Fakten und Hintergründe zum Film "Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!"

Kino.de Redaktion |

Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt! Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über den Film

Falls Ihnen der reichlich altkluge, vorpubertäre Knabe Greg Heffley nichts sagen sollte, können Sie in jetzt kennen lernen - in einer Familienkomödie im Kino. Heffleys Abenteuer stammen von dem amerikanischen Autor und Zeichner Jeff Kinney, der sie zunächst ins Internet stellte. Aufgrund des großen Interesses an Gregs Erlebnissen hat er sie danach in seiner Bestseller-Comicbuchreihe Diary of a Wimpy Kid beschrieben und gezeichnet und bis heute wurden weltweit etwa 28 Millionen Exemplare verkauft. Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt ist das erste der vier in Deutschland erschienen Bücher. Grund für die Popularität dürfte der exotische Schauplatz dieser Abenteuer sein: Die Schule, genauer gesagt die Junior High School, ein Abenteuerspielplatz unbeschreiblichen Schreckens, dessen Gefahren und Risiken jeder von uns irgendwie überleben musste!

Über die Produktion

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Am Anfang stand eine Serie von Online-Cartoons. Mit der Veröffentlichung von Jeff Kinneys erstem „Roman in Cartoons”, explodierte Diary of a Wimpy Kid (Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!) 2007 wie eine Bombe in der Popkulturszene. GREGS TAGEBUCH - VON IDIOTEN UMZINGELT! war fast drei Jahre lang auf der Kinderbuch-Bestsellerliste der New York Times zu finden und wurde in 33 Sprachen übersetzt. Das Buch setzte die Fantasie einer Unmenge von bisher eher zurückhaltenden Lesern frei, führte zu unzähligen Video-Rezensionen und brachte die Fangruppen in Sozialen Netzwerken zusammen. Die Fangemeinden feierten das Erscheinen jedes neuen Wimpy Kid-Buches auf Themenpartys.

Obwohl Kinney nicht zuletzt wegen des nostalgischen Blicks auf die Institution Schule, gesehen durch die Brille eines mit Allmachts-Fantasien gesegneten Erzählers - ursprünglich eine erwachsene Zielgruppe angepeilt hatte, konnten sich Kids spontan mit dieser Mischung aus Anarchie, Subversion, Spaß und Wohlbefinden identifizieren. Und schließlich traf die Sprache des Titelhelden direkt ihren Nerv, die sich am Besten mit der Zeile „Ich stecke hier in der Junior High School mit einem Haufen von Schwachköpfen fest” zusammen fassen lässt - zu finden unter einer Zeichnung Kinneys, die Greg zwischen zwei Klassenkameraden zeigt.

So ist es kaum überraschend, dass Greg Heffley nicht gerade das ist, was man ein klassisches Vorbild nennt. Er ist wertend, egoistisch und faul, aber trotzdem immer sympathisch. „Ich wollte eine realistische Figur schaffen“, erklärt Kinney. „Meistens ist der Protagonist in der Kinderliteratur ein kleiner Erwachsener. Ich wollte mir hingegen ein Kind ausdenken, mit dem man sich identifizieren kann und das alles andere als perfekt ist. Ich habe hart daran gearbeitet, dass es nicht so ein kuschelpädagogisches Buch wird, das die Kids von oben herab anspricht und sie mit guten Beispielen zu nervt.“

Kinneys unzählige Beispiele für die Absurdität des Junior High-Lebens begeisterten die Leser. Ein besonderer Favorit war der „Käse-Fluch”, der für die Schüler zu einer Legende und einem Mythos wurde und spontanen Grusel, Ekel und Tratsch auslöst. Auf Gregs Schulhof liegt ein vergammeltes Stück Käse, das auf mysteriöse Weise dort hin kam und nun von Tag zu Tag stinkender und ekliger wird. Wenn es etwas gibt, was die Schüler zutiefst graust, dann ist es eine zufällige Berührung mit diesem schimmligen Käseteil und die damit verbundene Ansteckung mit dessen nuklearen Krankheitserregern. Die einzige Möglichkeit, die Käseinfektion wieder loszuwerden, ist die Berührung eines anderen bedauernswerten Klassenkameraden, es ist wie Fangen spielen, nur viel ekliger.

