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Fakten und Hintergründe zum Film "Gnomeo & Julia"

Kino.de Redaktion |

Gnomeo und Julia Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über den Film

William Shakespeare schrieb „Romeo und Julia“ Ende des 16. Jahrhunderts. Seitdem wurde die Tragödie um zwei liebende Teenager immer wieder neu interpretiert – von Georg Bendas Oper im späten 18. Jahrhundert über das populäre Bühnenmusical „West Side Story“ in den 1950er Jahren bis hin zu Baz Luhrmanns, von MTV inspirierter, Adaption „Romeo + Julia“ 1996. Im Jahr 2010 präsentierte Twitter „Such Sweet Tomorrow“ – eine getwitterte, improvisierte Version des Stücks von der Royal Shakespeare Company und der Mudlark Production Company.

Und jetzt kommen eben die Gartenzwerge.

Die Filmemacher fühlten sich sofort vom ironischen Ansatz des Films angezogen. Dazu sagt Produzent David Furnish: „Das Konzept des Films erlaubte uns, eine weltbekannte Geschichte völlig auf den Kopf zu stellen – sie für ein modernes Publikum auf eine sehr witzige Art neu zu erfinden. Allein der Umstand, dass wir die hohe Kunst von William Shakespeare, dem meistgespielten Bühnenautor aller Zeiten, in der kitschigen Welt der Gartenzwerge ansiedeln, bietet unendliche Möglichkeiten für Comedy.“

Die Herausforderung habe darin bestanden, so Produzent Steve Hamilton Shaw, die witzige Prämisse zu einem interessanten, großen Kinofilm auszuarbeiten. „Der Film soll die Zuschauer nicht nur zum Lachen bringen, sondern auch eine Welt präsentieren, die vorstellbar ist; das Publikum sollte mit den kleinen Helden mitfiebern. Deshalb mussten sie mit genügend Herz und Seele ausgestattet sein, denn dann funktioniert die Comedy umso besser.“

Da kommt Kelly Asbury ins Spiel, ein Regisseur, der durch seine komödiantischen und künstlerischen Erfahrungen für dieses Projekt wie geschaffen war. Zu seinen Filmen als Regisseur gehören der Oscar®-nominierte Animationshit SHREK 2 – DER TOLLKÜHNE HELD KEHRT ZURÜCK („Shrek 2“, 2004) und SPIRIT – DER WILDE MUSTANG (2002). Außerdem wirkte er künstlerisch an Filmen wie SHREK – DER TOLLKÜHNE HELD („Shrek“, 2001), TOY STORY („Toy Story“, 1995), Tim Burtons NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS („The Nightmare Before Christmas“, 1993) und DIE SCHÖNE UND DAS BIEST („Beauty and the Beast“, 1992) mit. Damit hatte Asbury den Produzenten hinlänglich bewiesen, dass er es versteht, die gefühlvollen Seiten komödiantischer Figuren herauszuarbeiten.

Dazu Asbury: „Wenn man ein großes Publikum erreichen will, sollte man etwas zum Lachen bieten, etwas zum Weinen – das Wichtigste ist jedoch: Aufrichtigkeit.“

Aber kann das überhaupt funktionieren, eine von Shakespeares berühmtesten Tragödien als familientaugliche Animationskomödie umzusetzen?

Dazu Gnomeos Originalstimme James McAvoy: „Es ist seltsam, aber es funktioniert. Die meisten Shakespeare-Adaptionen heutzutage werden doch so kräftig bearbeitet und in moderne Umfelder verfrachtet, dass es vielleicht gar nicht mehr lange dauern wird, bis wir am Broadway oder im West End eine Fassung sehen, in der die Darsteller tatsächlich als Gartenzwerge auftreten. Wir sind also echte Wegbereiter und unserer Zeit weit voraus.“

Passenderweise spielt GNOMEO UND JULIA in Shakespeares Geburtsort, Stratford-upon-Avon, und erzählt von den rivalisierenden Nachbarn Herrn Capulet und Frau Montague, die im Eifer des Gefechts um den besten Garten einen Kleinkrieg vom Zaun brechen. Ihre Gärten sind vollgestopft mit kitschigen Gips-Gartenzwergen, die, sobald die Menschen außer Sichtweite sind, ein Eigenleben entwickeln und den Nachbarschaftskampf ihrer Besitzer mit eigenen Mitteln fortführen. Die Fehde trägt unter den Zwergen sogar noch viel verbissenere Züge. Es reicht, ein Roter aus dem roten Garten zu sein, oder ein Blauer aus dem blauen Garten, um mit Vorurteilen der Gegenseite überhäuft zu werden, die kaum einer versteht, geschweige denn hinterfragt.

