Gräfliches Roulette

  1. Ø 0
   2010
Gräfliches Roulette Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Gräfliches Roulette: Gesellschaftskomödie, in der alter Adel sich mit neuem Reichtum verbündet, in den Hauptrollen Fritz Wepper und Leonard Lansink.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Selbst der beste Graf kann nicht in Frieden leben, wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt; erst recht, wenn der Adelige mittlerweile völlig verarmt ist. Da hilft es Graf Emanuel auch nicht sonderlich, dass er ein entfernter Cousin der englischen Queen ist: Wenn das Konto leer ist, sind Titel Schall und Rauch.

    Zum Glück gibt es aber noch Menschen, die das ganz anders sehen und bereit sind, für eine Adoption eine Menge Geld auf den Tisch zu legen; und schon ahnt man, worauf diese Komödie hinausläuft. Das hat sich Ulrich König vermutlich auch gedacht, und deshalb macht er sich einen Spaß daraus, diese Erwartungen immer wieder zu unterlaufen. „Gräfliches Roulette“ ist ohnehin schon sehenswert, weil mit Fritz Wepper und Leonard Lansink („Wilsberg“) zwei glorreiche Grantler aufeinandertreffen. Darin liegt auch die Würze des Films: Der Graf (Wepper) und der dank einer Gebäudereinigungsfirma zu Wohlstand gekommene neureiche Otto Meier (Lansink) unterscheiden sich zwar hinsichtlich der Etikette, aber im Grunde sind sie Seelenverwandte.

    Meier träumt seit Kindertagen davon, Mitglied eines Elitegolfclubs zu werden. Weil sein Ansinnen arrogant zurückgewiesen wird, bemüht er sich beim Grafen um eine Adoption. Der verarmte Adelige wiederum ist seit einem traumatischen Kletterunfall ein menschenscheuer Sonderling. Entsprechend verblüfft ist Butler Simon (Michael Vogtmann), die gute Seele des Schlosses, als Emanuel gleich Meiers komplette Familie bei sich willkommen heißt. Was beide nicht ahnen: Neureuter (Frank Muth), der niederträchtige Besitzer des Golfclubs, hat es auf Emanuels Besitz abgesehen und treibt mit Hilfe eines Komplotts auch Meier in die Pleite. Gemeinsam entwickeln die beiden Schicksalsgefährten eine Idee, wie sie zu Geld kommen und sich gleichzeitig an Neureuter rächen. Der Plan würde auch wunderbar funktionieren, gäbe es da nicht einen ebenfalls mit verdeckten Karten spielenden Kontrahenten, der sich als noch cleverer erweist.

    Die Geschichte ist wirklich hübsch, überrascht immer wieder mit unerwarteten Haken und schlägt natürlich viel Kapital aus der Konfrontation von altem Adel und neuem Geld. König reichert sein Drehbuch außerdem mit typischen Versatzstücken aus der Boulevardkomödie an: Ausgerechnet Meiers Tochter (Daniela D. König) und Neureuter junior (Markus Brandl) sind einander sehr zugetan. Ohnehin wächst im Verlauf der Geschichte immer mehr zusammen, was anfangs gar nicht zusammen gehört; Butler Simons Antipathie gegen Meiers rustikale rheinische Köchin Anna (Lilly Forgách) werden einfach von ihr weggekocht. Aber so hübsch König, der mit Wepper bereits diverse Folgen des Dauerbrenners „Um Himmels Willen“ gedreht hat, die Anziehungskräfte der Gegensätze auch inszeniert: Ein bisschen mehr Tempo hätte die Geschichte vertragen können. tpg.

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