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Fakten und Hintergründe zum Film "Henri 4"

Kino.de Redaktion |

Henri 4 Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

2001 erwarb Regina Ziegler die Filmrechte an Heinrich Manns Roman HENRI QUA TRE. Sieben Jahre hat es gedauert, bis das außergewöhnliche Budget von fast 20 Millionen Euro aufgebracht war.

HENRI 4 ist eine Produktion der Ziegler Film GmbH & Co. KG in Co-Produktion mit Geteve (Frankreich), dem Institut del Cinema Catalá/ICC (Katalonien), der Wega Film (Österreich), den Sendeanstalten WDR (federführend), BR, SWR, MDR, NDR, der DEGETO und Arte sowie France 2, Arte France Cinéma, ORF und Televisio de Catalunya, außerdem der B.A. Produktion GmbH der Arri Group und der MMC Independent GmbH. Gefördert wurde der Film von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, dem Deutschen Filmförderfonds DFFF, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, dem FilmFernsehFonds Bayern FFF, der Filmförderung Baden-Württemberg, der Filmförderungsanstalt FFA und dem MEDIA Programm der Europäischen Union.

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HENRI 4 kommt im Verleih der Central Film in die Kinos. Der Weltvertrieb liegt in den Händen der Bavaria International. Zum ersten Mal wurde in Deutschland ein großer historischer Spielfilm im HD-Format mit der neuentwickelten D21-Kamera gedreht. Der erste Drehtag von HENRI 4 war ein so genannter „Vorab-Drehtag“: Am 25. August 2008 entstand die Szene „Henri am Meer“ am Brodtner Steilufer bei Lübeck.

Es folgten vier intensive Tage mit 300 Komparsen und 75 Stuntleuten: Die Schlachtformationen wurden geprobt. Am 1. September 2008 begannen die offiziellen Dreharbeiten in der Tschechischen Republik: In Bilina filmte man die Schlachtsequenzen. Duchcov diente als Garten des Louvre, Vysluni doubelte die Basilika von Saint-Denis. In der Invalidovna in Prag drehte man die Louvre Innenszenen.

Die Schlucht „Amerika“ bei Morina diente als Außenmotiv für die Berge von Pau, wo Henri seine Kindheit verbrachte. Ende Oktober zog die Crew um nach Bourges in Frankreich. Hier entstanden die Außenaufnahmen der Schlösser und Stadtpaläste: Gedreht wurde in Bannegon, Bourges und Buranlure. Die Schloss-Innenräume fand man in Deutschland: in Kommern, Myllendonk, Adendorf und Bubenheim bei Köln. Straße und Marktplatz von Paris wurdein den MMC Studios in Köln nachgebaut.

Mitte Dezember wechselte das Team zum letzten Mal den Standort: Es ging nach Bayern. Hier entstanden unter anderem die Aufnahmen während der Jagd und Henris Flucht. Gedreht wurde bei Garmisch-Partenkirchen, an der Loisach bei Kochel und in einem Waldstück in der Jachenau. Die Dreharbeiten endeten am 22. Dezember 2008. Sie dauerten 72 Tage. Insgesamt filmte die Crew in 21 Städten und Dörfern. Die Besetzungsliste verzeichnet 71 Schauspieler. Am 3. September entstanden Teilsequenzen des Bild 69: die große Schlacht. An diesem Tag waren über 750 Menschen am Drehort im Einsatz. Vor der Kamera agierten sechs Schauspieler, 378 Komparsen, 96 Stuntleute und 40 Pferde. Hinter der Kamera arbeiteten 282 Team-Mitglieder unter Verwendung von drei großen und acht kleinen Digital-Kameras.

Statement des Regisseurs Jo Baier

Ich möchte, dass man begreift, warum wir diesen Film machen mussten. Es geht um Humanismus in einer inhumanen Zeit. Wir führen die Menschenliebe gegen den Fanatismus ins Feld, die Großzügigkeit gegen den Hass.

