Head Full of Honey Poster

Til Schweigers Neuauflage von „Honig im Kopf“ kann Kritiker nicht überzeugen

Marek Bang  

2014 lockte Til Schweiger mit der Tragikomödie „Honig im Kopf“ hierzulande mehr als sieben Millionen Zuschauer in die Kinos und landete einen Mega-Hit. Im November 2018 ist sein Hollywood-Remake „Honey in the Head“ in einigen ausgewählten Kinos in den USA gestartet. Viele Kritiker können mit der Neuauflage allerdings nur wenig anfangen. 

Ein Nick Nolte macht noch keinen Dieter Hallervorden. Dieser Erkenntnis muss sich derzeit Til Schweiger stellen, vorausgesetzt, er interessiert sich für die Meinung vieler Kritiker aus dem USA. Die können mit seiner Neuverfilmung von „Honig im Kopf“ nur wenig anfangen und lassen kein gutes Haar an „Honey in the Head“. Am 30. November 2018 startete der Film rechtzeitig zur möglichen Berücksichtigung bei der nächsten Oscarverleihung in vier Kinos, doch die Resonanz der anwesenden Kritiker fiel nicht wie gewünscht aus.

Bilge Ebiri von der New York Times geht mit Til Schweiger hart ins Gericht und wirft ihm vor, die ernste Thematik einer Alzheimer-Erkrankung in einen Comic zu verwandeln. Die Geschichte sei bizarr und die schauspielerischen Leistungen schrill. Insgesamt sei der Film desaströs.

„Honey in the Head“ bleibt übrigens nicht die einzige kommende Neuverfilmung:

11 überraschende Remakes, die uns in den nächsten Jahren erwarten

Wie eine „Wurzelbehandlung ohne Betäubung“

Rex Reed vom Observer geht in seiner Kritik noch einen Schritt weiter und beschreibt  „Honey in the Head“ als „Wurzelbehandlung ohne Betäubung“. Der Film sei vielleicht gut gemeint, ende aber in einem Fiasko. Auffällig ist, dass Rex Reed genau wie sein Kollege Bilge Ebiri die Grundidee des Films angreift. Beide empfinden die Reise von Großvater und Enkeltochter als unrealistisch und verantwortungslos, ein Vorwurf, der hierzulande beim Kinostart von „Honig im Kopf“ nicht so häufig geäußert wurde. Vielmehr überdeckte die Chemie zwischen Dieter Hallervorden und Emma Schweiger, die den Film im Alleingang tragen und sicher maßgeblich für seinen Erfolg verantwortlich sind, mögliche Kritikpunkte.

Das Remake muss ohne seine Stars auskommen und es sieht aktuell danach aus, dass ihr Ersatz die Kritiker nicht milde stimmen kann. Gary Goldstein von der Los Angeles Times (via Rotten Tomatoes) wirft Til Schweiger vor, eine potentiell warmherzige Geschichte mit dem Vorschlaghammer bearbeitet zu haben, sodass am Ende nur ein lautes, unrealistisches Mischmasch dabei herausgekommen sei. Michael Ordona von Common Sense Media attestiert Til Schweiger gar einen bizarren Regie-Stil und meint, der Film tue mehr weh, als dass er sein Publikum berühren könne. Harte Worte. Ob die Kritik berechtigt ist, erfahren wir ab dem 21. März 2019, dann startet „Honey in the Head“ in Deutschland im Kino.

News und Stories

Kommentare