Grenzgänger

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   2012

Grenzgänger: Mit drei Österreichischen Filmpreisen prämiertes Dreiecks-Drama nach Karl Schönherrs Roman "Der Weibsteufel".

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Filmhandlung und Hintergrund

Grenzgänger: Mit drei Österreichischen Filmpreisen prämiertes Dreiecks-Drama nach Karl Schönherrs Roman "Der Weibsteufel".

Im Sommer 2001 verrichtet Jungsoldat Ronnie vom Bundesheer seinen Dienst an der grünen österreichisch-slowakischen Grenze. Seinen ereignislosen Alltag an den menschenleeren Flussauen verkürzt er gerne mit Ausritten zum Gasthaus in der Au, wo er ein Auge auf Jana, der jungen Gattin von Wirt Hans, geworfen hat. Für seinen Vorgesetzten soll Ronnie ihnen nachspionieren, um den nebenerwerbsmäßigen Menschenschleuser auf frischer Tat zu ertappen. Hans will, dass Jana Interesse für Ronnie vorschützt, hat die Rechnung aber ohne ihre Hormone gemacht.

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Kritikerrezensionen

  • Das nach Karl Schönherrs Theaterstück „Der Weibsteufel“ entstandene Dreiecks-Drama gewann drei Österreichische Filmpreise.

    Florian Flickers erster Spielfilm nach der Krimigroteske „Der Überfall“ ließ zwölf Jahre auf sich warten, verrät aber weiterhin seine Lust an Beziehungskammerspielen. Seine Fassung des klassischen Bühnendramas von 1914, eines der meist gespielten Theaterstücke des süddeutschen Sprachraums, lässt im Kern nur das gespannte Dreiecks-Verhältnis von zwei Männern und einer Frau bestehen. Das Beziehungsdreieck ist trocken gewirkt, fabelhaft gespielt, steht mit bedrückendem Naturalismus (Drehort: March-Auen) in der Tradition österreichischer Arthausfilme und wahrt Schönherrs düstere Semantik. Wofür „Grenzgänger“ 2013 in der Kategorie Drehbuch, Kamera und Musik gewann.

    Wirklich nette Menschen sucht man vergeblich: Das ist nicht einmal der wohlgesinnte Jungsoldat Ronnie (Stefan Pohl) vom Bundesheer, der im Sommer 2001 an die slowakisch-österreichische Schengengrenze versetzt wird, um am idyllisch-verlassenen Grünstreifen seinen drögen Dienst zu schieben. Sein Vorgesetzter Fuchs setzt den unbedarften 23-Jährigen als Spion auf Jana (Andrea Wenzl aus „Die Vaterlosen“) und Hans (stark wie immer: Andreas Lust) an, die das Gasthaus in der Au betreiben und als lukrativen Nebenerwerb nachts Menschen über die Flussgrenze schmuggeln. Schleuser Hans wittert die Falle und zwingt seine Frau auf den unbeholfenen Burschen einzugehen, damit Fuchs glaubt, sein Plan ginge auf. Stattdessen erweckt Ronnie die spröde Jana, die sich, geschmeichelt von seinem Werben, ihrer frustrierenden Situation mit dem desinteressiert-berechnenden Hans bewusst wird und der Ehe eine folgenschwere Absage erteilt.

    Was sich daraus entwickelt, hält Flicker lange in der Schwebe und gibt seinem Darsteller-Trio viel Entfaltungsraum, um in Dialogen mit lakonischem – und nicht unkomischem – Tonfall einiges auf den Punkt zu bringen. Flicker spinnt die untertourig laufende Geschichte mit ihrem haarigen Beziehungsgeflecht subtil und trocken. Aber über Arbeitsalltag und vordergründigen Machtproben, unterlegt mit verträumter Musik, lauert eine drohende Gefahr, die sich schließlich in (moderaten) Aggressionen Bahn bricht. Das Kammerspiel in isolierter Natur außerhalb der Zivilisation gebiert eine gefährliche Liebschaft, deren stille Grausamkeit kein Beteiligter unbeschadet – an Leib oder Seele – übersteht. tk.

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