Heiter bis wolkig

  1. Ø 3.5
   2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Heiter bis wolkig: Gefühlvolle Aufreißer-Tragikomödie mit den deutschen Top-Stars Jessica Schwarz, Elyas M'Barek, Max Riemelt und Anna Fischer.

Die Jungköche Tim und Can haben eine üble Aufriss-Masche drauf. Der eine erzählt dem Objekt der Begierde, dass sein Kumpel sterbenskrank ist und noch einmal eine tolle Nacht erleben möchte. Das Spielchen funktioniert, bis Tim sich total verliebt. Leider ist die Schwester des Mädchens wirklich todkrank und durchschaut den Lügenbolzen, der sie bald auf Rache- und andere Spritztouren begleiten muss. Als der Schwindel dennoch auffliegt, liegt die Liebe erst einmal auf Eis.

Zwei Jungs reißen Mädchen auf, in dem sie sich als todkrank ausgeben, bis sich einer von ihnen in ein Mädchen verliebt, deren Schwester tatsächlich todkrank ist. Gefühlvolle Aufreißer-Tragikomödie mit deutschem Starquartett.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Spaß haben, den Chef veralbern, Mädels aufreißen - so sieht das Leben von Tim und Can aus. Bei den Frauen haben die Jungs eine ganz große Klappe und gehen bei ihren Anmachsprüchen sogar so weit, zu behaupten, sie seien todkrank, um über die Mitleidsmasche zu punkten. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Doch eines Abends begegnet Tim Marie und hat nicht nur Erfolg bei ihr als angeblicher Krebspatient, sondern findet in ihr die ganz große Liebe. Alles könnte so schön sein, doch wie soll Tim jetzt aus der Nummer mit seiner Lüge wieder rauskommen? Und dann wäre da noch Maries Schwester Edda, die alles andere als ein Sonnenschein ist. Denn sie hat tatsächlich Krebs. Und muss bald sterben. Die Verbindung der leichten Komödie mit lockeren Sprüchen und dem tief berührenden Drama einer todkranken jungen Frau verläuft in diesem Film oftmals fließend. Regisseur Marco Petry schafft es, beide Ebenen geschickt miteinander zu verbinden und bringt den Zuschauer gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen. Vor allem Jessica Schwarz als Edda zeigt Facetten von sich, die innerhalb von Sekunden von Komik zu Tragik schwingen. Max Riemelt überzeugt als geläuterter Tausendsassa, der lernt, dass es im Leben auf mehr als nur Spaß ankommt. Er wird zu Eddas Freund und hilft ihr, die letzten Träume zu verwirklichen, bevor ihr Leben zu Ende ist. Eine romantische Komödie mit Tiefgang.

    Jurybegründung:

    Der Einstieg ist eher triste Humorkost aus dem Fernseh-Hauptprogramm. Gutaussehende Jungs machen sich auf Mädelsfang. Soweit, so vorhersehbar - denkt der Zuschauer. Doch der ist bald angenehm überrascht, was für eine vielschichtigen Film Regisseur Marco Petry hier zustande gebracht hat.

    Selten sieht man im deutschen Kino eine derart gelungene Mischung aus Komödie und Tragödie, bei der sich beide Teile die Waage halten und das Ende alles andere als vorhersehbar ist. Die Umsetzung dieses raffinierten und ergreifenden Drehbuchs ist zu einem großen Teil dem brillanten Cast zu verdanken. Einerseits komment die komödiantischen Fähigkeiten der Schauspieler zum tragen, andererseits gibt ihnen der Film auch die Möglichkeit, ihr vielseitiges Talent in Szenen unter Beweis zu stellen, bei denen es auf nuanciertes Spiel ankommt. Alle Figuren sind echte Charaktere, kein Spiel mit Klischees verstellt deren Innenleben. Das Wechselbad der Gefühle der drei Hauptdarsteller überträgt sich auf den Zuschauer, ohne dass die Tränendrüsen des Publikums unnötig strapaziert werden.

    Hier wurde ein schwieriges Thema einfühlsam und zugleich unterhaltsam aufgegriffen und es ist ein Glücksfall für das aktuelle deutsche Kino, dass dieser Film nicht an übereifrigen Produzenten oder zögerlichen Förderern gescheitert ist.

