gesichter und stammen aus einem Arbeiterviertel. Sie hatten praktisch keine Erfahrung, waren aber mit Feuereifer dabei und wirkten so natürlich, dass sie mir sofort gefielen.“

„Sie entsprachen vollkommen der Beschreibung der Zwillinge in Peters Drehbuch“, fügt Kennedy hinzu. „Clint entlockte ihnen eine verhaltene Sensibilität, die vom Verlust geprägt ist – wir spüren, dass sie ein Geheimnis teilen.“

Die Zwillinge Jason und Marcus wohnen in einer Sozialwohnung in einem Londoner Arbeiterviertel. Ihre Mutter Jackie (Lyndsey Marshal) ist süchtig – den Jungen droht das Jugendamt und eine Pflegefamilie. „Jackie liebt ihre Kinder, doch allein kann sie nicht für sie sorgen“, berichtet Marshal. „Sie ist selbst noch sehr jung, hat kaum Geld und verfällt den Drogen. Die Jungs möchten ihr unbedingt helfen und spielen den Leuten vom Jugendamt heile Welt vor, als die in der Wohnung auftauchen. Sie sind viel klüger, als man bei ihrem Alter vermuten würde – sie wissen, dass sie die Situation irgendwie bewältigen müssen.“

Der zwölf Minuten ältere Jason ist der selbstbewusstere Zwilling und sorgt für seine Mutter und seinen Bruder. „Sie sind sich sehr nah, weil sie kaum Freunde haben“, sagt Frankie McLaren. „Sie halten zusammen, weil ihnen sonst niemand hilft.“

Als Jason für seine Mutter Besorgungen macht, wird er von einem Auto überfahren – plötzlich muss Marcus allein auskommen. Für ihn ist das unvorstellbar. „Marcus ist gewissermaßen der Schwächere der beiden. Als sein Bruder auf tragische Weise umkommt, wird Marcus aus der Bahn geworfen – er weiß nicht, was er tun, wie er sein Leben anpacken soll“, kommentiert Lorenz. „Er ist völlig hilflos und braucht Unterstützung.“

„Er ist jetzt besessen davon, Kontakt zu seinem Bruder aufzunehmen“, fügt Kennedy hinzu – auch sie ist ein Zwilling. „Er versucht sich ein sinnvolles Leben aufzubauen, nachdem er jetzt auf den Menschen verzichten muss, der ihm so ähnlich war. Wahrscheinlich empfindet jeder so, der einen Bruder oder Elternteil verliert. Doch identische Zwillinge haben sicher das Gefühl, einen Teil von sich selbst zu verlieren. In diesem Aspekt der Story finde ich mich definitiv wieder. Doch ich glaube, dass jeder etwas damit anfangen kann, wenn man sich in diese Art Beziehung hineindenkt.“

Die McLaren-Zwillinge spielten Jason und Marcus abwechselnd, was den Eindruck noch verstärkt, dass sie beide die Hälften eines Ganzen sind. „Es gibt wohl keinen schwerer wiegenden Verlust als den eines Zwillings, mit dem man buchstäblich dieselben Gene teilt“, sagt Peter Morgan. „Besonders schlimm wird es, weil die Jungen in unserer Geschichte noch so klein sind und nur ihr gemeinsames Leben kennen.“

Marcus klammert sich in Gedanken an Jason – und buchstäblich an den Hut, den sein Bruder stets getragen hat. „Jason trägt eine besondere Kappe“, sagt George McLaren. „Und als er überfahren wird, setzt Marcus sie auf. Er trägt sie sogar im Bett und trennt sich nie von ihr.“

Marcus’ Isolation wird noch dadurch verstärkt, dass er nach dem Unfall seiner Mutter weggenommen und in einer Pflegefamilie untergebracht wird. „Er ist noch sehr klein – er misstraut der Welt und uns ganz besonders“, sagt die Irin Niamh Cusack, die Marcus’ Pflegemutter spielt. „Er braucht das Gefühl, dass Jason immer noch da ist. Nur das gibt ihm ein wenig Sicherheit.“

Marcus will Verbindung zu seinem Bruder aufnehmen und begibt sich auf eine Odyssee durch das Internet, um Kontakt zu Hellsehern und Medien zu bekommen. „Er fragt überall herum, ob jemand den Kontakt zu Jason herstellen kann. Dabei gerät er an alle möglichen Scharlatane, die behaupten, mit den Toten kommunizieren zu können – was aber nicht stimmt“, sagt Eastwood.

