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Fakten und Hintergründe zum Film "Hallam Foe ‑ Anst?ndig durchgeknallt"

Kino.de Redaktion |

Hallam Foe - This Is My Story Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über den Film

Ich bin wahrscheinlich die denkbar ungünstigste Person, um über einen Film zu sprechen, den ich gemacht habe, weil ich so intensiv damit gelebt habe, dass all die Ideen und Gedanken dazu selbst in den Film eingeflossen sind. Sie nun wieder herauszulösen und zu benennen fällt mir schwer.

Ich wollte mit diesem Film eine bezaubernde Geschichte über die Freuden und Leiden auf dem Weg zum Erwachsenwerden erzählen. Hallam ist ein verstörter und höchst eigensinniger Charakter, und genau deshalb ist seine Reise auch so unkonventionell. Ich hoffe jedoch, dass seine Erfahrungen etwas in uns Allen anspricht – in uns allen, die wir wissen, was es heißt, jung zu sein. Ich fühle mich Hallam sehr nah. Ich verstehe seine Aufgewühltheit und seine ungewöhnliche Art, mit Dingen umzugehen. Ich hoffe, das Publikum kann dies auf eine ähnliche Weise nachvollziehen.

In meinen Filmen haben immer Figuren eine Rolle gespielt, die auf eine gewisse Weise Außenseiter sind, und die sich im tiefsten Innern ihrer Einsamkeit bewusst sind. Hallam Foe ist auch so, aber er ist erst 17 Jahre alt und jung und lebendig genug, um noch auf Besserung zu hoffen und sich aus seiner Situation zu befreien. Ich fand es sehr aufregend, mich mit der Energie und der Leidenschaft einer Figur dieses Alters auseinanderzusetzen. Und ich bin sehr glücklich, dass es der Film – auch Dank des wundervollen Jamie Bell – geschafft hat, das mit einer Mischung aus Humor und einer gewissen Melancholie zu vermitteln.

Ich denke dies ist ein Film mit sehr viel Seele, der dabei aber nicht schwerfällig ist, weil er schlicht durch Hallams eigene Vitalität mitgerissen wird. Es ist ein Film über einen jungen Mann, der sich mit dem Selbstmord seiner Mutter auseinandersetzt. Dadurch könnte er natürlich sehr düster wirken, er tut dies aber nicht. Und es ist eine Liebesgeschichte, eine Geschichte über vereitelte Rache, eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Es ist ein Film, den man genießen kann. Mit vielen Geschmacksrichtungen – nicht alle sind süß, aber ich hoffe, sie ergeben eine wohlschmeckende Mahlzeit.

Ich wollte einen gegenwärtigen Film machen. Einen ehrlichen und lebendigen Film, der sich unerschrocken auf seine Themen stürzt, gleichzeitig aber poetisch ist und die Zuschauer mit auf eine Reise nimmt. Ich wollte zynisches Filmemachen ebenso vermeiden wie Genre- oder Klischeefallen. Ich könnte sagen ich wollte einfach etwas Originelles machen. Aber es liegt nicht an mir zu beurteilen, ob ich irgendetwas davon erreicht habe.

Die Location

Im Zentrum des Films steht Hallams Reise nach Edinburgh, man kann HALLAM FOE in Vielerlei Hinsicht auch als Hymne auf diese Stadt bezeichnen. Als wir den noch unfertigen Film einer kleinen Gruppe britischer Blogger zeigten, beschrieb ihn einer als ‚Liebeserklärung an Edinburgh’. Ich zog im gleichen Alter wie Hallam nach Edinburgh und das Hotel, in den Hallam eine Anstellung findet, hat auch mir damals meinen ersten Job gegeben – aber nichts an dieser Geschichte ist autobiografisch!

