Filmhandlung und Hintergrund

Kleines, dreckiges Gangsterdrama Made in Germany um einen Ex-Knacki, der die Bundesbank um etliche Millionen erleichtern will.

16 Jahre saß der hartgesottene Gangster Harms im Bau. Als der wortkarge Profi freikommt, hat er zunächst nichts vor, außer alte Gefährten wie Imbissbudenbetreiber Albrecht wiederzutreffen und kostenlos mit der Prostituierten Jasmin zu schlafen. Doch als ihm der zwielichtige Ex-Bankvorstand Knauer ein vermeintlich risikolosen Raubzug in den Tresorraum der Bundesbank vorschlägt, überzeugt ihn die Aussicht auf 100 Millionen Euro Beute. Ebenso seine Kompagnons Timm und Menges, die darin die Chance ihres Lebens sehen und den Coup vorbereiten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Harms: Kleines, dreckiges Gangsterdrama Made in Germany um einen Ex-Knacki, der die Bundesbank um etliche Millionen erleichtern will.

    Kleiner, harter deutscher Bankraub-Thriller, der mit schweren Jungs ein schnörkelloses und charakterstarkes Gangsterdrama dichtet.

    Mit Kriminalität und Gewalt kennt sich Regie-Veteran und Thriller-Spezialist Nikolai Müllerschön hervorragend aus, der nach vielen TV-Arbeiten zuletzt 2007 mit dem Fliegerporträt „Der Rote Baron“ ein hochbudgetiertes Kinokriegsabenteuer schuf. Am anderen Ende der Skala - finanziell wie ästhetisch -steht dieser 2012 ohne Filmförderungsmittel wahrhaft unabhängig entstandene, hartgesottene Heist-Thriller mit Film-Noir-Ambitionen. Heiner Lauterbach verkörpert in einer starken Performance, der seine Kollegen in nichts nachstehen, einen schroffen schweren Jungen im vorgerückten Alter, der lieber handelt statt zu reden. Das stilsichere, aber nicht stilisierte Gangsterkino ist derart authentisch in Milieu, Jargon und Verbrechervisagen, dass es oft dokumentarisch herb ausfällt, im Grunde vorzügliches, intensives Genrekino mit Niveau und ungebremsten Gewalteruptionen bietet.

    Die tätowierte Träne unter dem Auge des Knackis Harms (Lauterbach) gleicht einem melancholischen Gefühlsventil in einer brutalen Faustrechtwelt, aus der er nach 16 Jahren in die (kaum andersartige) Freiheit entlassen wird. Er nimmt alte Kontakte zu Imbissbetreiber Albrecht und anderen derben Gangstervisagen wieder auf, schläft kostenlos mit der Prostituierten Jasmin. Sein Ruf, so mörderisch wie verlässlich zu sein, bringt ihm die Offerte eines ehemaligen Bundesbankvorstands (Friedrich von Thun) für einen 100-Millionen-Euro-Raubzug. Harms stellt ein Team (Axel Prahl und Martin Brambach als alte Partner, Benedikt Blaskovic als junger Hacker, André Hennicke als dubioser Kontaktmann) zusammen. Gegenseitiges Misstrauen und der begründete Verdacht auf ein doppeltes Spiel lassen ihn nach der Planung den Einbruch abblasen - aber der Wille seiner Kumpanen, ihr Hartz-IV-Leben gegen einen Platz an der Sonne zu tauschen, ist stärker.

    Der präzise inszenierte Thriller um einen spannenden nächtlichen Überfall wird zu einer bestürzenden Todesballade, in der Menschen benutzt und anschließend beseitigt werden. Knapp, aber mit prägnanten Charakteren erzählt Müllerschön zu düster hallenden Elektoklängen von Jules Kalmbacher von der doppelten Illusion des Glücks - was einen Sechser im Lotto als auch die Liebe betrifft. Da die Akteure viel zu gewinnen, aber noch mehr zu verlieren haben, berührt ihr Wirken wider besseres Gewissen obendrein erheblich.

    tk.

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