Helden der Nacht - We Own the Night

  1. Ø 3
   2007
Helden der Nacht - We Own the Night Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Helden der Nacht - We Own the Night: Hochkarätig besetztes Gangsterdrama, um zwei Brüder auf entgegengesetzten Seiten des Gesetzes, die ins Kreuzfeuer eines Drogenkrieges geraten.

1988 managt der partyfreudige Bobby Green (Joaquin Phoenix) den New Yorker Nachtclub des russischen Pelzhändlers Marat (Moni Moshonov), der ihn wie seinen eigenen Sohn behandelt. Doch die Kundschaft besteht aus Gangstern, mit denen Marats Neffe Vadim (Alex Veadov) Drogenhandel betreibt. Bobby hält seine Verwandtschaft wohlweislich geheim: Sein Vater (Robert Duvall) ist Polizeichef, Bruder Joseph (Mark Wahlberg) beim NYPD. Als der eine Razzia anordnet, schießt ihn Vadim nieder.

Zwei Brüder auf entgegen gesetzten Seiten des Gesetzes geraten verhängnisvoll ins Kreuzfeuer eines Drogenkrieges im dritten qualitativ hochwertigen Gangsterthrillerdrama von James Gray („The Yards„), bei dem eine hochkarätige Besetzung ins düstere Milieu abtaucht.

Bobby Green, Manager in einem russischen Nachtclub, der von lokalen Gangstern frequentiert wird, versucht sich aus dem Teufelskreis der Gewalt herauszuhalten – es soll nicht bekannt werden, dass sein Bruder Joseph und sein Vater Burt Polizisten sind. Als Joseph schwer verletzt wird, muss er seine Passivität aufgeben.

New York, 1988: Bobby Green managt den Nachtclub des russischen Pelzhändlers Marat, der ihn wie einen Sohn behandelt. Die eigene Familie hingegen hält Bobby streng geheim. Ist doch sein Vater Bert Grusinsky Polizeichef und sein Bruder Joseph ebenfalls ein Cop beim NYPD. Da Marats Neffe Vadim seine Drogengeschäfte im Club betreibt, setzt Joseph eine Razzia an. Dies bezahlt er mit einem Schuss ins Gesicht. Trotz des angespannten Verhältnisses zu seiner Familie erklärt Bobby sich nun bereit, Vadims Organisation zu infiltrieren.

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    James Gray hat alles für einen guten Thriller zusammengestellt: tolle Darsteller, dramaturgisches Potenzial, eine bestimmte Zeit und Ort (Brooklyn 1988) und eine ambitionierte Story: Ein Familienkonflikt wird mit dem Kampf der Polizei gegen einen anscheinend kaum zu fassenden, äußerst brutalen Gegner verknüpft: der russischen Drogen-Mafia. Die Atmosphäre des Films und die über lange Zeit ungleichen Brüder - Joaquin Phoenix als das schwarze Schaf der Familie und Mark Wahlberg als rechtschaffener Polizist mit Ladehemmung - nehmen das Publikum bis zum Schluss gefangen.

    Jurybegründung:

    Die Atmosphäre des Films, die über lange Zeit ungleichen Brüder nehmen den Betrachter gefangen, wenn gleich die Dramaturgie doch ein wenig Mühe hat, über zwei Stunden zu fesseln.

    Was passiert? Ein Familienkonflikt wird mit dem Kampf der Polizei gegen einen anscheinend kaum zu fassenden, äußerst brutalen Gegner verknüpft. Der Vater, ein erfahrener Chief des New Yorker Police Departments, hätte es gern gesehen, dass beide Söhne seinen beruflichen Spuren gefolgt wären; doch nur Joseph wird ein erfolgreicher Cop, der die russische Drogen-Mafia vernichten will. Das dramatische Geschehen nimmt seinen Lauf, als sein Bruder Bobby, Manager eines gut besuchten, zwielichtigen Nightclubs, sich entscheiden muss, auf welcher Seite des Rechtssystems er steht.

    Nun bietet der Film bekannte Zutaten eines Thrillers, in dem das Gute letztendlich siegt, wenn auch mit schmerzlichen Verlusten. Kritisch ist in der filmischen Umsetzung gleichwohl anzumerken, dass das "Böse" schon auf den ersten Blick zu erkennen ist - fast wie in einem Märchen.

