Filmhandlung und Hintergrund

Witzig-warmherziges Buddy-Roadmovie um eine ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft, die im Süden Freiheit und Glück zu finden hofft.

Pechvogel Domenico raubt eine Bank aus und krallt sich Tommaso als Geisel und Chauffeur seines Fluchtwagens. Der sieht das Unglück als Chance, aus seinem jetzigen Leben rauszukommen und überredet Domenico nach Süden zu verschwinden. Auf dem Weg gabeln sie den niedlichen Orfeo auf, in den Tommaso verliebt ist. Als dann noch Tomassos Tochter auftaucht, ist das Chaos perfekt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Hannibals Kinder: Witzig-warmherziges Buddy-Roadmovie um eine ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft, die im Süden Freiheit und Glück zu finden hofft.

    Davide Ferrarios Name dürfte den meisten Kinogängern unbekannt sein, obwohl der italienische Regisseur mehrere, auf angesehenen Festivals gezeigte Spiel-und Dokumentarfilme inszenierte und zahlreiche Drehbücher, eine Monographie über Rainer Werner Fassbinder sowie einen Roman schrieb, der mit dem Hemingway-Preis ausgezeichnet wurde. Dass Ferrario mit „Hannibals Kinder“ ein souveränes, anspruchsvolles, temporeiches und elegantes Road-Movie gelungen ist, scheint nach seiner filmischen Biographie kein Zufall zu sein und könnte ihm die Anerkennung des deutschen Publikums bescheren, wenn Kairos den Film nun mit Untertiteln in die Kinos bringt.

    Die Geschichte kommt mit wenigen Personen und Requisiten aus, wartet aber trotzdem mit überraschenden Wendungen, intensiven Emotionen und kurzen, geistreichen Dialogen auf. Der einsilbige Süditaliener Domenico findet im Norden keine Arbeit, überfällt deshalb eine Bank und flüchtet anschließend mit seiner eloquenten, braungebrannten Geisel Tommasino in Richtung Schweizer Grenze. Doch bevor sie dort ankommen, übernimmt der erfolglose Geschäftsmann Tommasino das Kommando und will in den Süden, wo ihn sein Geliebter, ein junger Polizist, schon erwartet. Nach und nach gesellen sich die Tochter Tommasinos und die blinde Schwester Domenicos hinzu. Die Truppe setzt ihren Weg fort bis zum Meer und darüber hinaus, auf das Meer: Auf einem mysteriösen Schiff mitten im Meer verlässt Ferrario seine skurrilen Figuren, die im Nebel stehen. Der Film endet, nachdem durch das Fellini huldigende Bild („Fellinis Schiff der Träume“, „Amarcord“) ein Boot mit albanischen Flüchtlingen schwimmt. Ferrarios Vorliebe zur absurden Zuspitzung der Situationen wird von seinen hinreißend spielenden Darstellern kongenial umgesetzt und von Kameramann Giovanni Cavalllini durch schiefe, surreal und verwegen fotografierte Bilder unterstützt. Ergänzt wird dies durch einen originellen Soundtrack, der in der Titelsequenz den Klassiker „Should I Stay or Should I Go“ in einer Streicherversion bietet. csz.

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