Hass (1995)

Originaltitel: La haine

Kinostart: 26.10.1995
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Filmhandlung und Hintergrund

Vinz, Hubert und Said leben in der Tristesse der Pariser Banlieus und schlagen sich mit kleinen Drogendeals mehr schlecht als recht durch. Als ihr arabischer Freund Abdel nach einem Polizeiverhör stirbt, brechen in Paris Unruhen aus, bei denen einem Polizisten seine Waffe abhanden kommt. Vinz ist im Besitz der Waffe und will nun seinem Haß gegen das System Taten folgen lassen.

In den tristen und armen Vierteln der Pariser banlieus halten sich die arbeitslosen Jugendlichen mit kleinen Drogendeals über Wasser und warten darauf, daß sich endlich etwas in ihrem Leben ändert. Als der 16jährige Araber Abdel von der Polizei fast zu Tode geprügelt wird, brechen überall in den Trabantenstädten Aufstände aus. Der junge Jude Vinz findet eine 44er Smith & Wesson, die ein Polizist während der Straßenschlachten verloren hat. Stolz erklärt er seinen Freunden Hubert und Said, daß er damit einen der brutalen flics töten wird. Endlich kann er seinem Haß gegen das System freien Lauf lassen.

Als sein arabischer Freund Abdel nach einem Polizeiverhör stirbt, läßt der junge Vinz seinem Haß freien Lauf. Mit schonungsloser Offenheit beschreibt Regisseur Mathieu Kassowitz das Leben der Jugend in den Pariser Trabantenstädten.

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Kritikerrezensionen

  • Gewidmet “All denen, die während der Produktion dieses Films starben” ist der zweite Film des 25jährigen Franzosen Mathieu Kassovitz (“Métisse”) ein erbarmungslos realistisches Sozio- Drama aus den Pariser Banlieues. Regisseur und Autor Kassovitz gelingt es, mit einem jungen Team genau jene Spannungen beinahe neo-realistisch einzufangen, die zu einer eskalierenden Spirale der Gewalt zwischen Polizei und Trabantenstadt-Jugend führen. Seinem Film liegt der authentische Fall eines Jungen zugrunde, der nach besonders “intensivem” Polizeiverhör starb – und er bezieht Stellung, entlarvt die latente Gewaltbereitschaft hinter der “Ich mach nur meinen Job”-Attitüde der aggressiven Pariser Flics, die manchmal nur darauf warten, kräftig zulangen zu dürfen. Gedreht in einem expressiven Schwarzweiß und strukturiert durch Einblendungen der Uhrzeit begleitet er knappe 24 Stunden lang die aus verschiedenen ethnischen Gruppen stammenden Freunde Vinz, Hubert und Said. Die drei leben das typische triste Homeboy-Leben: keine Schule, keine Jobs, ab und zu ein kleiner Deal, wenig Drogen, Familien ohne Einkommen und ohne Zukunft. Sie hängen in ihren Wohnsilos herum und warten. Ihr 16jähriger arabischer Freund Abdel kämpft, nach einem Polizeiverhör, im Krankenhaus mit dem Tod. An diesem Morgen beherrschen die Schlagzeilen der riots, die nach Abdels Verhaftung ausgebrochen waren, die Nachrichten. Im Verlauf der Kämpfe hat ein Polizist seine 44er Smith & Wesson verloren. Stolz führt Vinz, ein Jude aus verarmten Verhältnissen, der im Haß den einzigen Ausweg aus seinem Dilemma sieht, die Freunde zu einem Versteck. Er ist im Besitz der Waffe. Der moderatere Araber Said und der Schwarze Hubert, der reifste von ihnen, versuchen ihn zu mäßigen. Doch die Ereignisse eskalieren und nehmen eine ungeahnte Wende. Direkt geht die lebhafte Kamera von Pierre Aim an die Figuren heran, springt ihnen beinahe ins Gesicht. Der häufige Einsatz der Handkamera, die Schwarzweiß-Fotografie, die zeitlichen Einblendungen und vor allem die imposante Eingangssequenz mit einer Doku-Montage aus Demonstrationen und Straßenkämpfen zwischen Jugendlichen und Polizei beschwören immer wieder den Geist des Cinéma Vérité. Gute Darsteller, vor allem Vincent Cassel als Vinz, passende Dialoge und ein überlegter Einsatz von Musik und Stille machen den Film, der beim Zuschauer allerdings ein Maß an Eigen-Reflexion voraussetzt, zum Ereignis. boe.

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