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Harter Brocken 2: Die Kronzeugin

Filmhandlung und Hintergrund

Ein Sheriff mimt mit Erfolg den Hinterwäldler und nimmt es mit einer ganzen Gangsterbande auf: wenn das kein typischer Westernstoff ist. Holger Karsten Schmidt hat diese Geschichte schon mal erzählt und dafür den Grimme-Preis bekommen. Die Unterschiede zwischen dem Inselpolizisten aus „Mörder auf Amrum“ und dem korpulenten Harzer Dorfpolizisten Frank Koops sind allerdings ähnlich groß wie jene zwischen den beiden...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Sheriff mimt mit Erfolg den Hinterwäldler und nimmt es mit einer ganzen Gangsterbande auf: wenn das kein typischer Westernstoff ist.

    Holger Karsten Schmidt hat diese Geschichte schon mal erzählt und dafür den Grimme-Preis bekommen. Die Unterschiede zwischen dem Inselpolizisten aus „Mörder auf Amrum“ und dem korpulenten Harzer Dorfpolizisten Frank Koops sind allerdings ähnlich groß wie jene zwischen den beiden Darstellern Hinnerk Schönemann und Aljoscha Stadelmann. Was die beiden Beamten eint, ist ihr trockener Humor und ihr ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit. Allerdings ist Koops ein miserabler Schütze, was aber egal ist, denn die größten Ganoven im beschaulichen St. Andreasberg sind in der Regel die gelegentlichen Falschparker. Das ändert sich, als aus heiterem Himmel seine Schulfreundin Christiane (Anja Kling) auftaucht. Die LKA-Personenschützerin bringt eine Frau mit, die zwei Tage später gegen den Gangster Petrovic (Josef Ostendorf) aussagen soll. Weil der Verbrecher dank seiner Maulwürfe im Landeskriminalamt über das Versteck informiert ist, kommt es zu einer Schießerei, die nur der Dorfpolizist und die vorsorglich ganz woanders untergebrachte Zeugin (Alwara Höfels) überleben; und Koops sieht sich nun mit einer ganzen Gruppe von Kollegen konfrontiert, die überzeugt sind, leichtes Spiel zu haben. Schon der erste „Harte Brocken“, mit 7,5 Millionen Zuschauern ein echter Überraschungserfolg, zeichnete sich durch eine prima Story, eine namhafte Besetzung, schöne Bilder und nicht zuletzt durch den Hauptdarsteller aus; Stadelmann ist erneut famos. Regie führt nach Stephan Wagner nun Florian Baxmeyer, der seit einigen Jahren alle „Tatort“-Episoden aus Bremen inszeniert, aber an der Qualität hat sich nichts geändert. Die Gastdarsteller sind nicht mehr ganz so prominent, zumal Anja Kling nicht lange mitwirkt, aber dafür ist nun Anna Fischer mit von der Partie; Mette Vogt, die neue Polizistin des Nachbarorts, macht Koops Freund und Halmapartner Heiner (Moritz Führmann) ganz wuschig. Zum Widerpart des Helden wird mehr und mehr der LKA-Mann Benedikt, den der Österreicher Johannes Krisch mit Hingabe als großen Schurken verkörpert. An seiner Seite agiert Stephan Grossmann, und auch das war eine vortreffliche Wahl, weil er als vermeintlich sanfter Riese das perfekte Pendant zum eiskalten Benedikt ist. Baxmeyer, der der Versuchung widerstanden hat, die Western-Elemente auch in den Inszenierungsstil zu übernehmen, lässt jedoch nie einen Zweifel daran, wer der Star des Films ist. Stadelmann verkörpert den braven Dorfsheriff, der über sich hinauswachsen muss, konsequent als Antihelden, den seine lausigen Schießkünste nur deshalb nicht ständig in die Bredouille bringen, weil er das Manko durch Heimvorteil und Gewitztheit ausgleicht. Dennoch ist „Die Kronzeugin“ nicht nur wegen der Schießerei zu Beginn ein knallharter Krimi. Die komischen Effekte entstehen durch die lakonische Erzählweise, die unerwarteten Wendungen der Handlung sowie die Tatsache, dass die Gangster mit Polizeiausweis ihren zudem verletzten Gegenspieler so fatal unterschätzen. Umso witziger sind die wenigen wirklichen Humoresken, für die vor allem Heiner sorgt; dass Schmidt Moritz Führmanns Rolle ausgebaut hat, war eine ausgezeichnete Idee, zumal Koops nun gleich zwei Mitstreiter hat, denn selbstredend mischt beim Showdown auf einer Talsperre auch Mette Vogt wieder mit. Koops treffsichere Kollegin ist im dritten Teil, den die ARD an Weihnachten zeigt, ebenfalls dabei. TPG.

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