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Kritikerrezensionen

    1. Für sein Langfilmdebüt hat sich Regisseur Braden King in erster Linie ein außergewöhnliches Setting ausgesucht. Armenien war bislang eher selten Schauplatz des Leinwandgeschehens. Das Land ist aber nicht nur Handlungsort, sondern viel mehr eine weitere Figur des Films, die ein Parallele zu den Sehnsüchten und Problemen der beiden Protagonisten bildet. In ruhigen, fast reglosen Bildern, zeigt Kameramann Lol Crawley
      diese wunderschöne abwechslungsreiche Landschaft. Und wenn sich die Kamera doch mal bewegt, dann in Form eines langsamen, ausladenden Schwenks, der Stück für Stück die Umgebung etabliert: Erst sind nur zwei Kühe zu sehen, die irgendwo auf einer Wiese grasen, dann wird daraus eine kleine Herde, im Hintergrund sind Hügel zu sehen, als nächstes erfasst die Kamera dann den Aufseher zu Pferd, dann folgen noch mehr Kühe sowie eine komplette Schafherde...

      Das zweite, was einem ins Auge fällt, ist Ben Foster als Will Shepard. Der junge Schauspieler war bislang hauptsächlich in Nebenrollen zu sehen, spielte dabei aber oftmals den eigentlichen Protagonisten an die Wand. In seiner Rollenbiographie sind überwiegend Wahnsinnige und abgrundtief böse Menschen zu finden – Mars Krupcheck in „Hostage“ zum Beispiel oder Charlie Prince in James Mangolds „Todeszug nach Yuma“. Ben Foster ist aber auch äußerst wandelbar, ob als Mutant mit Engelsflügeln in „X-Men – der letzte Widerstand“ oder als Soldat in „The Messenger“, der Hinterbliebenen die traurige Nachricht vom Tod ihres Angehörigen überbringen muss. In „Here“ ist Ben Foster endlich wieder in einer Hauptrolle zu sehen, spielt einen – für ihn – ganz neuen Typ Mann und stellt somit erneut seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis. In der Rolle des grüblerischen Landvermessers geht er vollkommen auf und ist in den ersten Sekunden seines Auftretens gar nicht unbedingt als Ben Foster zu erkennen.

      Wills und Gadarines Träume und Erinnerungen verbildlicht King als wären es aneinandergereihte Fotos, die blitzartig aufeinander folgen. Für diese Sequenzen wurden mehrere Filmstreifen auf einander gelegt und mehrfach farblich belichtet, was ihnen einen experimentellen Charakter verleiht. King hebt sich so deutlich von der gängigen Art Träume und Flashbacks als solche kenntlich zu machen ab und verbindet so auf sehr sinnvolle Weise den narrativen Erzählstrang mit den experimentellen Traum- und Erinnerungssequenzen.

      Im Zentrum dieses ungewöhnlichen und (im positiven Sinne) langatmigen Roadmovies steht die Liebesgeschichte zwischen Will und Gadarine. Sie entsteht aus einer zufälligen Begegnung heraus, aus der bald tiefe Verbundenheit wird. Die beiden Akteure überzeugen aber nicht nur in den verliebten Momenten, sondern lassen den Zuschauer auch an den Schwierigkeiten teilhaben, die auch eine junge Liebe mit sich bringt, insbesondere, wenn kulturelle Kontraste und unterschiedliche Lebensweisen überbrückt werden müssen.

      Fazit: Ein ungewöhnlich ruhig erzähltes Roadmovie, das die atemberaubende Landschaft Algeriens auf die Leinwand bringt und einen hervorragenden Ben Foster in der Hauptrolle zu bieten hat.

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