Doch auf seiner Suche stößt Marcus schließlich auf einen Namen und auf das dazugehörige Gesicht: George Lonegan. Daraufhin bemüht er sich ganz allein, jene Person aufzuspüren, die ihm endlich die gewünschten Antworten geben kann.

Produktion: Die Dreharbeiten

Nachdem Eastwood sein bewährtes Team aus künstlerischen und technischen Mitarbeitern zusammengeholt hatte, begannen die Dreharbeiten, die es um die halbe Welt führte – von London über Paris nach San Francisco und Maui.

„Im Mittelpunkt des Films steht ein zeitloses Thema“, sagt Damon. „Denn die Menschen überall auf der Welt stellen sich dieselben Fragen – das war immer so und wird auch so bleiben. Es ist wunderbar, an einer Story von so universeller Dimension zu arbeiten – und dass wir in so viele verschiedene Länder reisen durften, um sie zu drehen.“

Weil der Film ständig zwischen den Handlungssträngen wechselt, achtete Eastwood gemeinsam mit Produktionsdesigner James J. Murakami darauf, dass die Zuschauer jederzeit wissen, wo sie sich befinden. „Clint legte Wert darauf, dass jede Story unverwechselbare, jederzeit wieder erkennbare Schauplätze bietet“, sagt Murakami. „Es war also wichtig, dass wir Paris als moderne, elegante Metropole zeigen, während San Francisco die Atmosphäre der Mittelklasse bietet und Marcus’ London von Elend und Not geprägt wird. In mancher Hinsicht spiegelt die Umgebung die jeweilige Figur, die sich in ihr bewegt.“

Kostümdesignerin Deborah Hopper betonte die individuellen Züge der Hauptfiguren auch in der Kleidung. Sie bestätigt: „Die Kostüme der Figuren im Mittelpunkt sollen die Persönlichkeiten dreier Personen spiegeln, die über die Erde verteilt in ganz unterschiedlichen Umständen leben. In Bezug auf die Entwürfe war das eine sehr große Herausforderung für mich.“

Um die Storys auch technisch voneinander abzuheben, verwendeten Eastwood und sein langjähriger Kameramann Tom Stern eine digitale Zwischenkopie. Das heißt: Das Filmmaterial wird eingescannt, damit man die Farbgebung der Bilder im Computer manipulieren kann. „Wir gehen dabei sehr subtil vor, aber jede Stadt bekommt so einen etwas anderen Look, der sich auf die Handlung der jeweiligen Story bezieht“, erklärt Stern.

Die Dreharbeiten begannen in Chamonix in den französischen Alpen zu Füßen des Mont Blanc, wo Marie Dr. Rousseau besucht. „Ich fühlte mich wie im Paradies“, schwärmt Cécile de France. „Das war eine wahrhaft magische Erfahrung.“

Dann reiste das Filmteam nach Paris, um Maries Rückkehr in ihre Heimatstadt zu drehen. Der französische Aufnahmeleiter Antonin Depardieu besorgte Genehmigungen für etliche Schauplätze, die Maries weltmännisch-niveauvolles Milieu illustrieren. „Marie steht für das temporeiche, moderne Hochglanz-Paris“, berichtet Murakami. „Dennoch spielt auch die Tradition eine wichtige Rolle.“

Gedreht wurde in Paris an der Place de la Madeleine und am Palais de Chaillot gegenüber dem Eiffelturm. Maries Wohnung befindet sich in einem Steinbau aus dem 19. Jahrhundert am Boulevard Malesherbes, wo die Nachtaufnahmen von Legionen von Eastwood-Fans begleitet wurden, die dem Team zujubelten.

