Filmhandlung und Hintergrund

TV-Familienkomödie mit Günther Maria Halmer in der Titelrolle.

Nach einem Herzinfarkt muss Naturfotograf Harry dringend zur Ruhe kommen. Da er sich weigert, eine Reha-Klinik aufzusuchen, bleibt bloß noch seine Familie. Allerdings hat sich Harry schon seit 15 Jahren nicht mehr um Gattin Katharina und die beiden längst erwachsenen Töchter gekümmert. Entsprechend überschaubar ist die Begeisterung der Frauen. Gerade Tochter Julia leidet unter einem regelrechten Vatertrauma und tut alles, um zu verhindern, dass ihre Eltern wieder zueinander finden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Harry nervt: TV-Familienkomödie mit Günther Maria Halmer in der Titelrolle.

    Dieser Film ist schon allein deshalb kurzweilig, weil sich viele Paare in den beiden Protagonisten wiedererkennen werden.

    Titelheld Harry (Günther Maria Halmer), ein Naturfotograf, verkörpert das Lustprinzip, hat schon immer die Verantwortung gescheut und es vorgezogen, die Welt zu entdecken, als sich daheim an die Kette legen zu lassen. Auf diese Weise war sein Leben ein großer Spaß. Die Frauen, die er zurückgelassen hat, fanden das allerdings weniger lustig: Gattin Katharina (Angela Roy) wartet seit 15 Jahren auf den richtigen Moment, um die Scheidungspapiere zu unterzeichnen, und Julia (Susanna Simon), die ältere Tochter, leidet unter dem Trauma des Vertrauensverlustes und lässt seit langem keinen Menschen mehr in ihr Leben; erst recht keinen Mann. Allein Fritzi (Claudia Eisinger), schon immer Papas Liebling, ist dem Vater nicht böse. Weil ihre Wohnung zu klein ist, muss Harry, der nach einem in Afrika erlittenen Herzinfarkt für eine Weile zur Ruhe kommen soll, ausgerechnet Katharina um ein Obdach bitten.

    Bruno Grass inszeniert das Drehbuch von Matthias Klaschka angenehm kurzweilig. Harry neigt zwar zu Missgeschicken und macht ständig irgendwas kaputt, aber der Film wird dennoch nie zur Klamotte, im Gegenteil; einige der Szenen sind ausgesprochen amüsant und bester Slapstick, wenn Harry beispielsweise den Treppenlift von Katharinas Mutter (Christine Schorn) reparieren will und dafür sorgt, dass der Stuhl mit Karacho durch ein Fenster fliegt. Die Konflikte mögen überschaubar sein, sind aber durchaus anspruchsvoll umgesetzt und haben auch einen gewissen Tiefgang. Außerdem hat Klaschka gerade den Damen einige sympathisch boshafte Dialoge in den Mund gelegt. Das Ensemble sorgt ohnehin dafür, dass die Geschichte stets vergnüglich bleibt. Roy und Halmer waren schon zuletzt in „Alles Chefsache“ (ebenfalls ein Freitagsfilm der Degeto) ein charmantes Paar.

    Die Nebenfiguren tragen mitunter allerdings klischeehafte Züge; dass die Großmutter die fleischlose Küche ihrer Enkelin durch heimlichen Pizzakonsum ergänzt, ist ebenso unoriginell wie Julias Schokolade-Fressattacken. Um so hübscher lässt das Buch Harry dafür eine Beziehung zwischen Julia, die im Elternhaus eine Praxis für Physiotherapie betreibt, und einem schüchternen Patienten (Oliver Bröcker) einfädeln. Der unfreiwillige Heimkehrer ist ohnehin naturgemäß eine Paraderolle für Halmer. Und wie der alte Querkopf und seine selbstbewusste Frau die einstigen Gefühle neu entdecken, das ist wirklich hübsch gespielt. Aber so einfach macht es ihnen das Drehbuch nicht: Ausgerechnet jetzt sucht Katharina auf Drängen Julias ihre Anwältin auf, um endlich die Scheidung einzureichen.

    Etwas absurd ist allerdings wie so oft in Degeto-Filmen die Besetzung der Frauen, was ihr Alter angeht: Christine Schorn ist Jahrgang 1944, sie war somit erst 13 Jahre alt, als Angela Roy auf die Welt kam; und die wiederum war 11, als Susanna Simon geboren wurde. tpg.

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