Die Musik

Ein unglaublich wichtiger Teil des Films war für mich die Musik. Ich wollte schon immer einen Film drehen, in dem ich gewissermaßen wie ein DJ den Soundtrack zusammenstellen kann. Aber für eine solche Herangehensweise benötigt man normalerweise das Budget einer richtigen Studioproduktion. Ich sprach Laurence Bell an, der eines meiner liebsten Plattenlabels führt, Domino Records. Ich schlug ihm vor, einen Soundtrack zu schaffen, der ausschließlich aus Tracks aus dem Domino-Repertoire bestand. Er stimmte netterweise zu. Die Herausforderung war nun, bereits existierende Musik zu finden, die die verschiedenen Stimmungen des Films passend unterstreicht. Ich denke und hoffe, dass wir erfolgreich waren. Und dann, als i-Tüpfelchen, nahmen Franz Ferdinand noch die ‚persönliche Ballade’ ‚Hallam Foe Dandelion Blow’ für den Film auf.

Der Look

Ich bin sehr froh, dass wir mit dem wundervollen David Shrigley zusammenarbeiten konnten, um eine schön schräge animierte Titelsequenz zu erschaffen. Ich bin schon seit geraumer Zeit ein Fan von ihm, vor ein paar Jahren hat er schon einmal ein paar Illustrationen für einen meiner Kurzfilme angefertigt. David sah einen Rohschnitt des Films und hatte diese fixe Idee eines Vogels, der flügge wird und in die große, böse Welt fliegt. Und daraus wurde dann das Thema seiner wundervoll durchgeknallten Animation. Interessanterweise nutzen Franz Ferdinand die gleiche Metapher bei ihrer Interpretation.

Die Buchvorlage

Der Film basiert auf dem Roman meines Freundes Peter Jinks. Das Buch spielt über einen viel längeren Zeitraum als ich es für einen Film dieser Intensität wollte. Wir haben die Geschichte nicht unwesentlich verändert, aber wir haben die Charaktere und (so hoffe ich) den Geist des Buches bewahrt. Peter wurde während dieses Prozesses über alle Änderungen informiert und er sah den Film vor dem Endschnitt. Er war zum Glück sehr zufrieden mit dem Ergebnis!

Das Team

Ich habe den Film in enger Zusammenarbeit mit meinen Freunden Giles Nuttgens (Kamera), Colin Monie (Schnitt), Gillian Berrie (Produktion) und Tom Sayer (Szenenbild) gemacht. Es war eine anstrengende Zeit, aber es war einer der schönsten Drehs, die ich jemals hatte.

Ich hoffe wirklich, dass dies ein Film voller Ausgelassenheit, voller Leben, Humor, Originalität, ein paar dunklen Momenten, ein paar romantischen Momenten ist – eine große, glückliche, verrückte Reise. Ich möchte wirklich einen Film machen, der so viele Leute wie möglich anspricht, ohne sich dabei gleich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren. Ich hoffe, dass diese Kombination, diese Figur und die Energie, mit der wir den Film gemacht haben, sich zu etwas zusammenfügt, das die Leute sehen wollen. Das meiste liegt jetzt in den Händen anderer Leute. Ich für meinen Teil bin sehr stolz und glücklich, Hallam zum Leben erweckt zu haben.

David Mackenzie

Produktionsnotizen

Die Idee zum Film

„Es fing alles mit einem Kneipenabend in Edinburgh an, bei dem wir am Ende in Petes Dachgeschosswohnung landeten”, erklärt Berrie. „Er erzählte uns von seiner Idee zu einer Geschichte, die auf den Dächern von Edinburgh spielt. Wir blickten aus dem Fenster, und in unseren Köpfen lief der Film schon ab.“

Gilliam Berrie, Produzentin von HALLAM FOE

HALLAM FOE basiert auf dem gleichnamigen Roman von Peter Jinks, der in Deutschland 2003 mit dem Titel „Über roten Dächern“ erschienen ist. Jinks ist ein alter Freund von Regisseur David Mackenzie und Produzentin Gillian Berrie. Mackenzie und Berrie realisieren mit ihrer gemeinsamen Produktionsfirma Sigma Films seit über 10 Jahren Filmprojekte und waren von Anfang an vom filmischen Potential des Stoffes begeistert:

„Als ich den vollendeten Roman schließlich las, war ich beeindruckt, wie er den Leser in die Gedankenwelt dieses aufgewühlten Jungen mitnimmt“, sagt Mackenzie. „Es war wie eine kaputte Version von „Der Fänger im Roggen“, eine Geschichte, die etwas über unser nach visuellen Eindrücken gierendes 21. Jahrhundert auszusagen schien. Man muss die Kids ja fast schon verkorksen, damit sie diesem ganzen Celebrity-Müll entkommen, der ihr Leben durchdringt und der ihnen traurigerweise auch noch beibringt, wie man sich angeblich benimmt.“