    Die Jury war darüber hinaus von einzelnen Szenen durchaus beeindruckt wie beispielsweise der Auto-Jagd auf dem regennassen Highway, insbesondere in deren Einheit von Kameraführung, Schnitt und Sound. Ein anderes Beispiel sei noch erwähnt: Interessante Assoziationen ermöglichte auch die Sequenz, in der der letzte russische Mafiosi im brennenden Maisfeld gestellt wird.

    Zu den Vorzügen des Filmes gehört es weiterhin, die Stärken und Schwächen der darin durchaus gleichen Brüder in ihrem Wechselspiel zu zeigen.

    Der Zuschauer kann so nachvollziehen, dass Joseph in die Verwaltung wechseln wird, sein Bruder dagegen als Polizist den Kampf gegen das Verbrechen aufnimmt. Die aktuelle Vernichtung der russischen Drogen-Mafia ist gelungen, aber...

    Nach einer ausführlichen Diskussion, in der die Schwächen und Stärken abgewogen, aber auch Vergleiche zu Filmen aus dem Mafia-Epos-Genre (Departed - Unter Feinden, American Gangster, Tödliche Versprechen etc.) aus der letzen Zeit herangezogen wurden, entschied sich die FBW-Jury, Helden der Nacht mit dem Prädikat Wertvoll zu würdigen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „We Own The Night“, der Originaltitel des Films, war ein Motto der New Yorker Polizei, die sich Ende der 1980er Jahre einer Welle von Gewalt und Drogen auf den Straßen der Metropole gegenüber sah. Obwohl „Helden der Nacht“ also in den 80ern spielt, ist er so ziemlich das Gegenteil von Neon – und nach strahlenden Helden sucht man hier ebenfalls vergeblich. Regisseur James Gray, Mark Wahlberg und Joaquin Phoenix, die beiden Hauptdarsteller, die den Film auch produzierten, haben ein ausgesprochen ernsthaftes, kein bisschen üppiges Gangster-Drama inszeniert, dem auch Eva Mendes nichts Glamouröses zu verleihen vermag. Ein langsamer, stellenweise schwermütiger Film, in dem nicht Effekte – und leider auch nicht ein ausgeklügelter Plot – im Mittelpunkt stehen, sondern die Figuren und das Drama um die Polizistenfamilie Grusinsky.

    Es ist ja eigentlich nur konsequent, dass nach einer langen Tradition von Filmen über Gangsterfamilien, die den Fokus auch immer auf das Privatleben der Verbrecher richten, nun die Familien der Polizisten im Mittelpunkt eines Genrevertreters stehen. Sicher gibt es immer wieder Polizeifilme, aber „Helden der Nacht“ kommt daher wie ein typischer Gangsterfilm, in dem wir lediglich die Verbrecher ungefähr so gut kennen lernen, wie sonst die Familien der antagonistischen Ordnungshüter. Der Film spielt in einem Milieu, das im Genre zwar immer eine notwendige Nebenrolle spielt, aber eben nur selten die Hauptrolle.

    Umso erstaunlicher ist es, welches Bild der Film von der New Yorker Polizei zeichnet: hart, emotionslos, uniformiert – eine große, unbarmherzige Familie. In den Gangsterfamilien ging es herzlicher zu, und an ihren aufregenden Leben teilzuhaben machte einfach mehr Spaß! Robert Duvall wirkt als Bobbys Vater verbittert, als Deputy Chief ausgebrannt, und wenn das beabsichtigt war, macht er seine Sache richtig gut. Allerdings ist er einer dieser Protagonisten, mit denen man sich als Zuschauer nicht eben identifizieren möchte. Ebenso wenig ist Mark Wahlberg als Joseph Grusinsky eine geeignete Identifikationsfigur, und im Gegensatz zu Robert Duvall spielt er diese Figur noch nicht einmal besonders gut. Wahlberg hat unbestritten eine starke physische Präsenz auf der Leinwand, aber seine Mimik ist gerade in einem Charakterdrama wie „Helden der Nacht“ frappierend überfordert. Der gewohnt tadellose Joaquin Phoenix schließlich wirkt als Bobby irgendwie, als würde er jeden Moment in den schwarzen Anzug schlüpfen und ein Konzert im Knast geben – aber wahrscheinlich kann man einem Schauspieler eine hervorragende Rolle in seiner Vergangenheit nicht zum Vorwurf machen.