    HEITER BIS WOLKIG ist ein hervorragendes Beispiel für anspruchsvolle Unterhaltung, der nur zu wünschen ist, dass das Publikum sich von der scheinbar sperrigen Thematik nicht abschrecken lässt, sondern sich einlässt auf diese scheinbar mitten aus dem Leben gegriffene Romanze der vollkommen anderen Art. Die hohe Qualität dieses Wechselbades der Gefühle ließ den Ausschuss auch über die ein oder andere komödienbedingte Klippe hinwegsehen. Und dauch das etwas arg in die Länge gezogene Happy End wurde gerne verziehen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Spielfilme, in denen ein Krebskranker Abschied vom Leben und von seinen Lieben nehmen muss, riskieren seit einiger Zeit gerne ein paar Schritte in Richtung Komödie oder Leichtigkeit. Insofern liegt auch der deutsche „Heiter bis wolkig“ von Regisseur Marco Petry im Trend, denn die letzten Lebenswochen der krebskranken Edda (Jessica Schwarz) sind ihr vor allem Anlass, noch ein wenig über die Stränge zu schlagen. Ungewohnt an der Geschichte aus der Feder von Axel Staeck ist, dass sich darin der männliche Hauptcharakter Tim (Max Riemelt) nicht in Edda, sondern in ihre Schwester Marie (Anna Fischer) verliebt.

    Die dunkelhaarige Marie fällt im Kölner Nachtleben weniger wegen ihres Sex-Appeals, als mit ihrer unschuldigen, nachdenklichen Art auf. Insofern hatte der Kantinenkoch Can (Elyas M´Barek) Recht, als er seinen Kollegen und Freund Tim davor warnte, ausgerechnet sie für eine heiße Nacht anzubaggern. Aber Tim ist auch ein wenig anders, sonst hätte er sich nicht zu diesem Frauentyp hingezogen gefühlt. Dass ihn das Schicksal dann für seine Lüge, er habe Krebs und wolle noch einmal mit einer Frau schlafen, bestraft, indem es ihn mit einer wirklich krebskranken Person bekannt macht, geschieht ihm nur recht. Tims Läuterung und Prüfung wird lang und schwer, denn nur wenn er gut zu Edda ist, hat er ihre Schwester Marie auch wirklich verdient.

    Marie zuliebe, der er irgendwann erzählen will, er habe eine „Spontanheilung“ erfahren, setzt er sich an Eddas Bett, um der einsamen jungen Frau Gesellschaft zu leisten. Sie ist ein richtiger Kotzbrocken, hoch aggressiv, verhärmt und argwöhnisch. Wenn Tim seine Marie zum Essen einlädt, muss sie mitkommen, wenn Marie zur Fortbildung verreist, hängt sie sich an ihn wie eine Klette. Ein wenig will sie als große Schwester dabei tatsächlich prüfen, ob dieser Kerl zu mehr als nur oberflächlichem Spaß zu gebrauchen ist. Vor allem aber findet sie ebenfalls Gefallen an ihm: Seine Gesellschaft beflügelt sie zu einigen letzten, wilden Unternehmungen.

    Die draufgängerische Edda verlangt ihrem betreten dreinblickenden Begleiter einiges ab, zieht ihn sogar in eine Schlägerei auf der Straße hinein. Aber Tim muss sich nicht nur bewähren, Edda macht ihm auch Mut, seinen beruflichen Traum zu verwirklichen. So bekommt die Freundschaft von Edda und Tim eine eigene Qualität. Edda vertraut ihm viel mehr an als Marie. Obwohl, oder gerade weil sie sieht, wie sehr Marie Tim liebt, reagiert sie ziemlich eifersüchtig auf deren Versuche der Zweisamkeit. Max Riemelt beherrscht beide Seiten seiner Rolle, vor allem die nachdenkliche, aber auch die unbeschwerte. Während Anna Fischer hauptsächlich das nette Mädchen spielt, stattet Jessica Schwarz ihre Edda mit so destruktiver, wie erfrischender Sprengkraft aus. Als Krebskranke nimmt sie sich die Narrenfreiheit, zu sagen und zu tun, was sonst das gute Benehmen verbietet.