„Niemand blickt auf seine Schulzeit zurück mit dem Wunsch, sie noch einmal zu erleben.“ sagt Kinney, der auch einer der Produzenten des Films ist. „Es gibt jede Menge Filme über Schulanfänger, Oberstufen-Teenager oder Studenten, aber wenige über diese schrecklichen Jahre der Vor-Pubertät, die für jeden einfach nur furchtbar sind.“

Es ist eine Welt in der soziale Schichten das Leben bestimmen. „In der Junior High School wird ständig aufgeteilt – aus Kindern werden entweder Sportler oder Schnösel oder coole Kids oder Streber“, sagt Produzent Brad Simpson. „Es ist die erste Probe des Erwachsenseins für die Kids“. Die Tretminen der Schulhierarchie sind besonders gefährlich in der Cafeteria, einer Brutstätte von Cliquen, deren höchstes Ziel darin besteht, einen Platz an dem Tisch zu haben…oder aber an irgendeinem Tisch.

Produzentin Nina Jacobson, früher in der Geschäftsführung der Walt Disney Motion Picture Group tätig, ergänzt: „ bist du jenseits der Niedlichkeit und Unbekümmertheit des Kindseins, aber es dauert noch Jahre, bis du Auto fahren darfst. Du bist weder niedlich noch cool; du steckst irgendwo mittendrin fest“.

Nachdem junge Leser die Bücher zu einem phänomenalen Erfolg gemacht hatten, meldete sich natürlich Hollywood und wollte aus Greg Heffleys Welt, seinen Freunden und seiner Familie einen großen Kinofilm machen. Kinneys Comic-Vorlagen lösten im Team der Filmemacher eine wahre Begeisterung aus und mit Leidenschaft und großem Eifer machten sie sich an die Arbeit. Nina Jacobson erinnert sich: „Jeff hat etwas ganz Einzigartiges geschaffen, das ich noch nie zuvor so gesehen habe und das an kein Buch erinnert, das ich jemals gelesen habe. Es unterschied sich auch völlig von den Büchern, die meine Kinder bisher toll fanden. Wir mussten alle so lachen, als wir es lasen.“ Jacobson sagt weiter: „Das Buch ist sehr klug und durchdacht geschrieben und erinnerte mich an eine Art „Larry David in High School’“. Sie bezieht sich damit auf den mitgenommenen Anti-Helden der TV-Serie „Lass es Larry“ („Curb Your Enthusiasm“). „Greg hat nicht die leiseste Ahnung was für ein Trottel er sein kann, und das finden Kinder sehr komisch und unterhaltend.“

„Dieses Buch zu lesen war als ob man ein Notizbuch seiner eigenen pubertären Angeber-phase und Verwirrtheit durchblättern würde”, ergänzt Ko-Drehbuchautor Jeff Judah, dessen Schreibpartner Gabe Sachs hinzufügt: „Für die Kinoversion von Greg Heffley zu schreiben fühlte sich sehr natürlich an, weil ich in der Junior High School oft das gemacht habe, was ich für cool hielt, um gleich darauf festzustellen, dass es alles andere als cool war.“ Und Regisseur Thor Freudenthal sagt: „Jeff Kinney beschreibt mit entwaffnender Ehrlichkeit und umwerfendem Humor wie Kinder fühlen und handeln. Greg ist eine Kombination aus den schlimmsten Instink­ten und Entscheidungen eines jeden vorpubertären Jugendlichen.“

Während das Wort ‚wimpy’ (schwach, erbärmlich, kümmerlich) bereits im (Original-) Titel des Films und der Bücher zu finden ist, wird man feststellen, dass der Begriff „mittel“ eine ebenso große Bedeutung für Greg Heffleys Wortschatz hat. Er ist in dem kindlichen Albtraum – der „Mittelstufe“ – gefangen und ist zugleich das mittlere Kind, gefangen zwischen seinem unver­schämten älteren Bruder Rodrick und seinem dreijährigen, gerade den Windeln entwachsenden Bruder Manny. Diese erste Geschichte dreht sich um Gregs Bestreben, so schnell wie möglich über die schrecklichen Demütigungen der Mittelstufe hinauszuwachsen.

