Gnomeo und Julia

  1. Ø 2
   2011
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Filmhandlung und Hintergrund

Gnomeo und Julia: Romeo und Julia unter verfeindeten Gartenzwergen ist die Prämisse dieses peppigen 3D-Animationsspaßes vom Macher von "Shrek 2".

Eine nur scheinbar idyllische Vorgartenzwergidylle: Denn die Knirpse von Graf Zinnoberrot auf der einen und die kleinen Kerle von Gräfin Blaublut auf der anderen Seite des Zauns sind total zerstritten und tragen ihre Konflikte in wilden Rasenmäherwettrennen aus. Als aber der blaue Gnomeo eines Nachts die rote Julia erspäht, ist es Liebe auf den ersten Blick. Von nun an versuchen sie, Eintracht unter den Zwergenparteien zu säen. Doch der Weg dorthin ist gesäumt von gekappten Zipfelmützen und Tausenden von Tonscherben.

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Kritikerrezensionen

  • Das ist eine alte Geschichte, sie wurde schon oft erzählt, und deshalb wird sie nun nochmal erzählt, aber anders. Sagt der kleine Zwerg auf der großen Theaterbühne zu Anfang des Films, bevor er den langen Monolog von Willi Shakeys originalem Stück verliest. Naja, nein, das dann doch nicht: es geht dann doch mitten hinein in die Fehde zwischen den roten und den blauen Zwergen, weil hier natürlich eine flotte und ungewöhnliche Variante von „Romeo und Julia“ erzählt wird, die große Tragödie als unbeschwerte Komödie unter Gartenzwergen.

    Ein raffinierter Kniff, die unsterbliche, allgemein bekannte Geschichte auf anderer Ebene auf andere Weise zu erzählen. Gartenzwerge sind ja nicht die schlechtesten Protagonisten für einen Film, diese knuffigen Repräsentanten kleinbürgerlicher Gartengestaltung, die so lieb wirken, es aber faustdick unter der Zipfelmütze haben. Es gibt sie in allerlei Gestalt, mit verschiedenen Wesensmerkmalen, und diese kleinen Gesellen zu vermenschlichen bringt von vornherein einen lustigen Effekt – zumal, wenn man ihnen dabei trotzdem noch das Gartenzwergtypische belässt, das Angeln, sich Sonnen, Blumenschneiden etc., vor allem: das Repräsentieren im gepflegten Garten. Wenn die Menschen hinsehen. Wenn die weg sind, gehen die Zwerg in Aktion über, das ist ein bisschen „Toy Story“-mäßig…

    Gleich zu Anfang, Herrchen und Frauchen sind aus dem Haus, geht rasant alles drunter und drüber, und dazu läuft die Musik von Elton John, „Crocodile Rock“, im weiteren Verlauf werden eine Menge seiner Songs in verzwergten Versionen verwendet, John ist auch Ausführender Produzent des Films. Und darf in ein paar kleinen Momenten selbst auftreten in witzigen Parodien mit Brille und schriller Kleidung, natürlich in computeranimierter Zwergenform.

    Das ist die Hauptrichtung, die Hauptstrategie der Komik des Films: eine Menge Gags hineinzupressen, gerne mit augenzwinkernder Selbstironie, gerne mit popkulturellen Verweisen und hingetupften Filmparodien. Und so gibt es eine Ratespiel mit der Lösung „Spiderman“, gleich darauf eine „Matrix“-Kamerakreisfahrt um zwei Streithähne, dann fliegt Gnomeo an einem Unterhosen-Fallschirm mit aufgedruckter Großbritannienflagge in 007-Manier durch die Luft. Es geht also nicht – anders als bei Pixar-Produktionen – in der Hauptsache um Story und Charaktere, sondern – der Regisseur hat zuvor „Shrek 2“ inszeniert – um Gags in größtmöglicher Dichte; und wahrscheinlich geht von den vielen Wortspielen des Originals manches in der deutschen Synchro unter… Es ist eine Kunst, so viele gute Witze nacheinander zu erzählen, sie gut zu erzählen, ohne dabei zur bloßen Sketchparade zu verkommen; tiefere dramaturgische Raffinesse darf man freilich nicht erwarten. Der Film ist originell, aber die Originalität verbleibt an der Oberfläche.

    Und mitunter wirken die Gags etwas zu erzwungen: So ist es zwar sehr witzig, wie die Gartenzwerge im Kampf miteinander auf verschiedene gartentypische Gerätschaften zurückgreifen. Und die Rivalität zwischen Gnomeo und Tybalt über Rasenmäher-Wettrennen zu erzählen, ist auch sehr schön. Am Ende aber, wenn der gewaltige Terrafirminator (als „weapon of grass destruction“ bezeichnet) als Großkampfmaschine auftritt mitsamt lasergestützter und computergesteuerter Zielerfassung ist es eben doch zuviel: solche Gadgets hat kein noch so teuerer Rasenmäher, das hat nur ein Gagschreiber sich für den Film ausgedacht.