Hallam Foe – neugieriger Beobachter und Spinner, dem die Welt gehört

Hallam Foe betrachtet lieber das Leben der Anderen, als sich mit seinem eigenen auseinanderzusetzen. Er lebt ganz in seiner Welt, hält sich das richtige Leben da draußen lieber auf Abstand – und meint, es aus seinem Baumhaus und von den Dächern Edinburghs am besten zu überblicken.

Dazu Mackenzie: „Der Voyeurismus, den man beim Fernsehen konsumieren kann, interessiert ihn nicht, lieber beobachtet er die Menschen um ihn herum selbst. Dabei hat er sich soweit in sich zurückgezogen, dass er fast schon so etwas wie ein Wilder geworden ist.“

Jamie Bell ist Hallam Foe

Vor allem galt es, die richtige Person zu finden, um Hallam Foe zum Leben zu erwecken. „Das war einfach“, sagt Produzentin Gillian Berrie. „Wir kannten Jamie Bell von unserer Mitarbeit an „Dear Wendy“ (Dear Wendy, 2005). Irgendwann mitten während des Drehbuchschreibens saßen wir in einem Flugzeug Richtung London und ich sah in einem Magazin ein Foto von ihm. Ich hielt es David vors Gesicht und wir dachten beide in dem Moment: Das ist unser Mann. Aber uns war klar, dass wir erst das Skript fertigstellen mussten, und so dauerte es noch ein paar Monate, bevor wir an ihn herantraten.“

Der 1986 im englischen Billingham geborene Jamie Bell wurde als 14jähriger mit einem Schlag weltberühmt, als er 2000 in „Billy Elliot – I will dance“ (Billy Elliot, 2000) einen Jungen spielte, der unbedingt Balletttänzer werden wollte. Der Rotschopf tanzte sich damals mühelos in die Herzen der Zuschauer und begeisterte auch die Kritiker. In den Jahren danach hat er in Produktionen wie „Dear Wendy“ und „King Kong“ (2005) sein Talent und seine Vielseitigkeit bewiesen. Grund genug für Mackzenie, den Jungstar zu einem Casting der etwas anderen Art zu treffen. Der Regisseur erinnert sich:

„Ich traf Jamie zum ersten Mal während der Berlinale 2003 – in einem japanischen Restaurant, das am Ende jedes Tisches einen Bildschirm hatte, auf dem sehr eindeutige Animé-Pornos liefen. Ich glaube, wir haben beide nur so halb zugehört, was der andere sagte, während wir immer wieder zu den Bildschirmen schielten. Jamie und ich sind auch deshalb so erfreut, dass der Film dieses Jahr seine Premiere in Berlin hatte, weil sich nun der Kreis schließt. Wir sind im Februar sofort in das Restaurant und haben ein paar Sake getrunken! Doch zurück zu HALLAM FOE… Also, wir schienen uns bei dem Essen sofort gut zu verstehen, und ich erzählte ihm von dem Skript, an dem ich arbeitete und das ihn interessieren könnte usw. Und er sagte ‚Cool, schick es meinem Manager.’ Aber trotz diesem ganzen Filmstargetue (nur ein Scherz, Jamie!) hatte ich ein gutes Gefühl, dass ihm gefallen hat, was ich ihm - abgelenkt durch weibliche Orgasmen – über meinen Film vorgestottert hatte. Von dem Moment an habe ich das Drehbuch nur noch mit Jamie im Kopf geschrieben. Ein paar Monate später bekam er es zu lesen und er sagte sofort zu.“

