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Gloria, schönste Kuh meiner Schwester

  
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Filmhandlung und Hintergrund

Angesichts der vielen Verirrungen, die der ARD-Tochter Degeto regelmäßig bei ihren Freitagsfilmtiteln unterlaufen, ist „Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester“ ein angenehm harmloses Etikett für eine zwar nicht umwerfende, aber durchaus ansehbare Komödie. Regisseur Ingo Rasper hat mit Dagmar Manzel schon die tragikomische Freitagsromanze „Besuch für Emma“ (2015) gedreht und wird die Schauspielerin daher vermutlich...

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Angesichts der vielen Verirrungen, die der ARD-Tochter Degeto regelmäßig bei ihren Freitagsfilmtiteln unterlaufen, ist „Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester“ ein angenehm harmloses Etikett für eine zwar nicht umwerfende, aber durchaus ansehbare Komödie. Regisseur Ingo Rasper hat mit Dagmar Manzel schon die tragikomische Freitagsromanze „Besuch für Emma“ (2015) gedreht und wird die Schauspielerin daher vermutlich bereits vor Augen gehabt haben, als er das Drehbuch schrieb: Jutta bewirtschaftet den brandenburgischen Hof ihres kürzlich verstorbenen Vaters. Ihr ganzer Stolz ist Gloria, eine stets wie frisch lackiert wirkende Milchkuh, die gerade erst wieder einen Schönheitswettbewerb gewonnen hat. Jutta hat ebenfalls gewonnen, nämlich das Herz von Gerd (Max Hopp), der mit seinem Wohnmobil durch die Gegend fährt. Sie hält ihn für einen Futtermittelvertreter. Das ist er zwar auch, aber seine Hauptbeschäftigung ist eine ganz andere, und die wird das zarte Glück später auf eine große Probe stellen. Zweite Hauptfigur des Films ist jedoch Thomas, Juttas Bruder. Der Pilot kommt nur alle paar Jubeljahre auf den Hof. Ein erfahrenes Publikum wird früh ahnen, dass seine Motive unlauterer Natur sind, zumal Axel Prahl den Mann eher unsympathisch anlegt. Tatsächlich knüpft Thomas hinter dem Rücken seiner Schwester den Kontakt zum Unternehmen eines Großgrundbesitzers, den Jutta als Zerstörer ihrer Heimat betrachtet, weil er anscheinend die ganze Gegend aufkaufen will.

    Rasper hat für die Degeto schon die Bauernhoffilme „Die Kinder meines Bruders“ (2016) und „Zimmer mit Stall“ gedreht. Er schreibt zwar nur in Ausnahmefällen auch das Drehbuch, doch in all‘ seinen Geschichten müssen sich Menschen zusammenraufen. Das bringen gerade romantische Komödien natürlich so mit sich, aber die Filme haben oft einen gewissen tragischen Unterton. In „Gloria“ geht es im Hintergrund nicht zuletzt um das Schicksal vieler kleiner Bauernhöfe, die sich nur mit Mühe über Wasser halten können. Thomas‘ Argumente für einen Verkauf sind also durchaus nachzuvollziehen. Dass seine Motive keineswegs uneigennützig sind, steht auf einem ganz anderen Blatt, und als sich rausstellt, dass er noch weitere Geheimnisse hat, ist nicht nur das Verhältnis der Geschwister nachhaltig gestört; auch Juttas zwischenzeitlich abgebrochene Beziehung zu Gerd, der einfach nicht locker lässt, ist hochgradig gefährdet.

    Da sich die innere Spannung in Grenzen hält, lebt der Film umso mehr von Manzel und Prahl, zumal beide ihre Figuren mit Ecken und Kanten verkörpern. Auch Jutta kann ganz schön gemein sein, aber dann lässt Manzel ihren Charme spielen, und schon ist das Publikum wieder versöhnt. Ansonsten erfreut der Film vor allem durch originelle Schauplätze (eine Bücherscheune) und schöne Bilder von idyllischer Natur (Kamera: Andreas Höfer), klappernde Störche inklusive; und glückliche Kühe sowieso. Außerdem gibt es Gastauftritte von Uwe Rohde als Juttas ziemlich heruntergekommenem Ex-Mann und André M. Hennicke als Veterinär, der sich um ihre Fußverletzung kümmert und eine Devise vorgibt, die Raspers gelassene Inszenierung ohnehin vermittelt: Was auch passiert, davon geht die Welt nicht unter.

    Tilmann P. Gangloff.
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