Hand in Hand

Filmhandlung und Hintergrund

Berührende Parabel mit Corinna Harfouch und Margarita Breitkreiz über die Fragilität des Ruhms.

Star-Chirurgin Heike Laurens ist die letzte Hoffnung für Mathilda Wahry: Eine Erkrankung der Hand droht die Karriere der begnadeten Violinistin zu beendeten. Für die Ärztin wird der Eingriff zur Krönung einer großen Laufbahn: Sie hat einen Gehirntumor, ihr bleiben nur noch Monate. Nach erfolgreicher Operation schließen die ungleichen Frauen Freundschaft. Mathilda entführt die Medizinerin in ihre lettische Heimat, wo beide eine zweite, ungleich bodenständigere Berufung finden.

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Kritikerrezensionen

  • Hand in Hand: Berührende Parabel mit Corinna Harfouch und Margarita Breitkreiz über die Fragilität des Ruhms.

    „Hinter dem Paradies“ lautete der Arbeitstitel, unter dem Justus Pfaue sein Drehbuch zu diesem anspruchsvollen Drama geschrieben hat. Die Geschichte, sagt er, sei „eine Parabel über die Fragwürdigkeit des Ruhms“ und „die Zerbrechlichkeit künstlerischer Virtuosität“.

    Tatsächlich sind seine beiden Heldinnen meisterlich auf ihren Gebieten: Heike vollbringt mit dem Skalpell wahre Wunder; und Mathilda ist eine derart begnadete Violinistin, dass eine Konzertbesucherin schwärmt, sie habe in das Antlitz Gottes geschaut. Anschließend geht die unheilbar kranke junge Frau buchstäblich ins Wasser. Das mutet zunächst allzu melodramatisch an, macht aber auch von vornherein klar, dass der Tod in dieser Geschichte die dritte Hauptrolle spielt.

    Die lettische Geigerin und die Dresdener Chirurgin treffen aufeinander, weil eine Erkrankung Mathildas (Details bleibt Pfaue schuldig) ihre Karriere zu ruinieren droht. Heike wiederum hat einen Gehirntumor; die erfolgreiche Operation der angeblich inoperablen Bogenhand ist nicht nur ihr Glanzstück, sondern auch ihr letztes Werk. Anschließend fliehen die beiden Frauen vor ihrem Schicksal: Mathilda vor dem Gatten (Tonio Arango) und einem gierigen Vermögensverwalter, Heike vor den Menschen, die sie liebt (Jürgen Heinrich, Christine Schorn), weil sie es nicht fertig bringt, ihnen die Wahrheit zu sagen.

    Filme funktionieren in der Regel immer über die Schauspieler, aber in diesem Fall sind die Darstellerinnen besonders wichtig: Kauft man ihnen ihre Rollen nicht ab, hat die Geschichte keine Chance. Das ist nicht mal nur eine Frage der individuellen Qualität; die beiden Protagonistinnen müssen ja auch als Team funktionieren. Sowohl der Reiz als auch das Risiko dieses Dramas bestehen darin, dass Heike und Mathilda, aber auch Corinna Harfouch und die wildgelockte, gut halb so alte Margarita Breitkreiz derart gegensätzlich sind. Dass die Chirurgin es als Herausforderung betrachtet, die Geigerin zu operieren, ist eine Frage ihres Ehrgeizes. Dass sich eine innige Freundschaft zwischen der kontrollierten Medizinerin und der bis an den Rand der Hysterie zickigen Musikerin ergeben könnte, scheint dagegen zunächst unmöglich.

    Tatsächlich muss Heike zu ihrem Glück sanft gezwungen werden: Mathilda entführt sie kurzerhand. Gemeinsam entwenden sie den bis dahin gemieteten weißen Roll Royce und fahren ins lettische Niemandsland. Dort treffen sie nicht nur auf allerlei skurrile Figuren (was dem großen Rolf Hoppe zu einer wunderbaren Gastrolle verhilft), beide finden eine zweite, ungleich bodenständigere Berufung. Auch das ist ein Merkmal dieser Geschichte, für die „Kommissarin Lucas“-Schöpfer Thomas Berger und Kameramann Gunnar Fuß angemessene, von der Musik Dieter Schleips akzentuiert und enorm stimmig untermalte Bilder gefunden haben: Der Film erzählt zwar vom Verlust des Ruhms, doch es fühlt sich richtig an. Aber Justus Pfaue („Anna“, „Die Kirschenkönigin“) hat sich im Auftrag des ZDF ja schön öfter als großer Frauenversteher erwiesen. Deshalb wirkt es auch überhaupt nicht banal, dass die Reise Heike und Mathilda letztlich zu sich selbst führt. Ähnlich wie die Mischung von zwei komplementären Farbtönen ergibt gerade der Kontrast zwischen den beiden Frauen einen neutralen Grundton: Am Ende haben sich die extremen Charaktere gegenseitig geerdet. tpg.

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