Haus und Kind

  1. Ø 0
   2009
Haus und Kind Poster

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Filmhandlung und Hintergrund

Haus und Kind: TV-Tragikomödie: Ein Universitätsprofessor würde sich gerne komfortabel mit Ehefrau hier und Geliebter dort einrichten...

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Kritikerrezensionen

  • Mit der Ballade vom betrogenen Bigamisten erweist sich der große Autor Wolfgang Kohlhaase erneut als wunderbarer Beobachter des Besonderen im Alltäglichen.

    Am Anfang dieses Drehbuchs stand womöglich der Schluss: eine grimmige Pointe, die einem Mann im wahren Leben jeden Boden unter den Füßen wegreißen würde. Aber Wolfgang Kohlhaases etwas unscheinbarer Held (Stefan Kurt) hat sich bei allem Intellekt eine fast kindliche Naivität bewahrt. Deshalb ist und bleibt er auch, wie so viele Hauptfiguren von Geschichten über Bigamisten, ein Sympathieträger. Das macht den vom vierfachen Grimme-Preisträger Andreas Kleinert („Mein Vater“) sachlich und gelassen inszenierten Film trotzdem noch nicht zur „sarkastischen Sommerkomödie“, wie die beteiligten Sender (Arte und BR) werben; die Handlung ist ohnehin eher tragisch, wenn man mal den Standpunkt wechselt.

    Aber das galt für „Sommer vorm Balkon“, die letzte Arbeit des großen früheren Defa-Autors („Solo Sunny“), ja ebenfalls. Die beiden Filme erzählen zwar grundverschiedene Geschichten, doch es gibt auch offenkundige Parallelen; und das nicht nur, weil es hier wie da um einen Mann und zwei Frauen geht. Die Handlungsperspektive im neuen Film ist allerdings die Sichtweise des Mannes. Der hat sich sein Leben wunderbar eingerichtet: Als Professor Neubauer vor Jahren der Ruf nach Berlin ereilte, ist seine Frau Lena (Marie Bäumer) daheim in der Provinz geblieben. Dass er sie nach wie vor aufrichtig liebt, hindert ihn nicht daran, die einsamen Nächte mit Kellnerin Melanie (Stephanie Schönfeld) zu teilen. Die kann der klugen Lena intellektuell zwar nicht das Wasser reichen, ist jedoch deutlich jünger. Aber seit auch Lena nach Berlin gezogen ist, wird das Dasein für den braven Historiker zunehmend anstrengender. Immerhin gelingt es ihm, sein Zeit-Management zu koordinieren: Da Lena ein Morgenmuffel ist, schaut er morgens zu Sex und anschließendem Frühstück bei Melanie vorbei. Allerdings wirkt sich die Doppelbelastung fast zwangsläufig nachteilig auf die Verrichtung seiner ehelichen Pflichten aus. Dafür findet er mit Lena vor den Toren der Stadt ein Traumhaus, etwas heruntergekommen zwar, aber idyllisch gelegen. Die nicht minder verwahrloste Bewohnerin, von Gudrun Ritter mit großartiger Mischung aus Beschränktheit und Bauernschläue verkörpert, ist man auch bald los: Ein offen gelassenes Dachfenster führt in Kombination mit einem Unwetter dazu, dass die alte Frau nach dem Einsturz der maroden Decke ins Krankenhaus muss. Nun fehlt Neubauer zum vollkommenen Glück bloß noch Nachwuchs, am besten von beiden Frauen. Just jetzt aber entpuppt sich sein Kartenhaus als höchst einsturzgefährdet, denn Lena kommt ihm auf die Schliche. tpg.

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