Filmhandlung und Hintergrund

Teil zwei der Saga um Flankengott Santiago Munez, der bei Real Madrid die Schattenseiten des Profigeschäfts kennen lernt.

Santiago (Kuno Becker) hat den Aufstieg vom Ghettokid zum Profifußballer bei Newcastle United geschafft. Noch während seine Verlobte Roz (Anna Friel) die Hochzeit in England plant, geht für ihn ein Traum in Erfüllung: Real Madrid holt den beliebtesten Spieler seines Teams nach Spanien. Stolz trägt er das weiße Trikot der Galaktischen an Seite von Weltstars wie David Beckham, Zinedine Zidane und Raúl. Doch Santiago lernt auch die Kehrseite des Ruhmes kennen und droht Karriere, Verlobte und Freund Gavin (Alessandro Nivola) zu verlieren.

Der zweite Teil der Fußball-Trilogie gewährt dank des kometenhaften Aufstiegs seines Protagonisten Einblick hinter die Kulissen des berühmtesten Fußballclubs der Welt. Die Stars von Real Madrid geben dem Sportdrama um das verrückte Ball-Biz den letzten Schliff.

Nach einer Niederlage von Real Madrid wird ein neuer Stürmer gesucht und gefunden, Newcastle Uniteds Santiago Munez. Mit der Aufnahme in den Superclub und einem entscheidenden Tor hat der junge Mann aus den Slums bald einen Lamborghini in der Garage, und die Mädels stehen Schlange. Doch seine Mutter und sein jüngerer Bruder bringen ihn wieder zur Räson.

Nachwuchsspieler Santiago Munez ist stolz, dass er bei Real Madrid ins Team aufgenommen wurde. Vorerst muss er allerdings noch die meiste Zeit auf der Bank sitzen. Er darf nur als Auswechselspieler sein Ball-Talent unter Beweis stellen. Dafür bleibt mehr Zeit, dem neuen Luxus zu frönen. Seine Freundin ist weniger glücklich. Dann taucht auch noch ein ihm unbekannter, jüngerer Bruder auf und Santi trifft nach langen Jahren wieder auf seine Mutter, die ihn einst verließ.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Lauscht man zu Beginn des Films dem Ave Maria, während im Stadion Fußballlegenden in Zeitlupe um den Ball kämpfen, dann ahnt man das Maß der Emotionen, das in "Goal II" angestrebt wird. Fußball als Gottesdienst, Fußballer als Götter. Ein hoher Anspruch an die Protagonisten des Films, dem sie mit Lamborghini, Armani und juwelenbesetzten Ohrläppchen zu genügen versuchen. Und wer dem Bild nicht mehr entspricht, wie etwa Fußballdiva Gavin Harris, versucht sich verzweifelt, mit Antifaltencreme und exzessiven Trainingseinheiten noch eine Weile auf dem Olymp zu halten. Denn schnell wird klar, je höher man steigt, desto tiefer kann man fallen.

      In Santis Fall wurde allerdings auch in der Tiefe ein lauschiges Plätzchen an der Seite der Familie vorbereitet, sodass man sich um ihn nicht sorgen muss. Schließlich hat er mehr zu bieten als nur sein fußballerisches Talent. Damit man ihm dieses Talent und den daraus resultierenden Erfolg auch wirklich gönnt, wurde die Figur des Santiago Muñez mit einem sehr sympathischen Charakter ausgestattet. Er ist sich weder zu schade, mit armen Straßenjungen Fußball zu spielen, noch lässt er sich dazu herab, seinen Freund zu verraten.

      Dieser Freund – Gavin Harris – verkörpert vor allen Dingen die leicht kritischen Untertöne, die im Film aber niemals zu stark herausstechen. Der Druck des Alterns und die Angst vor dem Versagen werden abgemildert durch die Tatsache, dass auch er nach einer langen torlosen Durststrecke wieder zum Helden wird. Dieser Erzählstrang ist jedoch – ebenso wie die Fußballspiele selbst – eher nebensächlich. Der Mittelpunkt bleibt der Geschichte eines Heranwachsenden reserviert, der sich seinen Platz im Leben suchen und darüber hinaus lernen muss, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

      Dass dem Fußballspiel selbst nicht der meiste Platz des Films eingeräumt wurde, war durchaus eine richtige Entscheidung. Denn das Spannende am Fußball ist die Tatsache, dass das Ergebnis – so sollte es zumindest sein – nicht vorhersehbar ist. Da nun aber – dem Gesetz des Happy Ends zufolge – bei so ziemlich jedem der hier gezeigten Spiele, das Ergebnis vorhersehbar ist, kann von Spannung kaum die Rede sein.

      Vielleicht um das auszugleichen, werden die aufwühlenden Emotionen umso stärker hervorgehoben. Schüsse und Stürze werden mit Bässen betont, jeder Torschuss mit Fanfarenstößen begleitet und trifft der Ball ins Netz klingt das wie ein brechendes Genick – was hin und wieder durchaus zu den Gesichtsausdrücken der unterlegenen Gegner passt.

      Gut gelungen ist dabei die Verschmelzung von fiktiven und real anmutenden Szenen, die in entsprechender Doku-Manier gefilmt werden. Authentischer werden diese Szenen besonders durch reale Fußballlegenden, die den Bildhintergrund ausfüllen und auch auf dem Rasen ihr Können unter Beweis stellen, wobei ihnen die Kamera so nah ist wie sonst kaum.