Bei der Umsetzung von Kinneys Buchvorlagen für die Leinwand war den Filmemachern besonders daran gelegen, so nah wie möglich an den Originalfiguren zu bleiben, besonders an Gregs eigenwilligem Charakter. Während des ganzen Entstehungsprozesses gab Kinney sein Insiderwissen preis. „Jeff war ein unbezahlbarer Aktivposten beim Schreiben des Films“, sagt Ko-Autor Jeff Filgo. „Er wusste immer eine Antwort auf die unvermeidlichen Fragen, ‚Würde Greg dieses oder jenes tun?’ oder ‚Würde Gregs bester Freund Rowley das so machen?’ Aber er las auch jede Skizze und Drehbuchfassung und gab unbezahlbares Feedback.“ Jackie Filgo, Jeffs Frau und Schreibpartnerin ergänzt: „Greg ist abwechselnd unsicher, aggressiv, schüchtern, lustig, grausam und liebenswürdig; jeder der mit Kindern zu tun hat weiß, dass sie all dies zu verschie­denen Zeiten sein können – und hin und wieder auch alles auf einmal. Eine unserer Herausfor­derungen war sicher zu stellen, dass Greg und seine Freunde die Verwandlung vom Buch zur Leinwand mit all ihren Charakterzügen und Fehlern überstehen würden.“

Kinneys Buch hatte schon alle wesentlichen Zutaten für den Film, aber seine episoden­hafte Struktur – es ist schließlich ein Tagebuch (Notizbuch!) – zwang die Filmemacher zu einer stärkeren erzählerischen Dynamik. Deswegen konzentrierten sie sich auf die Freundschaft zwischen Greg und Rowley Jefferson, die sich schon seit der Grundschule kennen (all diese Jahre!) und durch ihre gemeinsamen Erlebnisse verbunden sind. Auf der anderen Seite sind die beiden grundverschieden: Greg ist kampfesmüde und hyper-ehrgeizig. Er hat eine unnach­sichtige Weltsicht, ist aber trotzdem zuversichtlich, das System zu seinem Vorteil nutzen zu können. Rowley ist das Omega zu Gregs Alpha – und ist damit zufrieden, bis zu einem bestimmten Punkt. Er ist ein unschuldiges Kind ohne genaue Zielvorstellungen, während Greg die Zielvorstellung in Person ist.

Die Figur Rowley ist bei den Fans der Bücher eine der populärsten, auch die Filme­macher sehen das so. „Er ist ganz sicher einer meiner Favoriten“, gibt Jeff Kinney zu. „Rowley möchte ganz einfach die Welt und auch seine Schulerlebnisse genießen.“ Und Nina Jacobson ergänzt: „Wir alle lieben Rowleys Humor, seine Unbekümmertheit und Frische. Eine meiner Lieblingsdialoge zwischen den beiden Kids ist, wenn Rowley seinem Freund erzählt, seine Mutter habe ihm gesagt, dass die Leute ihn am meisten lieben würden, wenn er ganz er selber sei. Darauf Greg: ‚Tja das wäre ein guter Rat, wenn du jemand anderer wärst.’ Das fasst ziemlich gut ihre Dynamik zusammen. Greg hat das Gefühl, dass Rowley geformt, verfeinert, gestaltet und manipuliert werden muss, aber Rowley fühlt sich ziemlich wohl in seiner eigenen Haut – und das hat letztlich sehr viel mit Selbstvertrauen zu tun. Selbstvertrauen ist der Schlüssel zum Überleben in der Junior High School.“

Schon während der Arbeit am Drehbuch machten sich die Filmemacher auf die schwie­rige Suche nach dem Hauptdarsteller. In Kinneys Büchern ist Greg ein Strichmännchen mit rundem Kopf, drei Haaren und großen Schuhen an einem hageren Gerippe. Das ist die Silhou­ette, die die Buch-Fans lieben, aber keine, die in einem Realfilm funktionieren würde.

Die Filmemacher suchten einen jungen Schauspieler der Gregs Charisma ebenso wieder­geben könnte wie – immer liebenswert und mit viel Spaß - seine vielen Fehler. „Den Richtigen zu finden, der die einzigartige Greg Heffley-Persönlichkeit verkörpern kann ohne dabei unsym­pathisch zu werden, war eine sehr schwierige Aufgabe“, gibt Nina Jacobson zu. „Er sollte pfiffig und liebenswert sein, aber gleichzeitig eine Menge Chuzpe haben.“

Der Schauspieler, der die Rolle des Greg spielen würde, hat die anspruchsvolle Aufgabe, trotz dessen Lügen und Intrigen und trotz seiner Einstellung, liebenswert zu sein. „Die einzige Möglichkeiten die wir hatten, Greg liebenswert zu machen war, den richtigen Jungen zu finden, der ihn spielen sollte“, sagt Brad Simpson. „Wenn du nicht den richtigen Schauspieler hast – wenn du nicht das richtige ‚Wimpy Kid’ findest, das Charisma mit einer gewissen Portion niederer Instinkte kombiniert – dann funktioniert es einfach nicht.