Hopper kleidete Marie in luxuriöse Stoffe und Muster mit ausdrucksstarken Farben, sie verwendete Kaschmirwolle und Leder. Akzente setzte sie mit Schals von Hermès. Dazu Hopper: „Marie ist eine Frau von Welt – selbstbewusst, schick und sehr weiblich. Nach ihrem Nahtoderlebnis ändert sich ihr Äußeres – der Modeaspekt tritt zurück. Sie kleidet sich legerer, in gedeckten Farben, sie wirkt zugänglicher und offener für neue Eindrücke.“

Nach einer Woche in Paris wechselte das Team nach London, wo der britische Aufnahmeleiter Martin Joy die Genehmigung bekommen hatte, in den Chancellor Estates zu drehen, die im Stadtteil namens Elephant und Castle liegen. „Diese Blocks mit Sozialwohnungen wurden vor 40 Jahren gebaut und sollten eigentlich nur 30 Jahre halten“, berichtet Murakami. „Die Behörden wollten sie schon längst abreißen, um neue Wohnungen zu bauen. Die Gegend ist reichlich heruntergekommen – sie passt also sehr gut als Umgebung für unsere Figuren.“

Ein besonders ungewöhnlicher Schauplatz war das Charles Dickens Museum, das sich im letzten noch vorhandenen Londoner Wohnhaus des viktorianischen Autors befindet. Hier schrieb er zwei seiner berühmtesten Romane: „Oliver Twist“ und „Nicholas Nickleby“. Das Museum erlaubte dem Filmteam, mit Matt Damon in dem engen Haus eine Touristenführung zu drehen, an der George teilnimmt. „Sie haben uns sehr zuvorkommend unterstützt“, sagt Eastwood. „Und wir haben uns sehr bemüht und uns genug Zeit gelassen, damit wir nichts beschädigten.“

Hier entdeckt George das Gemälde „Dickens’ Traum“: Es zeigt den Autor schlafend an seinem Schreibtisch, wobei die Figuren aus seinen Romanen um ihn herumfliegen. „Als George das Bild sieht, merkt er, dass er mit diesem Menschen verbunden ist, dessen Geister durch seinen Kopf schwirren und ihn ständig begleiten“, erzählt Damon. „Es war wirklich überwältigend, die Szene am Originalschauplatz vor dem tatsächlichen Gemälde drehen zu dürfen.“

In London werden die Storys zusammengeführt – deshalb verwandelt sich die Umgebung auch optisch von Marcus’ städtischem Viertel in das gefälligere viktorianische Viertel mit dem großen Alexandra Palace, der als Location für die Londoner Buchmesse dient. Das Team lud Verleger ein, in dem spektakulären Gebäude ihre Buchstände aufzubauen, und 275 Komparsen bevölkerten die Messe als Besucher, Autoren und Verkaufspersonal der verschiedenen Verlage.

Zu den weiteren Schauplätzen zählen die pittoreske viktorianische Arkade am Leadenhall Market sowie Conway Hall, in dem das Zentrum zur Förderung des Übersinnlichen eingerichtet wurde. Hinzu kommen die U-Bahnhöfe Liverpool Street und Charing Cross sowie das Mayfair Hotel und das Columbia Hotel.

Nachdem ein Großteil der europäischen Szenen abgedreht waren, traf sich das Team zwei Ozeane weiter in San Francisco wieder, wo George Lonegan zu Hause ist.

Wie seine Kollegen in Europa bemühte sich Aufnahmeleiter Patrick O. Mignano in San Francisco um Drehorte, mit denen man den Schauplatz auf Anhieb identifizieren kann: das Crissy Field im Golden Gate Park und das Presidio, aber auch die C&H Sugar Company im Norden der Stadt, in der Georges industrieller Arbeitsplatz angesiedelt ist.

Georges Apartment wurde im historischen Viertel Nob Hill eingerichtet – von dort kann man ein Wahrzeichen der Stadt sehen: das Transamerica Building. „Ich stamme aus dieser Gegend, kenne mich dort also aus, und die Wohnung, die wir aussuchten, ist typisch für viele Apartments in diesem Viertel“, sagt Eastwood. „Nicht alles in dem Gebäude wird dem rechten Winkel untergeordnet. Schon die Eingänge sind verwinkelt, und der Kamera bieten sich interessante Perspektiven, die weit über vier einfache Wände hinausgehen. Außerdem ist es ein schönes altes Viertel. Im Erdgeschoss befindet sich ein italienisches Restaurant – das war für George genau das Richtige.“

Weil die Wohnung mit ihren 65 Quadratmetern sehr eng ist, mussten sich Eastwood, Stern und Kameraassistent Steve Campanelli oft in die kleinsten Ecken drängen – sie benutzten für diese Aufnahmen meist die wendige Steadicam. Doch durch diese Atmosphäre konnte der Regisseur ganz nah am Lebensumfeld seiner Figuren bleiben – so betont er die intimen menschlichen Schicksale, die sich vor dem episch großen Panorama des Films entfalten.