    Etwas forciert wirkt auch der Einsatz von gleich vier Sidekicks, einem dämlichen Wasserspeierfrosch für Julia, einem schnüffelnden Pilzchen für Gnomeo, einem treuen Kampfreh für Tybalt und einem liebessehnsüchtigen rosa Plastikflamingo für das blau-rote verbotene Liebespaar. Wahrscheinlich ist das so, wenn sieben Drehbuchautoren nach einem Original-Drehbuch von zwei weiteren Autoren an einem Film schreiben: eine Menge Spaß, eine Menge Gags, eine Menge kleiner, versteckter witziger Anspielungen, tolle Szenen – in einer der besten gibt Shakespeare persönlich seinen Segen für ein Happy End –; aber alles etwas uneinheitlich, zusammenhanglos.

    Die 3D-Version des Films kann dem Entertainment nichts Zusätzliches hinzufügen; es reicht also – drei Euro gespart – die 2D-Version zu sehen. Aber, wenn möglich, im englischen Original.

    Fazit: Shakespeares Drama in der witzigen Gartenzwerg-Version: turbulent, rasant, gagreich wird die verbotene Liebe zwischen Gnomeo und Julia zur lustigen Variante der klassischen Tragödie; verbleibt mit ihren vielen Gags aber doch eher an der Oberfläche.
  • Großartiger, computeranimierter Gartenzwergespaß in Disney Digital 3D, für den „Shrek 2“-Macher Kelly Asbury Shakespeares klassische Tragödie gleich mehrmals durch den Häcksler gejagt hat.

    Kelly Asbury befreit Shakespeares klassische Tragödie „Romeo und Julia“ von ihrer Staubschicht und verwandelt die unglückliche Love Story in eine knallbunte, pfiffig erzählte und in Disney Digital 3D gedrehte Action-Komödie, die obendrein auch noch äußerst kitschige, bunt bemalte und total tönerne Gartenzwerge in einer idyllischen Vorstadtsiedlung als Protagonisten hat. Diese Zipfelmützentypen werden jedes Mal zum Leben erweckt, wenn deren Besitzer morgens ihr Anwesen verlassen. Dann ist es mit der ruhigen Vorgartenidylle ganz schnell vorbei. Denn die Knirpse von Graf Zinnoberrot auf der einen und die kleinen Kerle von Gräfin Blaublut auf der anderen Seite des Zauns sind seit Zwergengedenken total zerstritten und tragen ihre Konflikte in wilden Rasenmäherwettrennen („American Graffiti“ lässt grüßen) aus. Als aber der blaue Gnomeo eines Nachts die rote Julia erspäht, ist es Liebe auf den ersten Blick. Und auch als sie bei genauer Betrachtung bemerken, dass ihre Kopfbedeckung jeweils die falsche Farbe besitzt, sind sie nicht gewillt, voneinander zu lassen. Im Gegenteil, sie versuchen sogar das Unmögliche, Eintracht unter den rivalisierenden Zwergenparteien zu säen. Der Weg dorthin ist gesäumt von gekappten Zipfelmützen und Tausenden von Tonscherben.

    „Gnomeo und Julia“ betreibt nicht nur einmal Majestätsbeleidigung, wenn etwa die (sprechende) Shakespeare-Statue im anliegenden Park eine Ladung Vogel-Kot abbekommt, auch in vielen weiteren Sequenzen scheint der Anarcho-Humor, der in den Oger-Märchen schon so gut funktioniert hat, immer wieder durch. Hinzu gesellen sich eine Menge skurriler Figuren wie man sie von den „Toy Stories“ der Pixar-Kollegen her kennt – etwa ein braun gebrannter Latinozwerg im knappen Tangateil oder putzige Häschen, die sich mittels Kriegsbemalung in kleine Monster verwandeln. Zudem gibt es pausenlos optische Gags zu entdecken. Da wäre etwa die Banane, die das Apple-Symbol auf dem Laptop ersetzt, oder das Umzugsunternehmen namens „Rosenkrantz & Güldenstern, für die die beiden Figuren aus Shakespeares „Hamlet“ Pate standen. Dass dieser großartige Gartenzwergespaß für alle Altersgruppen kompatibel wird, dafür sorgt auch der Soundtrack mit vielen poppig-peppigen Evergreens von Elton John, der mit seiner Firma Rocket Pictures auch mitproduziert hat, und die gut gewählten deutschen Synchronsprecher, bei denen Top-Comedian Anke Engelke als ständig quasselnde, Wasser speiende Froschanstandsdame Nanette den Vogel abschießt. Fazit: Selten hat Shakespeare so viel Spaß gemacht wie bei diesem zünftigen, natürlich nicht ganz ernst zu nehmendem Zipfelmützenmassaker mit 100-prozentiger Happy End Garantie. lasso.

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