Zumindest hätte man die Filmfans vorher warnen müssen…

Wird der, der Harry zusieht, selbst beobachtet? Bild: 2009 Warner Bros. Ent. Harry Potter Publishing Rights © J.K.R.

Das sagt Sachsen-Anhalts Datenschutzbeauftragter Harald von Bose zur Überwachung von Kinobesuchern mit Nachtsichtkameras. In einem Multiplexkino in Magdeburg hatte sich eine Frau bei der Kinochefin beschwert, dass in der Vorstellung von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ neben der Leinwand Menschen mit Geräten hantiert hatten, die wie Kameras aussahen. Die Kinoleiterin Nicole Oetze erklärte daraufhin, dass es sich um Nachtsichtgeräte handelte. Der Filmverleih Warner habe Sicherheitspersonal eingesetzt, welches verhindern soll, dass das neue Potter-Abenteuer illegal mit Digitalkameras mitgefilmt und später ins Internet gestellt bzw. als Raubkopie verkauft wird.

Der oberste Datenschützer des Bundeslandes bezeichnete die Aktion als „unverhältnismäßig“. Zudem hätten die Besucher vorher auf die Überwachung hingewiesen werden müssen. Die Kinobetreiberin gab an, sie hätte „Harry Potter und der Halbblutprinz“ gar nicht zeigen dürfen, wenn sie der Maßnahme nicht zugestimmt hätte. Das Landesverwaltungsamt wurde eingeschaltet.

Eine ähnliche Maßnahme war 2003 schon zum Start von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ergriffen worden. Der Filmverleih Warner kommentierte den Vorgang in einer Pressemitteilung. Demnach wurden „weniger als zehn ausgewählte“ Kinos überwacht, und zwar genau solche, in denen nach Informationen der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in den letzten Wochen und Monaten Filme mit Camcordern aufgezeichnet worden waren. Allerdings würden dabei keine Bilder oder Daten gespeichert, im Kino sei durch „großformatige Plakate“ auf die Maßnahmen hingewiesen worden und die Kinobetreiber hätten eine Audio-CD mit Warnhinweisen erhalten, die vor Filmstart abgespielt werden konnte. Mit der Aktion wolle man „sicherstellen, dass Harry Potter-Fans „Harry Potter und der Halbblutprinz“ so sehen, wie die Filmemacher es vorgesehen haben: auf der großen Leinwand und in der besten Qualität.“

Warum die Frau in Magdeburg von der Maßnahme trotzdem überrascht wurde, ist dennoch unklar. Der Filmindustrie ensteht durch Raubkopien jährlich ein Schaden, der bis in zweistellige Milliardenhöhen geschätzt wird.

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