      Leider wird auch hier der Mythos vom armen Straßenkind bemüht, dem es mithilfe des Fußballs gelingt, sowohl weltberühmt als auch Millionär zu werden. Und dabei – wie es hier den Anschein hat – auch noch jede Menge Spaß zu haben. Das Training kommt ohne Anstrengung aus, die Spiele werden ohne Druck vonseiten des Trainers absolviert und Konkurrenz unter den Spielern gibt es nicht. Es wird durchaus darauf geachtet, dass der schöne Glanz der Fußballwelt keine Risse bekommt, denn auch kritische Untertöne werden schnell wieder überblendet oder durch Wendungen ins Positive gekehrt.

      Ein wenig aufdringlich gestaltet sich der Soundtrack des Films. Für jede Szene wurde der passende Hit gefunden, sodass auf Dauer der Eindruck eines langen Werbespots entsteht. Wer im Film beworben wird, ist dabei klar: Real Madrid und David Beckham. Doch abgesehen davon ist "Goal II" ein recht unterhaltsamer Film geworden, der zwar nicht mit neuartigen Ideen, dafür aber mit emotionsgeladenen Fußballsequenzen und schönen Männerkörpern punkten kann.

      Fazit: Ein emotionsgeladenes Märchen von einem der auszog, erwachsen und nebenbei ein großer Fußballstar zu werden.
    2. Goal II: Teil zwei der Saga um Flankengott Santiago Munez, der bei Real Madrid die Schattenseiten des Profigeschäfts kennen lernt.

      Teil zwei der Saga um Flankengott Santiago Munez, der bei Real Madrid die Schattenseiten des Profigeschäfts kennenlernt - wobei der Zuschauer alle Vorurteile vom Starkicker-Lotterleben bestätigt bekommt.

      Am Anfang steht die Niederlage. Das „weiße Ballett“ von Real Madrid wird vom Erzrivalen Barcelona vom Platz geschossen. Das „Ave Maria“ erklingt auf der Tonspur, in Zeitlupe werden die Superstars Beckham, Zidane, Raúl und Co. demontiert. 0:3! Das Präsidium reagiert. Frei nach dem Vorbild des FC Bayern: Ein neuer Stürmer muss her. Der ist schnell gefunden. Bei Newcastle United spielt er, Santiago Munez heißt er… Jaume Collet-Serra („House of Wax“), auf dem Regiestuhl Nachfolger von Danny Cannon, führt im Mittelteil der Fußball-Trilogie die Success Story konsequent weiter. Ganz klassische Tragödie ist jetzt das Zwischenspiel in der Hölle angesagt, ehe dann, wen wundert’s, im finalen Part zur Weltmeisterschaft gereist werden soll. Aber so weit ist es noch nicht. Zunächst muss Santiago - glaubwürdig und sympathisch: Kuno Becker - in Versuchung geführt werden, ein Wechselbad der Gefühle erleben. Also sitzt das mexikanische Bewegungswunder zunächst einmal auf der Bank, während sich im fernen, nasskalten Newcastle die hübsche Verlobte, Krankenschwester Roz, nach dem Gatten in spe verzehrt. Da, Gottes Fügung: Stürmer-Star Gavin Harris - Ball-Beau Alessandro Nivola legt sich schon mal eine Feuchtigkeitsmaske gegen die Falten auf - hat Probleme, das Tor zu treffen, Coach Rudi Van Der Merve alias Rutger Hauer lässt „Santi“ ran und der haut die Lederpille gleich mal Volley rechts oben ins Netz. Gooooal! Das Estadio Santiago Bernabeu hat einen neuen Star, der Lamborghini steht schon bald vor der Tür und die Ballluder nebst einer besonders verschlagenen TV-Journalistin (Leonor Varela) Schlange. Und, nicht zu vergessen, die unabdingbar folgende Kicker-Krise sowie die kellnernde Proletarier-Mama - Elizabeth Pena verkörpert das schlechte Gewissen -, die wie aus dem Nichts mit Sohn Nummer zwei auftaucht. Kolportage pur, banaler Lore-Kitsch? Vielleicht - aber überaus gut gemacht und durchaus kurzweilig. Collet-Serra kommt aus der Werbung, hat Musikvideos inszeniert, und das sieht man dem Werk in jeder Szene, jeder Einstellung an. Ästhetik wird großgeschrieben, das Tempo nach Bedarf verzögert oder beschleunigt. Der Schnitt erfolgt im MTV-Stil, zum Rhythmus der Musik wird gedribbelt. Reale Match-Szenen werden elegant in die Handlung eingebaut. Der Ball fliegt auf die Kamera zu, sie rückt zur Seite, verfolgt ihn bis ins Netz. Das kann die Sportschau wahrlich nicht leisten. Und selbst Herr Kerner war noch nicht auf Besuch in der Umkleidekabine der Real-Stars. Ein Privileg, das den „Goal 2“-Besuchern vorbehalten ist. Da gerät David Beckhams Freistoß-Tor, das hier die Champions League entscheidet, fast schon zur schönen Nebensache - und das ist Fußball ja angeblich auch. geh.

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