Neun Monate suchten die Filmemacher landesweit nach ihrem Hauptdarsteller und ließen mehr als Tausend junge Menschen vorsprechen. Potenzielle Kandidaten konnten sich auch auf einer speziellen Website für das Casting registrieren lassen. Diese Herkulesaufgabe zahlte sich schließlich aus, als sie Zachary Gordon fanden, einen Jungen aus dem Süden Kaliforniens, der bereits viel Synchronarbeit und ein paar Fernseh- und Filmauftritte absolviert hatte. Regisseur Thor Freudenthal meint: „Zach drückt aus, dass bei jeder ‚Bin ich nicht der Größte’-Ansage gleichzeitig ein unterschwelliges ‚Ich hoffe, ihr mögt mich’ mitschwingt.“ Und Jacobson ergänzt: „Unterhalb von Zachs Liebenswürdigkeit lauert eine Prise Dreistigkeit und Mut, die auf seinen echten Erfahrungen beruht und der Sicherheit, zu wissen, wer er ist und was er will - und das verbindet Zachs mit Gregs Persönlichkeit.“ Brad Simpson meint: „Zach als ein Energie­bündel zu bezeichnen wäre eine ziemliche Untertreibung. Er hat auch etwas von Gregs Krämerseele. Aber er ist ein richtig guter Junge und das scheint immer durch.“

Die Rolle des Greg zu spielen war für Zachary gleichzeitig aufregend und das Natür­lichste von der Welt. Einerseits war er bereits vorher ein großer Fan der Bücher, andererseits verkörpert er Greg physisch und, noch wichtiger, begreift ihn spontan und macht sich sein „inne­res Weichei“ zu nutze. „Ich bin klein und dünn wie Greg und das hilft mir, ihn zu spielen“, sagt Zachary. „Aber ich kann auch denken wie er. Wenn jemand etwas über Greg sagt, kann ich es vor meinem geistigen Auge ablaufen lassen und mir vorstellen, ich wäre es, der diese Dinge tut oder dem diese Dinge passieren. Und schon bin ich in der Rolle.“

Robert Capron wurde als Gregs bester Freund Rowley schon vor Zachary Gordon besetzt. „Es gab nicht viele potenzielle Rowleys“, sagt Nina Jacobson. „Bei Robert war es ein­fach. Schon beim ersten Vorsprechen war er Rowley. Kaum war er unter Vertrag, musste er drei verschiedenen Screen-Tests mit sechs unterschiedlichen „Gregs“ machen.

Wenn aber überhaupt jemand vorbestimmt war, in einem DIARY OF A WIMPY KID-Film mitzuwirken, war es Regisseur Thor Freudenthal. Der energiegeladene visuelle Stilist hatte gerade den Komödien-Hit HOTEL FOR DOGS („Das Hundehotel“, 2009) inszeniert, als ihm die Regie für DIARY OF A WIMPY KID („Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!“) angetragen wurde. Da er eben einen Film mit 50 Hunden und 10 Kindern hinter sich hatte, war er zurück­haltend, gleich in eine neue, auf Kinder fokussierte, Geschichte einzusteigen. Einer der entscheidenden Gründe für seine Zusage war die Tatsache, dass er als Prä-Pubertist seine eigenen illustrierten Tagebücher/Notizbücher gezeichnet hatte, die sein Leben in der Schule festhielten. „ war Gregs Tagebuch unglaublich ähnlich“, meint Simpson.

Kinneys Mix aus Cartoons und Prosa, erzählt in der Form eines Tagebuchs mit Gregs Erzählstimme als Bildunterschrift, machen das Buch einzigartig, und Freudenthal, Jacobson und Simpson wollten diese künstlerische Herangehensweise des Autors in den Film einfließen lassen. Um das zu erreichen setzte Freudenthal Kinneys unverwechselbare Zeichnungen an den Anfang des Films. „Es war sehr wichtig, die Figuren als Zeichnungen zu zeigen, um Gregs Vorstel­lungen von ihnen zu visualisieren, was letztlich natürlich den Vorlagen aus Kinneys Büchern entspricht“, erklärt Freudenthal.

