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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Kurztext:

      Charlie Chaplin war einer der größten Komödianten aller Zeiten. Mit DER GROSSE DIKTATOR schuf er einen bissigen Kommentar auf Hitler und dessen Größenwahn. Kein Funktionär oder Soldat aus den Nazi-Reihen hätte sich diese Satire jemals angesehen. Oder etwa doch? In seinem 22minütigen Kurzfilm erzählt Regisseur Andreas Henn die wahre Geschichte eines ganz speziellen Kinoabends. Sein Held ist der Filmvorführer Nikola Radosevic, der sich im Mai 1942 in Belgrad auf den Weg macht, unter dem Arm zwei Filmrollen. Im Kino warten schon Soldaten und diverse ranghohe Offiziere, die sich auf einen Propagandafilm freuen. Doch dann erleben sie eine Überraschung. Kunst als Waffe. Mit diesen Worten lässt sich wohl am besten die unglaubliche, aber wahre Geschichte umschreiben, die der Film erzählt. Wie in einem guten Krimi hält sich von Anfang bis Ende die Spannung, fragt sich der Zuschauer, wie es wohl ausgehen mag. Mit dem richtigen Maß an Dramatik, ohne übertriebene Ges-ten der Schauspieler, und mit geschickter Montage und Blickführung entsteht ein Gefühl der ange-spannten Erwartungshaltung. Der Zuschauer fiebert mit Nikola mit und hofft, sein Mut werde belohnt. Am Ende dieses raffinierten und unterhaltsamen Films steht eine wichtige Erkenntnis: Humor ist stark. Manchmal sogar stärker als jede Waffe. Gut so.

      Gutachten:

      Auch die Kultur kann eine Waffe sein. Dieses Brecht’sche Motto wird durch die hier erzählte wahre Episode aus dem zweiten Weltkrieg sehr schön bestätigt. Ein junger serbischer Widerstandkämpfer schmuggelt keine Waffen sondern Filmdosen durch die deutschen Linien und tauscht in einem mit deutschen Soldaten vollbesetzten Kino die Filmrolle aus, sodass diese nicht den Durchhaltefilm WUNSCHKONZERT sondern Chaplins Hitlerparodie DER GROSSE DIKTATOR zu sehen bekommen. Der Kurzfilm ist aufwendig ausgestattet und atmosphärisch stimmig inszeniert. Dies beginnt bereits mit dem liebevoll entworfenen Vorspann (mit deutschen und kyrillischen Buchstaben) und endet mit den dokumentarischen Bildern des realen Nikola Radosevic, der der Kamera schelmisch die Zunge herausstreckt. Der Film will kein realistisches Bild von den Zuständen in Jugoslawien unter der deutschen Besatzung zeichnen, sondern ist eher im Stil einer Schelmengeschichte geschrieben. Dazu passt dann auch die karikaturistische Zeichnung der Deutschen und das eher gemütlich anmutende Beisammensein der Partisanen. Eine interessante Fußnote der Weltgeschichte, die Andreas Henn da gefunden und in einem angemessenen Stil umgesetzt hat.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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