    Nur die Sterbenskranke kann Jessica Schwarz nicht glaubhaft mimen, dafür ist sie zu sehr auf vitale Energie gepolt. Und auch der Film legt nicht allzu viel Wert auf die Tiefe seiner Charaktere, lotet ihre Individualität und ihre Grenzen weniger aus, als dass er sie wie Typen behandelt, die einen vorgegebenen Parcours absolvieren müssen. Ein wenig Trauer von und um Edda gehört auch dazu, aber dann sind wieder spaßige Bemerkungen gefragt. Selbst der Tod hält sich an das Timing und klopft genau dann an, als Edda ihren Beerdigungskranz fertiggestellt hat. Insofern lotet der Film das Potenzial nicht aus, das ihm sein Thema bietet.

    Fazit: Tim verliebt sich in Marie und muss ihrer krebskranken Schwester die letzten Tage verschönern: Die Komödie „Heiter bis wolkig“ will wie ihr Titel vor allem unbeschwert wirken.
  • Vier, die es können: Max Riemelt, Elyas M’Barek, Jessica Schwarz und Anna Fischer in einer gefühlvollen Aufreißer-Tragikomödie über peinliche Lügen und die große Liebe.

    Klar, dass man nicht unbedingt die Wahrheit über sich selbst herausposaunen muss, wenn man(n) eine Schönheit anbaggert, aber die beiden Jungköche Tim und Can haben eine ziemlich üble Masche drauf. Einer von ihnen erzählt dem Objekt der Begierde, der andere sei unheilbar krank und träume davon, noch einmal eine heiße Nacht zu erleben. Sozusagen der letzte Wunsch. Welche gutmütige Frau sagt da Nein? Das Spielchen funktioniert, bis Tim sich unsterblich in eines seiner Opfer verliebt. Leider ist deren Schwester wirklich tödlich erkrankt und merkt schnell, dass der Typ nur simuliert. Statt ihn zu „verpetzen“, muss er mal mit ihr auf Rachetour gehen und den Laden der Ex-Chefin verwüsten, oder sie mit Sprengstoffattrappe um ihren Körper zum Ex-Lover in die Bank begleiten, um dem Feigling einen Riesenschreck einzujagen. Während für Tim die Lage immer kniffeliger wird und er den Zeitpunkt verpasst, die Lüge zu beichten, hetzt die Krebspatientin den hoffnungslos Verliebten von einer heiklen Situation in die andere. Als dann doch der Schwindel auffliegt, scheint die Beziehung keine Chance mehr zu haben. Aber auch nach ihrem Tod zieht das Schwesterherz vom Jenseits die Fäden für ein gutes Ende.

    Zwischen Lachen und Weinen bewegen sich Geschichte und Figuren. Marco Petry, der schon in seinem Regiedebut Film „Schule“ Komödie und Gefühl bestens verband, gelingt es, beim Thema Tod und Krankheit die Fallen von Peinlichkeit und Pathos souverän zu umschiffen, sein gezielter Druck auf die Tränendrüse hört im richtigen Moment auf, der Mix aus Komik und Tragik ist wohl dosiert. Auch wenn er manchmal am Rad des Klamauks dreht, hält er die Balance, seine Spezialität ist die „Gute-Laune-Melancholie“. Die Besetzung ist stimmig, vor allem Jessica Schwarz, trotz Krankheit eine Täterin, gibt überzeugend die grimmige Zynikerin und die sich nach dem Rest des Lebens verzehrende Verletzbare. Zwischen Max Riemelt und dem Love-Interest Anna Fischer sprühen die Funken und die Gegensätze zwischen dem nachdenklichen Riemelt und seinem eher kopflos agierenden Buddy Elyas M’Barek sind gut austariert. Mit konventioneller Ästhetik und leichtem Witz, Romantikfaktor und einer Prise Ernsthaftigkeit sollte „Heiter bis wolkig“ das Publikum packen. mk.
  • Mehr wolkig als heiter: Humorige Sterbebegleitung für morbide und anspruchslose Elendstouristen.
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