Für Mackenzie ist Jamie Bell die Idealbesetzung: „Hallam Foe wäre nichts ohne ihn. Er ist ein echter Jungstar und ein ganz wunderbarer Kerl. Er gibt Hallam Ausgelassenheit, Energie und Charme, die weit über das hinausgehen, was im Drehbuch steht. Ich kann mir den Film ohne ihn nicht vorstellen, er wurde Hallam – Sie sollten seine Hallam-Tagebücher sehen: einfach perfekt! (Anzusehen im Blog www.getyourpeople.com). Er hat sich einfach in die Rolle gestürzt und sein Instinkt war immer richtig. Er ist ein geborener Schauspieler, von Natur aus talentiert und er hat für sein Alter unglaublich viel Erfahrung. Ich bin sehr stolz, dass ich die Gelegenheit hatte, mit ihm zu arbeiten. Reicht das an Superlativen?“

Für Jamie war die Erfahrung ebenso gewinnbringend: „David ist jemand, den ich schon immer bewundert habe, besonders wegen „Young Adam“ (2003). Ein wunderschöner Film und Ewan McGregors Darstellung war einfach fantastisch. Ich war also bereits ein großer Fan von David. Und wir hatten beide die gleiche Vorstellung davon, was die Figur und den Film angeht. Er ließ mir sehr viel kreativen Freiraum und ich hatte dauernd neue Ideen und habe am Set viel improvisiert. Und David gefiel das. Und das war auch wichtig, damit die Figur authentisch und nicht zu sentimental wird.“

Und auch physisch war die Rolle sehr anspruchsvoll, wie Mackenzie erzählt: „Jamie musste in einen eiskalten schottischen See waten. Er musste über Dächer springen, nachts stundenlang im strömenden Regen stehen, Küchenabfälle säubern, Take für Take, bis es endlich im Kasten war. Er musste unzählige Ratten über sich krabbeln lassen. Am Ende sind mir einfach die Ideen für Foltermethoden ausgegangen.“

Jamie, der in fast jeder Szene zu sehen ist, sieht das ähnlich: „Das war sicher einer der härtesten Jobs in meinem ganzen Leben, zum Teil wegen des engen Zeitplans, aber auch die körperliche Anstrengung, die Probleme mit dem Dialekt, die Nacktszenen und ein paar Sequenzen am Ende des Films waren etwas traumatisch. Der Film ist ein emotionales Schwergewicht, aber durch das ganze Rumlaufen, Springen und Klettern, war es nicht nur eine psychische Herausforderung, sondern auch physisch ganz schön anstrengend.“

Bei der Besetzung der anderen Rollen war vor allem wichtig, eine überzeugende Familiendynamik zu schaffen. Ciarán Hinds und Claire Forlani waren deshalb die perfekte Wahl als Hallams Vater und Stiefmutter.

„Claire Forlani war schlicht herausragend. Es war unglaublich: Sie war Verity. Sie hat die Balance perfekt hinbekommen – ist sie wirklich diese furchtbar grässliche Stiefmutter oder bildet sich das Hallam alles nur ein? Sie war wunderbar. Ciarán Hinds ist als Julius ein guter Ausgleich zu ihr – der durch Schuld und Trauer gebeugte Vater, der verzweifelt versucht, mit seiner zweiten Frau noch mal ganz neu anzufangen. Ciarán ist ein fabelhafter Schauspieler und ein toller Typ. Und schließlich bringt Sophia Myles als Kate, die verletzte junge Frau, die in Hallams Leben tritt, eine weitere Dimension ins Spiel. Sie ist perfekt, sowohl hart als auch weich, professionell und verletzlich. Dank ihr und Jamie bekommt der Film in seiner zweiten Hälfte etwas wirklich Magisches“, so Berrie.

Die gesamte Darstellerriege war von Jamie Bell sehr beeindruckt. „Jamie hat eine magische Ausstrahlung, man will ihn einfach immer nur anschauen und in seiner Nähe sein.“ sagt Myles. „Weil er Billy Elliot war, gilt er mittlerweile als nationales Heiligtum. In der Szene, in der Kate sich mit Hallam betrinkt, musste ich alleine vor Billy Elliot tanzen – und das war ganz schön Furcht einflößend, muss ich sagen.“