„Thors einzigartige Vision – er kommt aus der Welt der Animation – war entscheidend“, sagt Simpson und betont auch den Einsatz anderer Techniken, die üblicherweise nicht in Kinder­filmen vorkommen, z.B. schaut Greg Heffley manchmal direkt in die Kamera und spricht die Zuschauer an, oder die Rückblenden und die lebhaften Farben des Films. GREGS TAGEBUCH - VON IDIOTEN UMZINGELT! führte einige der talentiertesten Künstler und Designer der Filmindustrie zusammen, dar­unter der Academy Award®-nominierte Chefkameramann Jack Green ASC (UNFORGIVEN; „Erbarmungslos”, 1992) und die Oscar®-nominierte Kostümbildnerin Monique Prudhomme (The Imaginarium of Doctor Parnassus; „Das Kabinett des Doktor Parnassus“, 2009)

Wie Kinneys Bücher ist auch der Film von einer zeitgemäßen und doch zeitlosen Qualität. Man sieht keine Smartphones, tragbaren Mediaplayer oder T-Shirts, die mit momentan angesagter Ikonografie bedruckt sind. Kinney wollte, dass seine Geschichten Identifikations­möglichkeiten für Kinder und ihre Eltern bieten – damit beide Generationen ihre Erinnerungen an die Schulzeit wieder erleben können – ohne von spezifischen kulturellen Verweisen abgelenkt zu werden. Dafür benutzten die Filmemacher auch einen Mix verschiedener Songs aus ver­schiedenen Perioden, von den 70er Jahren bis zu heutigen Hits.

Die Filmemacher wollten nicht nur die Hauptfiguren Greg und Rowley zum Leben erwecken, sondern auch die Nebenfiguren, die Gregs Alltag in der Schule und zu Hause beglei­ten, in einer Weise in den Vordergrund rücken, wie es in den Büchern nicht möglich war. „Es macht großen Spaß, zu beobachten, wie die Nebenfiguren, die nur ein paar Dialogzeilen im Buch haben, im Film richtig Ernst genommen werden“, sagt Kinney. „Die Figuren mussten deutlich mehr Tiefe bekommen als Kritzeleien auf dem Papier.“

Obwohl viel von der Action an Gregs Schule stattfindet, präsentiert der Film umwerfend komische Einblicke in sein Familienleben mit dem älteren Bruder Rodrick, dem jüngeren Bruder Manny und den Eltern Frank und Susan. Gregs häusliche Erlebnisse sind genau so wenig befrie­digend wie seine schulischen. Zwar meinen es seine Eltern durchaus gut mit ihm, haben aber nicht die geringste Ahnung von seinen alltäglichen Kämpfen in der Schule. Frank, der von Steve Zahn (RESCUE DAWN, 2006) gespielt wird, beobachtet seine drei Kinder und fragt sich, wer sind diese Leute?

Zwischen Gregs Videospielen und Rodricks Rock Band „Löded Diper“ wirken sie auf ihn wie Außerirdische. „Jeder seiner drei Jungen stresst ihn auf ganz unterschiedliche Weise“, sagt Simpson. Gregs Mutter Susan, gespielt von Rachael Harris (THE HANGOVER, 2009), ist die einzige Frau in einem Männerhaushalt und für Greg ein ständiger Grund, vor Pein­lichkeit im Erdboden versinken zu wollen. „Susan hat das Herz am rechten Fleck“, sagt Harris, „aber ihr fehlt die Fähigkeit, ihre guten Absichten unentdeckt einzubringen.“

Der große Bruder Rodrick, gespielt von Devon Bostick, macht sich einen Sport daraus, auf Greg herumzuhacken. Ihm fallen ständig neue Streiche und andere Möglichkeiten ein, seinen kleinen Bruder zu ärgern. Aber Freudenthal hält ihn dennoch nicht für den typischen Tyrannen. „Es gibt ständig das Risiko, Opfer seiner Schadenfreude zu werden – und dazu besitzt er ein Erfindungsreichtum, der ihn liebenswert macht“, meint der Regisseur. Ein weiterer Stachel in Gregs Fleisch ist sein dreijähriger Bruder Manni. Auch wenn der noch nicht über die Hinter­hältigkeit eines Teenagers verfügt, geht Greg Mannis ewiges ‚Aufs-Töpfchen-Gehen’ gehörig auf die Nerven.

