Gottes Werk und Teufels Beitrag

  1. Ø 5
   1999
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Filmhandlung und Hintergrund

Gottes Werk und Teufels Beitrag: Bewegende Coming-of-Age-Geschichte und Zeitporträt nach John Irvings gleichnamigen Roman.

Homer hat kein Glück mit Adoptiveltern und landet immer wieder im Waisenhaus St. Cloud, wo er sich um die jüngeren Kinder kümmert und seinem väterlichen Freund Dr. Larch zur Hand geht. Als das junge Paar Wally und Candy zu Larch kommt, um ihr Kind abtreiben zu lassen, schließt Homer mit ihnen Freundschaft und geht mit ihnen fort. Dann wird Wally eingezogen, und aus Homers Freundschaft mit Candy entwickelt sich eine Affäre.

Einem Impuls folgend steigt der sensible Homer Wells nach 17 Jahren ärmlicher, aber auch behütet-glücklicher Waisenhausidylle in den Wagen eines Ehepaares. Die Gattin Candy ließ dort gerade eine illegale Abtreibung von seinem Ziehvater und Leiter des Hauses, Dr. Larch, vornehmen. Homer, der lieber das Meer sehen möchte, als das Erbe des ätherabhängigen Doktors zu übernehmen, stürzt sich in eine Romanze mit der Frau. Er beginnt ein neues Leben als heimlicher Geliebter und weißer Apfelpflücker unter Schwarzen.

Anstatt die Nachfolge seines Ziehvaters, des illegale Abtreibungen vornehmenden Dr. Larch, anzutreten, verlässt Homer Wells das Waisenhaus St. Cloud’s. Er beginnt ein neues Leben als Apfelpflücker und Geliebter einer verheirateten Frau. Verfilmung des gleichnamigen Romans von John Irving, der gemeinsam mit Regisseur Lasse Hallström auch das Drehbuch des Oscar-prämierten Films verfasste.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • John Irvings Romane gelten als schwer verfilmbar. Die Fans seiner Bücher waren mit "Garp und wie er die Welt sah" und auch mit dem "Hotel New Hampshire" nicht sonderlich zufrieden. Gute Filme, ohne jede Frage, aber nicht gerade angemessene Verfilmungen von John Irving-Büchern, einem Autor, der Zärtlichkeit und Derbheit so gut miteiander verbinden kann wie kein anderer. Irving erzählt scheinbar alltägliche Geschichten - und wird dabei immer indirekt gesellschaftskritisch.

    In "Gottes Werk & Teufels Beitrag" kämpft er für das Recht auf Abtreibung. "Gottes Werk & Teufels Beitrag" ist die erste Irving-Verfilmung, zu der der meisterhafte Autor das Drehbuch selber verfasste. Nicht etwa, weil er Angst hatte, dass sein Roman versaut werden würde, sondern vielmehr weil er wusste, dass jeder Drehbuchautor Probleme mit dem Stoff haben würde. Er selbst hatte bereits Monate bevor er überhaupt die erste Seite zu Papier gebracht hatte mit der medizinischen und geschichtlichen Recherche begonnen.

    Und die erwies sich als nicht nur extrem wichtig, sondern auch als äußerst komplex. So begann Irving bereits 1987 damit, die erste Drehbuchfassung zu schreiben. Das Projekt blieb über die Jahre bestehen, Regisseure wechselten, gedreht wurde nichts. Erst der schwedische Regisseur Lasse Hallström, der nach Filmen wie "Gilbert Grape" Hollywood seine Heimat nennen durfte, hielt bis zum Ende durch.

    Zum Glück. Hallströms ruhige Inszenierung und Irvings grandiose Drehbuchumsetzung machen aus dem Film eines der Kinohighlights des Jahres. Erzählt wird eine epische Geschichte die durch ihre Zartheit bewegt, die ohne Kitsch und Schmalz echte Emotionen weckt und den Zuschauer von Anfang bis Ende durchgängig bei Laune hält. Die Darsteller tun ihr übriges. Michael Caine als weltwunder Arzt besticht durch sein Spiel genauso wie der junge Tobey Maguire, dem es problemlos gelingt, den immer ruhig bleibenden Waisenjungen Homer Welles mit ungeahnter Intensität zu verkörpern.

