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Heirate mich

Kinostart: 17.07.2003

Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentarfilm, der ein deutsch-kubanisches Paar von der spontanen Hochzeit in Havanna bis zur Geburt des ersten Kindes begleitet.

Nach ihrer rührend-kitschigen Verlobung und spontanen Hochzeit in Havanna folgt die Kubanerin Gladis ihrem frischgebackenen deutschen Ehemann Erik mit ihrem achtjährigen Sohn nach Hamburg. Hier steht sie vor der schwer zu bewältigenden Aufgabe, sich zeitgleich an ein fremdes Land, eine neue Sprache und vor allem einen Partner zu gewöhnen, den sie 24 Stunden vor der Heirat in einer Disco kennengelernt hat.

Auch Dokumentarfilme verlangen hin und wieder nach einem Sequel: Angesichts der tatsächlichen Entwicklungen im Leben ihrer Heldin aus „Havanna mi amor“ hefteten sich Uli Gaulke und Jeanette Eggert erneut an die Fersen der lebenslustigen Kubanerin Gladis und schufen mit einer beklemmenden Ehrlichkeit und Intensität, die zeitweise an Reality-TV erinnert, ein nacktes Alltagsporträt einer deutsch-kubanischen Beziehung.

Nach einer rührend-kitschigen Verlobung und spontanen Hochzeit in Havanna folgt die Kubanerin Gladis dem Deutschen Erik mit ihrem achtjährigen Sohn nach Hamburg. Hier erlebt Gladis alle Schwierigkeiten des Gewöhnens an ein fremdes Land, eine neue Sprache - und eines Mannes, den sie gerade einmal 24 Stunden vor der Heirat in einer Disco kennenlernte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Heirate mich: Dokumentarfilm, der ein deutsch-kubanisches Paar von der spontanen Hochzeit in Havanna bis zur Geburt des ersten Kindes begleitet.

    Nach „Havanna, mi amor“, einem der erfolgreichsten Dokumentarfilme der vergangenen Jahre, gelingt den Regisseuren Uli Gaulke und Jeannette Eggert mit „Heirate mich“ erneut ein Ausflug ins pralle Leben. Als ihre Protagonistin von damals, die temperamentvolle Mulattin Gladis, ausgerechnet einen drögen Hamburger heiraten will, begleiten sie das Paar mit der Kamera über zwei Jahre. Herausgekommen ist das unterhaltende Protokoll einer turbulenten Ehe mit Konflikten, Enttäuschungen und Versöhnungsversuchen.

    Uli Gaulke und Jeannette Eggert konnten es kaum glauben: Da schrieb ihnen doch ein unbekannter Hamburger namens Erik, dass er sich Hals über Kopf bei karibischen Rhythmen in eine gewisse Gladis verliebt habe, die in „Havanna, mi amor“ ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, offen über ihre zahlreichen Männerbekanntschaften sinniert. Für die Filmemacher war klar, das ist ein neuer Filmstoff. Und als ZDF und Arte Zustimmung zu dem Dokumentarfilmprojekt signalisierten, ging es wieder zurück auf die Zuckerinsel. Nach Verlobung und Heirat heißt es für Gladis und ihren siebenjährigen Sohn Omarito Abschied nehmen, sie machen sich auf ins kühle Hamburg.

    Der 7. Himmel verfinstert sich schnell, es folgt die unsanfte Landung auf dem Boden der Tatsachen. Behördengänge, Besuch bei den spießigen Eltern, rassistische Nachbarn, Kulturschock durch fremde Mentalität und Sprache. Das Vergnügen, ein sperriges Ikea-Bett zusammenzuzimmern, kann wohl kaum jemand nachvollziehen, der nicht seit früher Jugend Billy-Regale schätzt. Zwischen den beiden Liebenden knallt es immer öfter, der spröde Deutsche kann wenig mit der impulsiven Kubanerin anfangen, die sich gegen rationale Argumente wehrt und aus jedem Streit ein Riesendrama macht, auch kaum Interesse am Lernen der deutschen Sprache zeigt, was ihre Isolation verstärkt.

    Die Kamera, manchmal auch als Katalysator genutzt, hängt sich an die beiden Erwachsenen, die sie bald nicht mehr bemerken. Alle Szenen sind nur einmal passiert, ohne Wiederholung wie die Filmemacher betonen. So wird man Zeuge unkontrollierter Wutausbrüche, Hass und Hoffnung, tiefer Traurigkeit und großer Ratlosigkeit, die am „versauten Weihnachtsabend“ ihren Höhepunkt erreichen. Und wenn am Ende eine Schwangerschaft nur vordergründig die Probleme vertuscht, ahnt man, dass die beiden noch einen langen Weg bis zur gegenseitigen Akzeptanz vor sich haben. Ende offen. Durch die szenische Struktur wirkt der Dokumentar- streckenweise wie ein Spielfilm. Die Nähe zwischen denen vor und denen hinter der Kamera schuf absolutes Vertrauen, so erlebt man eine ungewohnte Offenheit bis zur Selbstentblößung. Weit weg vom Voyeurismus eines Big Brother oder sonstiger Reality-Shows beeindruckt „Heirate mich“ durch Authentizität. Und damit sollte der Wiederholung des Erfolges von „Havanna, mi amor“ nichts im Wege stehen. mk.

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