Doch so herausfordernd sein Familienleben auch sein mag, im Mittelpunkt seiner Tage­bücher stehen der Schulalltag und seine Klassenkameraden. Die Filmemacher drehten die Schulszenen mit Jugendlichen, die wie richtige Schüler aussehen und mit denen sich die Zuschauer identifizieren können. Neben Rowley gehören zu Gregs näherem Freundeskreis Fregley (Grayson Russell), ein dünner, überdrehter, seltsamer Knabe, der stolzer Besitzer eines geheimen Leberflecks ist. Fregleys Geheimwaffe, mit der er Greg terrorisiert, ist ein tödlicher „Popelfinger“. „Jeder kennt einen Fregley und wenn nicht, dann ist er wahrscheinlich selber einer“, sagt Jeff Kinney. „Er gehört zu dieser merkwürdigen Art von Kindern, die merkwürdige Dinge tun, wie zum Beispiel in ihrem Vorgarten Papierdrachen mit Stöcken anzugreifen“.

Dann gibt es noch Chirag Gupta (Karan Brar), einen besonders zierlichen Jungen, der von Greg toleriert wird, weil Chirag der einzige Klassenkamerad ist, der noch kleiner ist als er selbst. Gregs Erzfeindin ist Patty Farrell (Laine MacNeil). Die beiden haben eine gemeinsame Geschichte – Greg hatte sie einst im Kindergarten fertig gemacht und Patty will es ihm endlich heimzahlen! Als Greg versucht, sich als Star der schulischen Ringkampf-Mannschaft warm zu laufen, steht Patty bereit, ihm Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Eine weniger angstein­flößende weibliche Mitschülerin ist Angie Steadman, (Chloë Grace Moretz, demnächst als junge Superheldin in der Comic-Verfilmung KICK –ASS zu sehen), deren eher intellektuelle und erwachsene Sicht auf die Schule einen harten Kontrast zu Gregs Kungeleien darstellt. Sie nennt die Junior High School eine „intellektuelle Wüste“ und einen „überbewerteten Laufstall.“

Zwischen diesen „Idioten“ gefangen zu sein, treibt Greg bei dem Versuch, die Statusleiter in der Schule raufzuklettern, umso mehr an. Bedauerlicherweise schlagen seine genialen Intrigen letztlich immer auf ihn zurück. Dem Ringer-Team beitreten um eine angehimmelte Sportskanone zu werden? Wohl besser nicht, selbst Patty und Fregley werfen Greg auf die Matte, was, laut Zachary, „sein Ansehen endgültig ruiniert.“ Wie wär’s mit Teilnahme an der Sicherheitstruppe um dadurch zum neuen Mr. Tough Guy zu werden? Auch das läuft leider ausgesprochen schief! Von der Teil­nahme am Schultheater und seinen Bemühungen um elegante Kleidung ganz zu schweigen…

GREGS TAGEBUCH - VON IDIOTEN UMZINGELT! wurde im kanadischen Vancouver gedreht, ohne besonderen lokalen Wiedererkennungswert, um der vagen Ortsbestimmung in den Büchern zu entsprechen (es gibt vereinzelte Stimmen, die die Story in New England angesiedelt wissen wollen). Production Designer Brent Thomas, Chefkameramann Jack Green, ASC und ihre Teams ver­wandelten drei Schulen in der Gegend von Vancouver in Gregs Junior High School. Sie und alle Filmemacher waren bestrebt, Jeff Kinneys Büchern und den vielen Lesern gerecht zu werden, meint Nina Jacobson. „Wir hatten hohe Ziele und wollten alle Fans der Bücher ansprechen – allerdings auch potenzielle neue dazu gewinnen“, sagt sie.

Und welchen Ratschlag hat Kinney für derzeitige und zukünftige WIMPY KID-Fans – und Mittelstufen-Schüler? „Ich würde ihnen sagen, dass schnell vorbei geht und du bald fertig sein und alles hinter dir haben wirst“.

GREGS TAGEBUCH – VON IDIOTEN UMZINGELT ist jetzt nicht mehr nur ein Tagebuch (oder Notizbuch), jetzt ist es ein Kinofilm!

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