    Überhaupt würde man „Helden der Nacht“ unrecht tun, bezeichnete man ihn als schlechten Film; gerade technisch ist er gelungen, Photographie, Montage und Mischung, das alles stimmt. Doch ausgerechnet in der Disziplin, auf die die Filmemacher offenbar ihren Schwerpunkt gelegt haben, zeigt „Helden der Nacht“ Schwächen: er erzählt eine Geschichte, die man nicht unbedingt hören muss, über Leute, die man eigentlich gar nicht kennen lernen möchte. Dennoch werden zumindest Genre-Fans die ungewöhnlich Variation der Erzählperspektive interessant finden. Und einige starke Szenen hat der Film immerhin zu bieten, was nicht zuletzt der Kamera von Joaquin Baca-Asay zu verdanken ist.

    Fazit: Interessante Variation des klassischen Gangsterfilms, die den Fokus der Erzählung auf das Leben einer leider allzu unsympathischen Polizistenfamilie richtet.
  • Hochkarätig besetztes Gangsterdrama, um zwei Brüder auf entgegen gesetzten Seiten des Gesetzes, die ins Kreuzfeuer eines Drogenkrieges geraten.

    New York, anno 1988: Bobby Green (Joaquin Phoenix) managt den florierenden Nachtclub des liebenswürdigen russischen Pelzhändlers Marat, der ihn wie einen Sohn behandelt. Seine eigene Familie hingegen hält der partyfreudige Bobby streng geheim. Ist doch sein Vater Bert Grusinsky (souverän: Robert Duvall) Polizeichef und sein Bruder Joseph (Mark Wahlberg findet Inspiration bei seiner „The Departed“-Rolle) ebenfalls ein Cop beim NYPD. Da Marats Neffe Vadim (Alex Veadov bleibt einen Tick zu farblos als Oberschwein) seine Drogengeschäfte im Club betreibt, setzt Joseph eine Razzia an. Dies bezahlt er kurze Zeit später mit einem Schuss ins Gesicht, dennoch überlebt Joseph. Trotz des gespannten Verhältnisses zu seiner Familie, erkennt Bobby nun, dass Blut dicker ist als Wasser, und erklärt sich bereit, Vadims Organisation zu infiltrieren. Lebensgefährliche Komplikationen und eine persönliche Kehrtwendung sind die Folge.

    Regisseur und Drehbuchautor James Gray, nimmt nach „Little Odessa“ und „The Yards“ (ebenfalls mit Wahlberg und Phoenix) nunmehr zum dritten Mal das russische Umfeld von New Yorks Unterwelt düster bebildert ins Visier. Seine atmosphärische Milieuzeichnung (unterlegt mit klagendem Orchesterscore) umfasst zudem ausführlich den Polizeialltag der alten Hasen mit tadellosem Moralkodex. Zunächst zwischen diesen beiden Welten bewegt sich Protagonist Bobby, der von Phoenix nuanciert realistisch zum Leben erweckt wird. Der innere Konflikt, wo seine Loyalitäten gelagert sind (seine von Eva Mendes dargestellte Freundin erschwert sein Dilemma zusätzlich), bildet das emotionale Kernstück des routinierten Thrillers. Auch wenn sich manche Plotstränge in wenig plausible Sackgassen verfahren und mancherlei abgetretene Genrepfade begangen werden, kreiert Gray doch mehrere packende Szenenabfolgen, wie den nervenaufreibenden Besuch in Vadims Hauptquartier und eine durch ihre realistische Aufmachung hochspannende Autoverfolgungsjagd durch strömenden Regen. Gray versucht, seiner modernen Heldensage um Familienbande, Ehre, Treue, Intrigen, Verrat und Aufopferung die Dimension einer griechischen Tragödie zu verleihen, letztendlich ergibt ich jedoch der Eindruck einer unterhaltsamen Leichtversion von „The Departed“. ara.

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