Henri kämpfte sein Leben lang gegen Fanatismus, für Glaubensfreiheit und ein geeintes Europa. Ziele, die wir auch heute noch nicht erreicht haben, die angesichts von Terroranschlägen und Glaubenskriegen von trauriger Aktualität sind. Einen Kostümschinken über einen französischen König der Renaissance wollten wir nicht drehen! Es wird keine Ausstattungsorgie und kein Perückenfestival!

HENRI 4 sollte anders werden: Einfach und unmittelbar, Kostüm und Ausstattung auf das Nötigste beschränkt, konzentriert auf die Darsteller, ihre Motive, ihre Emotionen, ihre Psychologie; glaubwürdig müssen wir sein, aber nicht selbstverliebt in die Opulenz des Möglichen. Dafür lieber lebendiger, ungeschminkter, geradezu dokumentarischer. Ich möchte, dass man alle diese Menschen ganz nah erlebt, ganz authentisch und direkt; Henri und all die anderen müssen so gegenwärtig werden wie Menschen von heute, sie müssen uns anspringen und nicht als historische Gestalten im Goldrahmen erscheinen, weit weg und längst vergessen.

Ich wollte in historischem Gewand einen ganz und gar modernen Film erzählen, etwas, was ich selbst so noch nicht gesehen habe. Oder höchst selten. Einen historischen Film, der so gedreht ist wie ein Film von heute: bewegt, schnell, aggressiv in Schnitt, Bild und Ton. Nichts ausgezirkelt, nichts einem Gemälde gleichend. Im Gegenteil! Nicht die Schönheit der Renaissance interessiert mich, sondern ihre Nähe zu unserem Heute, die uns ja mit Shakespeare sehr unmittelbar vor Augen tritt.

Mit dokumentarischer Rauheit will ich dabei vorgehen; so will ich die Stadt beschreiben, das Land, die Bauern und die Höflinge; als hätte es damals schon den Dokumentarfilm gegeben; so will ich die Hochzeit schildern und den Krieg. Man muss das alles riechen, spüren, mit allen Sinnen erfahren und begreifen können, miterleben, betroffen sein, nicht genüsslich betrachten, schon gar nicht distanziert! Natürlich wird der Hof anders aussehen als die Schlachtfelder. Aber köstlich oder kulinarisch wird weder das eine noch das andere! Ein ungebärdiger Film sollte das werden, der frechste, den ich je gemacht habe. Und der mutigste.

Produzentin Regina Ziegler über den Film

Als die Nazis Deutschland beherrschen, setzt Heinrich Mann sein Menschenbild dagegen. Für ihn gewinnt es Gestalt im von ihm heiß geliebten Frankreich, in der noch immer lebendigen Legende von König Henri Quatre, den sie „den guten König Henri“ nannten.

Krieg im Namen des Glaubens – da kennt die Geschichte viele Beispiele. Vor Henri und auch noch viel später: Mal sind es Katholiken gegen Protestanten, zuletzt in Nordirland. Mal sind es Islamisten gegen die westlichen Christen wie derzeit zwischen Kabul und Beirut, zwischen Islamabad und Manhattan. Dabei zeigt sich in allen diesen Fällen: Der Glaube wird auch als Instrument politischer Macht eingesetzt. Oft ist er nur das Gewand, in dem sich die Machtgier verhüllt und zugleich zeigt. Hinter dem Glauben verstecken sich Politiker, denn sie brauchen Gründe, um zu rechtfertigen, was sie anrichten – Hass und Verrat, Krieg und Vernichtung. Das war im 16.Jahrhundert nicht andersals heute.

Henri Quatre und seine Geschichte sind für mich daher immer beides: die sehr lebendige, sehr konkrete, sehr persönliche Geschichte eines Mannes, der die unheimliche Verbindung von Politik und Glaube, die furchtbaren Folgen des Missbrauchs der Religion an sich erlebt und sichtbar macht, der diese Verbindung und zuletzt sich selbst zerstört. Und gleichzeitig die absolut zeitlose Fabel eines unzerstörbaren Humanisten, ein „Das war einmal“ und „Das ist noch immer so“.

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