Golden Door

Kinostart: 31.05.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Immigrantendrama über eine sizilianische Familie, die in den USA ihr Glück sucht.

Bittere Armut und Aberglaube prägen das Leben in Süditalien zur Jahrhundertwende. Als der ungebildete Bauer Salvatore Mancuso (Vincenzo Amato) die verheißungsvollen Berichte der Auswanderer über Amerika hört, beschließt er gegen den Willen von Mutter Fortunata (Aurora Quattrocchi) die Zelte abzubrechen und in die neue Welt überzusiedeln. Mit seinen Söhnen Angelo (Francesco Casisa) und dem stummen Pietro (Filippo Pucillo) trifft er auf der Überfahrt auf die Engländerin Lucy (Charlotte Gainsbourg), die sich ihnen anschließt.

Mit dem Nachwuchspreis in Venedig bedachtes Immigrantendrama, in dem Emanuele Crialese („Lampedusa„) nah am einfachen Volk von Hoffungen und Erwartungen einer pan-europäischen Siedlerfamilie an der amerikanischen Grenze erzählt.

Die sizilianische Familie Mancuso verlässt am Ende des 19. Jahrhunderts ihre Heimatstadt Agrigento, um in Amerika ihr Glück zu suchen. In der neuen Welt angekommen, machen sich Salvatoro, Donna Fortunata und ihre Söhne auf den Weg an die Frontier. Was sie dort erwarten wird, davon macht sich jeder einzelne der Mancusos eine gänzlich andere Vorstellung.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandert die italienische Familie Mancuso nach Amerika aus. Vier Wochen währt die Überfahrt, in denen die Menschen nach Geschlechtern getrennt eingepfercht sind. Nicht minder desillusionierend ist die Selektion in New York. Unter den Frauen fällt die Engländerin Lucy auf, zu der sich bald der Paterfamilias hingezogen fühlt. Gemeinsam träumen sie von einem besseren Leben. Aber erst müssen sie die „Goldene Tür“ passieren, Befragungen und medizinische Untersuchung auf Ellis Island durchstehen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Golden Door: Immigrantendrama über eine sizilianische Familie, die in den USA ihr Glück sucht.

    Episches Schicksalsdrama um eine sizilianische Bauernfamilie, die vor 100 Jahren per Schiff nach Amerika aufbricht, um in der Neuen Welt Glück und Wohlstand zu suchen.

    Insgesamt 26 Mio. Italiener wanderten zwischen 1876 und 1976 nach Amerika aus, bis zum Ersten Weltkrieg allein fünf Mio. Süditaliener, zumeist arme Bauern. Unter ihnen auch die Familie Mancuso, die seit Generationen karge Felder beackert und nur das Nötigste erwirtschaftet. Vater Salvatore, seine beiden Söhne und die betagte Mutter machen sich auf die beschwerliche Reise von der Alten in die Neue Welt. Emanuele Crialese, der sich schon mit seinem poetischen Film „Lampedusa“ auf die Suche nach den italienischen Wurzeln begab und das Arthouse-Publikum verzückte, erzählt vom traurigen Abschied aus dem Dorf, der mühsamen vierwöchigen Schiffsfahrt, wo die Menschen unter Deck zusammengepfercht endlose Tage und Nächte verbringen, nach Geschlechtern getrennt, und von der desillusionierenden Selektion in New York. Unter den bodenständigen Frauen fällt die schick gekleidete Lucy auf, eine Engländerin mit geheimnisvoller Aura, zu der sich bald der Paterfamilias hingezogen fühlt. Gemeinsam träumen sie von einem besseren Leben. Aber vor dem Neuanfang müssen sie erst einmal die „Goldene Tür“ passieren, Befragungen, Tests und medizinische Untersuchung auf Ellis Island durchstehen. Kranken, Alten, Analphabeten und Straftätern bleibt der Zutritt in „God’s own country“ verwehrt.

    In eindringlichen und großartigen Bildern schildert Crialese, wie die Menschen auf Wundermärchen von Kartoffeln so groß wie Kutschen und Karotten so lang wie Kanus, riesigem Gemüse, neben dem die Männer wie Zwerge wirken, hereinfallen. Einfühlsam zeichnet er die elendigen Zustände auf dem Dampfer, die kleinen Ausflüge an die Reling, die Annäherung zwischen Lady und Landleuten. So richtig an Fahrt gewinnt die Geschichte nach der Ankunft auf der „Träneninsel“: wer wird akzeptiert, wer muss zurück, lässt sich das Marinepersonal mit den unwürdigen Intelligenz-, Geschicklichkeits- und Psychotests austricksen, wer kann sich in die neue Heimat eingewöhnen, wie viel Identität muss ein Immigrant aufgeben, um wirklich anzukommen? Es geht in diesem gefühlvollen, aber nie gefühligen Drama, weniger um einen historischen oder sozialen Ansatz, als um Einzelschicksale. Auch wer den Sprung in eine andere, nicht unbedingt bessere Zukunft schafft, kann Vergangenheit und Erinnerung nicht abschütteln. mk.

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