Sophia Myles ist Kate

Als Sophia das Drehbuch zum ersten Mal gelesen hat, war sie derart beeindruckt, dass sie sofort Mackenzie schrieb: „Als ich es las, meinte ich nur ‚Ja, bitte, lass es mich machen’ und ich schrieb David einen Brief, was ich noch nie zuvor getan hatte – ich habe noch nie in meinem Leben um einen Job gebettelt. Aber ich fand den Stoff so unglaublich gut, dass ich unbedingt dabei sein wollte. Während der Dreharbeiten wurde mir dann klar, was für ein persönlicher Film das für David war. Ich glaube, es ist tatsächlich eine ganze Menge von Hallam in ihm. Ich habe den leisen Verdacht, dass er ihm als Junge sehr ähnlich war. Sie haben beide eine gewisse Intensität. Und ich weiß, dass Jamie sich ein paar Eigenheiten bei David abgekuckt und in seine Figur eingebaut hat!“

Claire Forlani ist Verity

Claire Forlani war genauso interessiert daran, Teil des Projekts zu sein: „Ich las das Buch und dachte ‚Das ist gut!’ Es war einfach wunderschön und für mich die schnellste und leichteste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Das Drehbuch war sehr raffiniert und detailliert, tief und komplex.“

Auch Claire Forlani war sehr von ihrem jungen Co-Star beeindruckt: „Jamie ist wahrscheinlich einer der zauberhaftesten Leute, mit denen ich jemals zusammengearbeitet habe. Ich kann einfach nicht glauben, dass er erst 20 ist und dabei so entspannt und leicht und locker und süß und trotzdem so bei der Sache, so konzentriert und vorbereitet. Ihm strömt das Talent nur so aus den Poren. Er ist einfach von Natur aus talentiert, aber eben auch absolut engagiert. Ich bin mir sicher, wir werden noch viele großartige Dinge von Mister Jamie Bell sehen, ohne Zweifel!“

Forlani genoss insbesondere die Zusammenarbeit mit Mackenzie: „David war sehr präzise und klar. Es war toll, ihm zuzusehen, weil ich mich bei diesem Film fast wie auf einer Zeitreise fühlte. Ich war schon jahrelang auf keinem Set mehr, auf dem der Regisseur den Prozess und die Entstehung des Films so genießt. Es war eine fast poetische, altmodische Art des Filmemachens.“

Eine Liebeserklärung an Edinburgh

Ohne Edinburgh, die Stadt, auf deren Straßen und Dächern der Film spielt, wäre der Film undenkbar. Sie ist ein grundlegendes Element des Films, und es war David Mackenzie deshalb wichtig, für die verschiedenen Teile des Films bestimmte visuelle Stilmittel einzusetzen: „Ich glaube, Edinburgh ist bis zu einem gewissen Grad selbst ein Charakter in dem Film und hat eine sehr starke Präsenz. Gerade weil die Geschichte auf dem Land beginnt, ist die Veränderung besonders einschneidend, wenn Hallam in die Stadt kommt. Wir konzentrieren uns auf die Altstadt von Edinburgh und auf einige Dächer. Ich finde, die Stadt hat sehr viel Charme und einen leicht gotischen Touch. Ich hoffe, man spürt, dass wir dem ein bisschen huldigen. Leicht zu erkennen ist die unterschiedliche Farbgebung, die wir dem Land und der Stadt gegeben haben. Der Film beginnt auf dem Land mit etwas eleganteren Kamerafahrten und wird dann ein bisschen rauer, wenn wir in den Edinburgh-Szenen mit der Handkamera versuchen, etwas von der Energie der Stadt einzufangen. Mein Kameramann Giles Nuttgens und ich haben bereits bei drei Filmen zusammengearbeitet und wir wollten diesmal etwas Neues ausprobieren. Wir haben viel mit der Handkamera gedreht, um die Energie der Figur zu verdeutlichen und wir haben oft Gegenstände im Vordergrund des Bildes, die einen Teil der Handlung verdecken, um ein Gefühl für Hallams Beobachterrolle zu geben.

Es gibt unterschiedliche Welten in der Stadt: die Welt der Straßen und die Welt der Dächer. Und dann gibt es da noch die Hotel- Welt, die noch einmal ganz anders aussieht, weil ein Großteil davon im Gebäude und mit Neonbeleuchtung spielt. Der Film hat eine merkwürdige visuelle Eigenschaft. Man bewegt sich zwischen diesen verschiedenen Welten, die alle sehr unterschiedlich wirken, aber trotzdem eine Einheit bilden.“

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