„Warum Zwerge?“, fragt Produzent Baker Bloodworth. „Warum keine Zwerge? Diese Story ist erzählenswert, sie ist relevant. Das Artwork ist fröhlich, lebendig und bunt und Elton John hält alles zusammen.“

Zum Glück für die Gartenzwerge bietet diese Version von „Romeo und Julia“ neben alten und neuen Songs des legendären Duos Elton John/Bernie Taupin auch einen völlig neuen dritten Akt der Geschichte – Shakespeares tragisches Ende wurde ausgetauscht. „Ich glaube, wir erzählen definitiv ein Ende, das die Menschen ’Romeo und Julia’ schon immer gewünscht haben“, sagt Julias Originalstimme Emily Blunt, die ihre Karriere passenderweise als traditionelle Julia auf dem Chichester Theaterfestival 2002 begann.

„Das universelle Thema unseres Films lautet: Liebe kann Hass überwinden“, ergänzt Bloodworth. „Das spricht jeden an. Unser Ziel ist es, die Leute zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen.“

Aber was würde Shakespeare dazu sagen?

„Er war ein großartiger Geschichtenerzähler“, sagt Bloodworth. „Ich glaube, er hätte sich sehr amüsiert.“

Über die Produktion

Es ist verdammt schwer, einen Gartenzwerg zu animieren.

„Eine der größten technischen Herausforderungen unseres Films war es, die Figuren auf eine Weise zu präsentieren, die dem Material gerecht wird, aus dem sie bestehen“, sagt Produzent Baker Bloodworth. „Gnomeo und Julia bestehen aus bemaltem Gips, Featherstone aus hohlem, rosafarbigem Plastik. Und das sollte natürlich auch alles genauso aussehen – Beton, Keramik, Plastik, Gummi, Vinyl –, durfte aber die Figuren nicht in ihren Bewegungen einschränken. Die Frage war also: Wie weit konnten wir uns dabei aus dem Fenster lehnen, ohne die Materialien zu verraten?“

Als wäre das nicht schwer genug, sollten die Animatoren die Zwerge auch noch mitten in einem aufwändig und prächtig angelegten Garten zum Leben erwecken. Dazu Regisseur Kelly Asbury: „Wir erzählen den Film aus der Perspektive der Zwerge und ihre Welt bietet unglaublich viele visuelle Reize – Blumen, Ornamente, Farben. Wir mussten einen Weg finden, den Blick des Zuschauers dorthin zu lenken, wo wir ihn haben wollten. Er durfte auf keinen Fall abgelenkt werden. Und die Story mussten wir auf eine ganz einfache Art erzählen, um niemanden zu verwirren.“

Die Filmemacher wandten sich dafür an die kanadische Produktionsfirma Starz Animation aus Toronto, die bereits viele Großstudios mit Computeranimationen von Weltruf versorgt hatte. Dazu Koproduzent Igor Khait: „Wir haben das Unternehmen aus zwei einfachen Gründen ausgewählt: Sie arbeiten unglaublich effizient und beschäftigen herausragende Talente.“

Khait sagt, wichtig sei es vor allem gewesen, die fantastischen Elemente mit der Realität in Einklang zu bringen. „Bei der Computeranimation kann man die tollsten Universen erfinden, aber wir wollten zusätzlich, dass die Geschichte in einer wieder erkennbaren, realen Welt verankert war: in einem typisch englischen Vorort.“

Das bedeutete: Recherche. Englische Gärten, Gartenverzierungen und natürlich Gartenzwerge und Pflanzen mussten erkundet werden. „Wir brüteten über unfassbar viel Referenzmaterial zu Pflanzen aller Art, die man in einem britischen Garten findet. Dabei sollte alles so echt wie möglich aussehen, die Materialien, Stoffe, die Beschaffenheit, um unsere Geschichte glaubwürdig wirken zu lassen“, so Khait.

Karen deJong, Produktionsdesignerin und Artdirector von GNOMEO UND JULIA, verbrachte zur Inspiration sehr viel Zeit an den Schauplätzen, die als Vorlage dienten. „Alles sollte echt aussehen – je kitschiger, desto wahrer, genau die Umgebung eben, in der man Gartenzwerge normalerweise findet“, so deJong. „Während der Vorproduktion in London gingen wir auf Location-Suche in Stratford-upon-Avon und in ganz England. Jeder unserer Gärten und unserer Schauplätze brauchte eine eigene Identität. Frau Montagues blauer Garten hat beispielsweise geschwungene Blumenbeete und den Wind als Leitmotiv, mit sich drehenden Windspielen und Windmühlen. Herr Capulets roter Garten hat das übergeordnete Thema Wasser und besteht aus schwereren Materialien und geraden Linien.