    Ebenso Chalize Theron, die wieder einmal beweist, dass sie nicht nur zu Hollywoods schönsten, sondern auch talentiertesten Jungdarstellerinnen gehört. Der mit 24 Millionen Dollar noch recht preiswerte Film wurde für sieben Oscars nominiert, verlor den Kampf um den Preis für den besten Film des Jahres aber gegen "American Beauty". Dabei sind sich gerade diese beiden Filme in Gesellschaftskritik und Aussage doch sehr ähnlich. "Gottes Werk & Teufels Beitrag" wirkt wie eine altmodische und ruhige Version des Oscar-Abräumers und kann sich, auch wenn er "nur" zwei der begehrten Trophäen erhalten hat, durchaus mit diesem messen.

    Fazit: Eine epische Geschichte, die, ohne in Kitsch abzudriften, echte Emotionen weckt und dabei sehr unterhaltsam ist.
  • Nach John Irvings 1985 erschienen Roman „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ erzählt Lasse Hallström in ruhigem Rhythmus die bewegende Coming-of-Age-Geschichte eines jungen Mannes, der in der Isolation eines Waisenhauses aufwuchs und als Heranwachsender in die Welt hinauszieht, um eigene Erfahrungen zu machen.

    Fast 13 Jahre dauerte es, bis John Irving das Drehbuch entwickelte und die wichtigsten Essenzen herausfilterte – die Beziehung zwischen dem Waisen Homer Wells und seinem Mentor Dr. Wilbur Larch, dem unkonventionellen Leiter des Heims, gleichzeitig geht er der Frage nach Verantwortung in Liebe und Freundschaft nach. Homer hatte kein Glück mit Adoptiveltern und landete wieder in St. Cloud, wo er sich um die jüngeren Kinder kümmert und auch dem Arzt zur Hand geht, sich schnell medizinisches Wissen aneignet. Dr. Larch hilft ohne finanzielles Interesse zumeist armen schwangeren Frauen in Not und gehört zu den wenigen Ärzten, die Abtreibungen durchführen. Als eines Tages ein wohlsituiertes junges Paar zur Lösung des Problems anreist, nimmt Homer die Chance wahr, gemeinsam mit den beiden St. Cloud zu verlassen. Wally und Candy besorgen ihm einen Job als Apfelpflücker und eine Unterkunft, die er mit seinen schwarzen Kollegen, seiner Ersatzfamilie teilt. Homer freut sich wie ein Kind, das neue Leben und sogar die harte Arbeit gefallen ihm. Nachdem GI Wally eingezogen wurde – es ist die Zeit des Zweiten Weltkriegs – entwickelt sich aus der Freundschaft zu Candy eine sexuelle Beziehung, die aber abrupt endet, als Wally verwundet heimkehrt. Homer geht nach dem Tod Larchs nach St. Cloud zurück, um als Doktor und Heimleiter dessen Werk fortzuführen.

    Lasse Hallström entwickelt mehrere Handlungsstränge – neben dem „Vater-Sohn“-Verhältnis zwischen Homer und Larch und der Love-Story zeichnet er gleichzeitig ein differenziertes Gesellschaftsporträt mit rassistischen Tendenzen, entwirft eine Mischung aus atmosphärisch dichtem Zeitpanorama und Sozialdrama. Die etwas langatmige und gemächliche Exposition erfordert zwar einige Geduld, aber die Verknüpfung der verschiedenen Familiengeschichten ist gelungen. Lasse Hallströms neuer Film überzeugt vor allem durch Menschlichkeit, Humor und liebevolle Zeichnung der Charaktere. Hervorragend die Besetzung: Michael Caine als väterliche, manchmal auch schlitzohrige Figur und Tobey Maguire als naiver „Forrest Gump“ auf der Suche nach Entdeckungen. Bei einem Publikum mit einem Faible für epische Literaturverfilmungen könnte diese Irving-Adaption durchaus Anklang finden. mk.

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