Harlan - Im Schatten von Jud Süß

Kinostart: 23.04.2009

Filmhandlung und Hintergrund

Außerordentlich packende, wichtige, anregende und komplexe Erinnerungs- und Gedankenarbeit um die historisch-filmische Familiengeschichte der Harlans.

1940 erschien mit „Jud Süß“ ein von den Nazis in Auftrag gegebener antisemitischer Spielfilm, um die Zuschauer auf die Judenverfolgung einzuschwören. Das Propagandawerk ist als zentraler Hetzfilm gegen Menschen jüdischen Glaubens in die Geschichte eingegangen. Sein Regisseur, Veit Harlan, wurde nach dem Untergang des Dritten Reiches zwar vor Gericht gestellt, aber freigesprochen. Seinen Kindern und Enkeln hinterließ er damit ein Stigma, das sie lebenslang prägte.

Mit zahlreichen Filmausschnitten und Interviews seiner Familie zeichnet Felix Moeller ein genaues Bild von Leben und Werk Veit Harlans, dem wohl wichtigsten offiziellen Regisseur des Hitlerregimes. Ein Dokument zur Aufarbeitung eines schwierigen Kapitels deutscher Kulturgeschichte.

Einer der Meisterregisseure der Filmgeschichte, bleibt Veit Harlan (1899-1964) immer verbunden mit dem antisemitischen Propagandafilm „Jud Süß“ (1940) und dem Durchhaltedrama „Kolberg“ (1943/45), die ihm nach dem Krieg Prozesse wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ einbrachten. Der Mann, dessen Melodramen („Die goldene Stadt“) in der Nazi-Zeit in Europa von über 100 Mio. Menschen gesehen wurden, und der den Publikumsnerv perfekt traf, versuchte sich mit ambivalenten Rechtfertigungen („gezwungen worden“) dem zu entziehen, was Sohn Thomas, selbst Regisseur („Wundkanal“), Verantwortung gegenüber der Geschichte nennt.

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Darsteller und Crew

  • Dr. Felix Moeller
    Dr. Felix Moeller
  • Amelie Latscha
    Amelie Latscha
  • Ludolph Weyer
    Ludolph Weyer
  • Anette Fleming
    Anette Fleming
  • Marco Hertenstein
    Marco Hertenstein

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  • Harlan - Im Schatten von Jud Süß: Außerordentlich packende, wichtige, anregende und komplexe Erinnerungs- und Gedankenarbeit um die historisch-filmische Familiengeschichte der Harlans.

    Außerordentlich packende, wichtige, anregende und komplexe Erinnerungs- und Gedankenarbeit um die historisch-filmische Familiengeschichte der Harlans.

    Einer der Meisterregisseure der Filmgeschichte, bleibt Veit Harlan (1899-1964) immer verbunden mit dem antisemitischen Propagandafilm „Jud Süß“ (1940) und dem Durchhalte-Drama „Kolberg“ (1943/45), die ihm nach dem Krieg Prozesse wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ einbrachten. Der Mann, dessen Melodramen („Die goldene Stadt“) in der Nazi-Zeit in Europa von über 100 Mio. Menschen gesehen wurden, und der den Publikumsnerv perfekt traf, versuchte sich mit ambivalenten Rechtfertigungen („gezwungen worden“) dem zu entziehen, was Sohn Thomas, selbst Regisseur („Wundkanal“), Verantwortung gegenüber der Geschichte nennt und mit „Jud Süß“ und der Herkunft seines Vaters resümiert: „Der Nicht-Antisemit wurde der beste Wetzer des Messers.“

    Über die fatale Erfolgs- und Wirkungsgeschichte Harlans, dessen vielköpfige Familie durch die NS-Vergangenheit gespalten wurde, hat der mit Arbeiten über „Die Verhoevens“, Katja Riemann, Hildegard Knef und Publikationen über Leni Riefenstahl, Goebbels und die Knef bekannte Felix Moeller einen hervorragenden Dokumentarfilm gedreht. Moeller bringt Kinder, Enkelkinder und Verwandte zu Aussagen über ihr Verhältnis zu Harlan, besucht mit den Enkeln die Stuttgarter Ausstellung (2008) zu „Jud Süß“ und folgt den Generationen in ihren Reaktionen und Konsequenzen zur Vergangenheit (Sohn Caspar steht im Widerstand gegen das Gorlebener Atommüllzwischenlager).

    Über die packende Familiengeschichte hinaus ist „Harlan“ in seiner kompakten Komplexität anregende Erinnerungs- und Gedankenarbeit. Die Ausschnitte aus Harlans Filmen sind gut gewählt, Moeller analysiert die zuweilen surreale Melodramatik von Harlans Filmen, in denen seine schwedische Ehefrau Kristina Söderbaum („Immensee“, „Die Reise nach Tilsit“) die Hauptrolle als im Volksmund so genannte „Reichswasserleiche“ (wegen ihrer vielen Filmtode) spielte. Seltene Privatfilme und ein hübscher Schlenker zu Stanley Kubrick (er war mit Harlans Nichte Christiane verheiratet), der sich beim Besuch der Familie „wie zehn Woody Allens“ vorkam, ergänzen das in jeder seiner 100 Minuten wichtige und aufschlussreiche Werk. ger.

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