Dieser Gegensatz wird überdeutlich in der Tsunami-Sequenz, die in dem Ort Lahaina auf der Hawaii-Insel Maui entstand. „Wir hatten eine Vielzahl möglicher Drehorte für diese Szene zur Auswahl“, berichtet Lorenz. „Wir brauchten eine Art Gasse, die zum Strand führt, wo die Menschen dann entlanglaufen, als sie vor der Welle flüchten. In diesem Sinne war die Front Street auf Maui die ideale Location.“

Um den Moment zu filmen, in dem Cécile de France und ein kleines Kind von den Wassermassen erfasst werden, montierten Stern und Campanelli die Kameras auf Surfbretter und paddelten aufs Meer hinaus – dicht gefolgt von Eastwood selbst. „Ich hatte noch nie erlebt, wie Clint ins Wasser springt, aber im Grunde entspricht es genau seinem Regiestil“, sagt Lorenz. „Er will immer hautnah dabei sein, um sicherzustellen, dass er auch das bekommt, was er will – er will jeden Blickwinkel der Kamera einrichten.“

„Wir waren überwältigt“, erinnert sich Kennedy. „Die Wogen hatten eine ungeheure Höhe. Es war fast unmöglich, die Kamera auf dem kleinen Surfbrett zu halten. Und Clint sprang einfach hinein, zog sich auf das Boot hoch, überprüfte die Kamera und sprang dann wie alle anderen wieder ins Wasser. Rob und ich standen dagegen ganz gemütlich am Strand und dachten nicht im Traum daran, ins Wasser zu gehen“, grinst sie und fügt hinzu: „Doch Clint und die Schauspieler und das Kamerateam nahmen das auf sich, um die Einstellung hinzubekommen. Das war in jeder Hinsicht wirklich bemerkenswert.“

De France war ganz begeistert von der Sequenz im Meer. „Clint legt auf Realismus größten Wert“, sagt sie. „Er ermöglicht den Zuschauern, hautnah an den Hauptfiguren dranzubleiben. Als Schauspielerin war es für mich richtig aufregend, im Wasser meine eigenen Stunts auszuführen.“

„Ich habe nie selbst einen Tsunami erlebt, aber mein Sohn war 2004 in Thailand, als es zu der großen Tsunami-Katastrophe kam, und ich habe mit sehr vielen Leuten gesprochen, die das miterlebt haben“, sagt Eastwood. „Viele Menschen haben Fotos gemacht – man kann die verheerende Gewalt erkennen.“

Um die eigentliche Welle zu illustrieren, recherchierten der für die visuellen Effekte zuständige Michael Owens und sein Team die tragischen Ereignisse von 2004, schauten sich dokumentarische Filmaufnahmen und Fotos an und fügten Elemente hinzu, die das Geschehen aus Maries persönlichem Blickwinkel betonen. „Die Sequenz ist kompliziert, weil Clint sie nicht so filmt, wie man sie in den Nachrichten zeigen würde“, sagt Cutter Joel Cox, der schon seit 35 Jahren mit Eastwood zusammenarbeitet und zusammen mit Gary Roach den Schnitt von „Hereafter – Das Leben danach“ verantwortet. „Wir versuchen sie so zu gestalten, wie die Menschen ihre Erlebnisse beschreiben, die mit dabei waren – die meisten Menschen werden so etwas niemals erleben. Alle Einstellungen und Effekte dienen nur dazu, durch Maries Augen einen Eindruck davon zu vermitteln, was es bedeutet, einen Tsunami zu überleben – beziehungsweise, wie in unserer Geschichte, zu ertrinken und dann ins Leben zurückzukehren.“

Die komplexe Sequenz entstand aus Komponenten, die am Strand von Lahaina gedreht wurden, aber auch aus Aufnahmen, die im gewaltigen Wasserbecken der britischen Pinewood-Studios entstanden. „Soweit irgend möglich, dreht Clint immer an Originalschauplätzen. Was die visuellen Effekte angeht, macht das die Sache nicht einfacher, aber dadurch ist der Realismus der Bilder gewährleistet“, sagt Michael Owens. „In diesem Fall konnten wir Cécile im Becken filmen, vor der Greenscreen, wie sie Wasserkanonen ausgesetzt wird, wie sie von Wasserwirbeln umspült wird – so bekommen wir ein unmittelbares Gefühl dafür, was Marie durchmachen muss.“

Owens arbeitete dabei mit der auf Wassereffekte spezialisierten Firma Scanline zusammen und verwendete Laserscans aller Elemente – Strand, Schauspieler, den vom Tsunami mitgerissenen Schutt –, um ein digitales Modell zu erstellen, das als Vorlage für die verheerende Welle diente.