„Die schiere Anzahl und Vielfalt der ganzen Pflanzen und Bäume sowie und der hohe Grad an Realismus, der uns vorschwebte, waren ein gigantisches Unterfangen“, führt deJong fort. „Ich persönlich finde, dass einer der aufregendsten Schauplätze der verwilderte Garten ist, in dem sich Gnomeo und Julia treffen und verlieben und auch ihren ersten Streit haben. Das ist ihr Garten Eden – wild, üppig wuchernd und voller unzähliger Möglichkeiten. Als sie den Garten erkunden, bekommt man erst einen wirklichen Eindruck davon, wie klein sie eigentlich sind.“

Letztlich passte alles wunderbar zusammen und führte zu Sequenzen, die realistisch genug waren, um die richtige Stimmung und echte Gefühle zu erzeugen. Dazu Khait: „Eine der gelungensten Szenen ist für mich die, in der Benny den Plan verkündet, wie er Gnomeo rächen will. Der feine Nebel und die Regentropfen befeuchten sein Gesicht und rollen an seinen kleinen Keramikwangen herunter, eine sehr subtile Animation, die das Material noch schöner hervorhebt, die Gefühle der Figur unterstreicht und alles unglaublich realistisch wirken lässt. Der ganze Look und die Stimmung dieser Sequenz verströmen eine gewisse Reife.“

Bloodworth hätte mit dem Ergebnis nicht glücklicher sein können. „Unsere Erwartungen waren sehr hoch, was die visuelle Qualität, die Wirkung, die Farben, das Licht und die Animationen anging. Und ich muss sagen, dass der fertige Film meine kühnsten Hoffnungen um ein Vielfaches übertrifft. Er ist der Beweis für die unglaubliche Kunstfertigkeit, die wir in England und Kanada vorgefunden haben.“

Produktion: Über die Musik

„’Romeo und Julia’ ist eine der größten Liebesgeschichten aller Zeiten“, sagt Elton John, der bei GNOMEO UND JULIA als ausführender Produzent fungierte und für die Musik des Films sorgte. „Und Gartenzwerge spielen in vielen Ländern der Welt eine große Rolle. Deshalb hielten wir den Film für eine ausgezeichnete Idee.“

John – Sänger, Songwriter, Musiker und humanitärer Helfer – tat sich mit seinem langjährigen Songtexter Bernie Taupin zusammen, um den Soundtrack des Films zu bestücken. „Für die Musik musste ich mein bisheriges Popverständnis neu bewerten und ganz tief in mich gehen“, so Taupin. „Ich orientierte mich an einigen Beatles-Stücken aus der ’Magical Mystery Tour’-Zeit und das klang schon mal ganz gut für den Anfang. Gartenzwerge sind sehr poppig, oder etwa nicht? Sehr farbenfroh, energiegeladen und ABBA-mäßig, deshalb war es nur natürlich, dass die Songs in diese Richtung gehen mussten. Ich habe mir quasi meine Zipfelmütze aufgesetzt und bin in den Garten gegangen.“

„Elton John und Bernie Taupin sind Genies“, sagt Regisseur Kelly Asbury. „Sie schreiben seit Jahrzehnten Popklassiker und wir hatten die Gelegenheit, ihre Songs für den Film zu benutzen. Fantastisch!“

Dabei singen die Gartenzwerge nicht selbst, so der Regisseur weiter. „Es sollte kein traditionelles Musical werden. Aber die Verwendung der Songs und des Scores verbindet alles miteinander.“

Produzent Steve Hamilton Shaw fügt an: „Die Musik ist grandios und ganz entscheidend. Sie unterstreicht sowohl die komödiantischen Szenen des Films als auch die gefühlvollen. Der Film hat große emotionale Tiefe und Charakterstärke.“

Das Duo John/Taupin schrieb brandneue Musik für den Film, darunter „Hello Hello“, ein Song, der die Szene untermalt, in der Gnomeo auf Julia trifft und sich in sie verliebt. „Das ist unser ’Liebe auf den ersten Blick’-Song“, so Asbury.

