Heart

Kinostart: 06.05.1999
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Filmhandlung und Hintergrund

Packender und virtuos bebilderter Psychothriller des neuen britischen Kinos.

Nach dem Tod ihres Sohnes willigt Maria ein, sein Herz zur Transplantation freizugeben. Die Wahl der Ärzte fällt auf Gary Elvis. Von neuem Lebensmut erfüllt, will Gary wissen, wessen Herz in seinem Körper schlägt und lernt Maria kennen, zu der er bald eine beängstigend enge Beziehung pflegt. Maria drängt sich immer mehr in sein Leben, die Vorstellung für Gary verantwortlich zu sein, wird zur Obsession.

Schon länger kriselt es in der Ehe von Gary und Tess Ellis. Als aber der beruflich als Pilot tätige Gary eines Tages einen Herzinfarkt erleidet, schweißt das Unglück die Eheleute trotz ihrer Affäre mit dem Jungschriftsteller Alex wieder enger zusammen. Nach einer Herztransplantation, in deren Verlauf Gary das Herz eines tödlich verunglückten Teenagers erhält, bessert sich sein Zustand rapide und versetzt ihn sogar in der Lage, seinem Rivalen physisch die Stirn zu bieten. Da taucht die Mutter des Organspenders auf und sucht Kontakt zu den Ellis.

Marias Sohn ist tot, und sein Herz wird dem Patienten Gary eingepflanzt. Gary will wissen, wessen Herz in ihm schlägt und er lernt Maria kennen, zu der er bald eine beängstigend enge Beziehung unterhält. Packender und virtuos bebilderter Psychothriller aus Großbritannien.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. "Heart" ist ein Film des neuen britischen Kinos, das realistisch bleiben will, auch wenn eine geradezu unmenschliche Härte dafür nötig ist. Drehbuchautor Jimmy McGovern, der schon die Bücher für die Erfolgsserie "Für alle Fälle Fitz" lieferte, beschreibt in tristen aber schönen Bildern den Untergang einer Beziehung, eine Geschichte zwischen Psychodrama und Ehetragödie. Spannungsreich, heftig, anspruchsvoll, zwar nicht immer logisch, aber immer fesselnd und Denkanstöße liefernd. So philosophiert der Film doch deutlich über Leben und Tod, stellt die moderne Medizin in Frage und diskutiert auch darüber, ob die Seele mit der Weitergabe des Herzens ebenfalls vom Empfänger übernommen wird.

      Ein beachtliches kleines Stück Kino, getragen von der Brillianz seiner Dialoge, in denen jedes Wort wichtig ist, und seiner grandiosen Darsteller. Saskia Reeves als verstörte, zurückhaltende Mutter, Christopher Eccleston zwischen Lebenslust und Lebensfrust im Kampf mit seinen Gefühlen und Aggressionen und Rhys Ifans als skrupelloser, schockversessener, aber verliebter Schriftsteller, der durch die Liebe völlig durchdreht. Sie alle drei sind einfach fantastisch und allein sie sind den Film wert.

      Fazit: Ein beachtlicher Film mit großartigen Schauspielern.
    2. Heart: Packender und virtuos bebilderter Psychothriller des neuen britischen Kinos.

      Wider ein fabelhafter, spannender und intelligenter Erstling aus der der für Überraschungen grenzenlos guten Szene des New British Cinema. Regisseur Charles McDougall und sein Autor Jimmy McGovern gehen mit Psychothrill rückhaltlos direkt und couragiert um und schaffen schwarze Poesie, die aus realen Katastrophen kommt. Horror nicht aus der digitalen, sondern der humanen Welt von Liebe, Eifersucht und Tod. Ein Film für ein neugieriges, offenes Publikum mit starken Nerven für exzellenten Suspense - von dem Team der erfolgreichen und wirklich guten TV-Serie „Für alle Fälle Fitz“.

      „Jimmy McGovern hatte am Anfang lediglich ein Bild im Kopf: Eine Frau trägt in einer Tüte ein menschliches Herz“, sagt Regisseur Charles McDougall zu der ungewöhnlichen Story. „Daraus hat er alles weiter entwickelt. Die Idee ist so stark, daß sie selbst ein amerikanisches Studio hätte begeistern können. Aber wir wollten einen englischen Film machen und etwas Neues.“ Neu, oder besser anders, rollt „Heart“ seine Krimi-Geschichte auf. Der stärkste Schock liegt gleich in den Anfangsbildern, wenn eine junge Frau mit einer bluttriefenden Tasche in einen Zug einsteigt und wenig später mit bloßen Händen auf dem Friedhof ein Grab aufwühlt. Sie wird verhaftet.

      Der Verstörung dieses Beginns folgen Szenen einer Ehe in der Krise zwischen dem Frachtpiloten Gary (verletzlich possesiv: Christopher Eccleston) und der Fernsehproduzentin Tess (stark und attraktiv: Kate Hardie). Garys krankhafte Eifersucht treibt Tess geradezu in eine Affäre mit einem jungen TV-Autor. Bis Gary nach einer Herzattacke an den Rollstuhl gefesselt ist und nur eine Herztransplantation ihm den nötigen Lebensmut zurückgeben könnte. Organspender ist der bei einem Motorradunfall ums Leben gekommene Sohn jener verstörten jungen Frau mit der blutigen Tasche: Maria (beunruhigend intensiv: Saskia Reeves) klammert sich nach einer geglückten Operation an den wieder neu auflebenden Gary. Mehr und mehr wird der Film zur Paraphrase einer obsessiv bizarren Herzensbeziehung mit bedrohlich melodramatischen Zügen, die schon bald das Melos verlieren und ins pure unerbittliche Drama kulminieren. Mord und Totschlag als verzweifelter Akt scheinbarer Befreiung, in Wahrheit aber als tatsächlicher Ausdruck psychischer und emotionaler Katastrophen.

      McDougall findet für die aparte Geschichte auch visuell einen ungewöhnlichen, erfrischenden Stil, lebhaft bewegte Bilder (Kamera: Julian Court) schnell, aber nie effekteheischend geschnitten (Edward Mansell). Erfreulicherweise wird nicht zuviel geredet und trotzdem bei allem Thrill und Horror nicht an subtilem Witz und intelligenter Ironie gespart. Ein Film, der über den Alltag von Leigh und Loach weit hinaus geht. fh.

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