„Das war eine wirklich ungewöhnliche Aufgabe“, sagt Eastwood. „Es war äußerst schwierig, das überzeugend darzustellen, weil Wasser ein besonders kompliziertes optisches Element ist – aber anders ließ sich das nicht machen. Wir mussten einfach einige im Computer erstellte Bilder verwenden, weil wir sonst nicht das zeigen könnten, was unsere Geschichte verlangt. Und Michael hat auf hervorragende Weise dafür gesorgt, dass die Welle echt wirkt.“

Eastwood ist bekannt dafür, seine Filmmusik selbst zu komponieren und die Einspielung sorgfältig zu überwachen – auch den Soundtrack für „Hereafter – Das Leben danach“ hat er zusammengestellt.

Der australische Dirigent Ashley Irwin leitete ein Orchester mit 22 Musikern, während Eastwood, Lorenz und Cox zuhörten. Eastwood verwendete Motive aus Rachmaninows zweitem Klavierkonzert, aber auch zwei einfache, elegische Themen, die der Regisseur selbst für den Film komponierte. Im Tonstudio war auch der Pianist Gennady Loktionov aus dem kalifornischen Carmel zugegen – er arrangierte Eastwoods Kompositionen.

„Clint schreibt seine Musik selbst, um die Atmosphäre zu schaffen, die er sich für den gesamten Film wünscht“, sagt Cox. „Er ist ein Jazzer, er liebt die freie Form, die sich fließend entwickelt. Seine Filmmusiken sind minimalistisch – sie sollen nur die Geschichte unterstützen.“

Dasselbe lässt sich über Eastwoods gesamtes Vorgehen bei der Filmarbeit sagen. Obwohl er eindeutig das Heft in der Hand behält, orchestriert er die komplizierten Dreharbeiten in mehreren Ländern mit der für ihn typischen lockeren und humorvollen Art. „Er führt seit 40 Jahren Regie und weiß, wie man die richtige Atmosphäre für das Team schafft“, sagt Damon. „Er kennt sich in allen Filmberufen aus und weiß, wie man den einzelnen Mitwirkenden die Arbeit erleichtert. Entsprechend haben alle das Gefühl, ihre eigene Spitzenleistung einbringen zu können, und dabei macht die Arbeit sogar noch Spaß.“

Kennedy hatte mit Eastwood und Lorenz bereits „The Bridges of Madison Counrty“ (Die Brücken am Fluss) gedreht und freute sich sehr, wieder mit ihnen arbeiten zu dürfen. „Meine Erfahrung mit Clint damals war wunderbar – ich bin ungeheuer dankbar, das wiederholen zu dürfen“, stellt sie fest. „Jemanden wie ihn gibt es nur einmal.“

Cécile de France erlebte ihren ersten Film mit Eastwood als Offenbarung: „Ich spürte, dass er mir völlig vertraut – deshalb bin ich bereit, meine gesamte Energie, mein ganzes Potenzial einzubringen.“

„Clint wünscht sich, dass sich alles ganz natürlich entwickelt, was heißen soll, dass die Schauspieler spontan sein dürfen und der Arbeitsprozess reibungslos und schnell abläuft“, sagt Lorenz, der mit dem Regisseur schon über ein Jahrzehnt zusammenarbeitet. „Er vertraut seinen Mitarbeitern, und allein durch seine Gegenwart schafft er eine fantastische Arbeitsatmosphäre. Das geht alles von ihm aus.“

„Wenn man sich eine Filmszene vornimmt, hat man intuitiv eine Vorstellung, wie sie ablaufen sollte“, sagt Eastwood. „Ich stelle mich gern auf Geschichten ein und lasse sie sich ganz natürlich entwickeln, indem ich die Beteiligten näher kennen lerne. In diesem Film hat jede der Hauptfiguren etwas, was die anderen brauchen – nicht unbedingt die richtigen Antworten, aber einen Ausgangspunkt, von dem aus man sein Leben fortsetzen kann. Sie alle müssen sich einfach nur nach Kräften bemühen, so lange sie sich noch im Diesseits befinden.“

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