Am anderen Ende des Spektrums ist „Love Builds a Garden“. Dazu Asbury: „’Love Builds a Garden’ unterstreicht Featherstones Vergangenheit und erteilt Gnomeo und Julia eine wichtige Lektion über Hass, Liebe und die Macht der Liebe.“

„Ich halte ’Love Builds a Garden’ für den besten Song im ganzen Film“, sagt Elton John. „Der Flamingo erklärt Gnomeo und Julia darin, dass, obwohl sein Garten völlig überwuchert ist, er einst blühte und prächtig gedieh, weil er von zwei Menschen gepflegt wurde, die sich sehr liebten. Als das vorüber war, starb der Garten. Aber Liebe kann ihn jederzeit wieder zum Blühen bringen.“

Darüber hinaus enthält der Soundtrack von GNOMEO UND JULIA auch eine neue Fassung von Elton Johns „Crocodile Rock“ (gesungen von Nelly Furtado und John) sowie diverse Originalhits wie „Saturday Night’s Alright For Fighting“, „Don’t Go Breaking My Heart“ mit Kiki Dee, und „Your Song“.

„Der Film ist sehr ansprechend“, sagt John über GNOMEO UND JULIA. „Er ist sehr witzig und sehr britisch, was ihn noch komischer macht.“

James Newton Howard und Chris Bacon komponierten gemeinsam den Score des Films. Howard, ein Veteran der Filmkomposition, der u. a. auch die Scores zu „Michael Clayton“, „Auf der Flucht“, „Herr der Gezeiten“ und „Die Hochzeit meines besten Freundes“ geschrieben hat, nahm Bacon vor rund sechs Jahren unter seine Fittiche. Er brachte ihm alles bei, was er wissen musste, bis Bacon schließlich mit eigenständigen Scores wie „Space Chimps – Affen im All“ und „Waking Sleeping Beauty“ erfolgreich war.

„James Newton Howard ist ein legendärer, vielfach Oscar®-nominierter Komponist und Musiker“, sagt Asbury. „Er spielte seinerzeit in Elton Johns Originalband, sie kannten sich also bereits von früher. Er war einfach perfekt für den Film.“

„Ich kann Elton nichts abschlagen“, sagt Howard. „Abgesehen davon, dass ich das gar nicht gewollt hätte; wir haben seit Mitte der 1970er Jahre immer wieder zusammengearbeitet.“

Die Komponisten integrierten John/Taupin-Songs mit Kultcharakter, u. a. „Tiny Dancer“, „Rocket Man“, „Bennie and the Jets“ und „I’m Still Standing“, in den Score und ließen die Rock’n’Roll-Segmente des Scores auch von Johns Band einspielen, was „der Verwendung ihrer Songs noch mehr Authentizität verliehen hat“, so Bacon.

Anschließend musste der klassische Rock’n’Roll noch mit dem großen Orchestersound zu einer Einheit verbunden werden, die die wunderliche Geschichte um verliebte Gartenzwerge vervollständigte, einer Story voller Humor, Gefühl und Intensität. Die Komponisten erledigten diese Herausforderung glänzend. Howard sagt, er habe den Film wie jeden anderen behandelt. „Die Herangehensweise war wie immer bei mir – ob Animation oder Live-Action, Gartenzwerge oder Dinosaurier“, so der Komponist weiter. „Wichtig bei einem Score ist, dass er die Gefühle und die Geschichte des Films unterstreicht und alles so aufregend wie möglich macht. Die Herausforderung ist, den richtigen Ton zu finden, der genau und nur zu diesem Film passt. GNOMEO UND JULIA hat viele bewegende Momente, obwohl er von Gartenzwergen handelt. Es wird eine zeitlose Geschichte erzählt, und eine witzige, respektlose, rührende dazu.“

Bacon ergänzt: „Wir wussten, der Score durfte lustig, aber nicht zu leicht sein und musste angemessen gesetzt klingen, ohne zu schwer zu sein. Die meiste Zeit verwendeten wir ein großes Orchester, weil uns das einerseits eine größere Vielseitigkeit hinsichtlich der unterschiedlichen Stimmungen und Gefühle erlaubte und andererseits auch einen schönen Ausgleich und Kontrast zu den eher rockigeren Gitarren- und schlagzeuglastigen Szenen schuf.“

„Die ganze Geschichte wird mit und durch die Musik erzählt“, sagt Asbury, „man hört also Anspielungen an Elton-John-Songs zusammen mit dem neuen, dynamischen Score, wodurch eine wunderschöne musikalische Einheit entsteht. Man hört manchmal eine Band, dann wieder ein Orchester, sie haben das sehr kunstvoll miteinander vermischt. Sie haben den Humor witziger und die ernsten Szenen dramatischer gemacht. Und genau das sollte ein guter Score leisten. Besser als James Newton Howard geht’s einfach nicht.“

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